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Artikel veröffentlicht am 02.06.2011 um 00:00 Uhr
Feuerwehr oder Fußball?:
1.FC Eschenau ehrt die lebende Legende
Anstand, Zusammenhalt und Fairness werden beim Kreisklassisten groß geschrieben und an die Jugend weiter getragen. Einer, der diese Werte jahrelang vorgelebt hat, wurde nun für seine Ausdauer, Durchhaltevermögen und unermüdlichen Einsatz geehrt. Dabei treten schon die Söhne in die Fußstapfen des Vaters – Alle Wege führen nach Eschenau...
Von
Christoph Kehm
Der 46-jährige Markus Horlacher (links in der Mauer) im Einsatz.
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Markus Horlacher zog 1982 als 18-Jähriger aus Nürnberg nach Oberschöllenbach. Dies geschah nicht freiwillig. Denn seine Eltern erwarben in dem idyllischen Örtchen des schönen Eckentals ein Haus. „Jetzt hieß es: Feuerwehr oder Fußball?“, so die damalige Einschätzung des fremden Jünglings aus der entstehenden Metropolregion. Die neuen lokalen Freizeitalternativen blieben also überschaubar. Logischerweise begann er nach sechs Jahren Fußballabstinenz wieder die Kick-Schuhe für den 1.FC Eschenau zu schnüren. Seine bis dahin absolvierte Grundlagenausbildung war zuvor in der C-Jugend von Altenfurt beendet worden. Ausgefallene Übungsstunden zu „Außenrist“ und „Flankenspiel mit dem linken Fuß“ holte er seit Beginn der aktiven Zeit beim 1.FC Eschenau mühelos nach. Böse Zungen behaupten, er übe immer noch. Seit dem ersten Spiel in der Ersten sind mittlerweile zirka 1299 weitere Spiele gefolgt, wenn man den heimlichen Einkerbungen in Horlachers Deckenbalken im heimischen Party-Keller Glauben schenken mag.
Als Dank erhielt der Ehrenspielführer ein kleines Präsent von der neu gewählten Jugendleiterin Karolina Michl
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Im Beisein von Patrick Horlacher wurde zugleich der Start einer neuen Ära für junge Spieler im Herrenbereich des Eschenau symbolisch auf den Weg gebracht. Anstand, Zusammenhalt und Fairness sollen tragende Tugenden in Eschenau werden, die Markus jahrelang förderte und die zugleich seine von ihm neu angeworbene Mitstreiterin Karolina Michl auszeichnen.
Höhen und Tiefen
In den fast 30 treuen Jahren aktiver Spielzeit in der Ersten bleiben wohl sechs unvergessliche Aufstiege in positiver Erinnerung, zu deren Gelingen er als Führungsspieler stets einen enormen Beitrag leistete. Bei den gegnerischen Stürmern war der umfunktionierte Abwehrrecke (Grundausbildung: Stürmer) sehr gefürchtet. Doch auch die Abwehrreihen der Kontrahenten brachte er durch seine unglaubliche Kopfballstärke regelmäßig zur Verzweiflung, wenn er das ein oder andere Mal ungestraft einnicken durfte. Das schafft er heute noch in Spielen der Eschenauer Dritten, Zweiten und Ersten Mannschaft. Nicht zu vergessen sind die glücklichen Kollegen aus der von Marc Hofmann neu gegründeten Eschenauer Ü-30, wenn er auch für sie mit dem Kopf trifft. Da ist es eben kein Wunder, dass er als amtierender Abteilungsleiter ausgerechnet ein Kopfballpendel angeschafft hat, um den Spielerinnen seiner Bezirksliga-Mädchenmannschaft als Trainer vorbildhaft die Kopfballtechnik veranschaulichen zu können.
Erbe wird nun übergeben
Die Kopfballtechnik ist neben einem unglaublichen Erfahrungsschatz im Verein nicht das Einzige, das er an die nächsten Generationen weitergeben kann.
Vater und Sohn beim simulierten Anstoß im letzten Heimspiel gegen den SV Hiltpoltstein
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Denn seine Söhne, Justin und der schwer verletzte Patrick Horlacher, treten in die Fußstapfen des Vaters. Auch wenn Justin als Torwart einen anderen Weg einschlägt, ist die Mitarbeit des jungen 14-Jährigen am Vereinsleben schon ein fester Bestandteil. Auch Patrick (19 Jahre) geht als
exzellenter Techniker und Spieler mit der Fähigkeit zur Spielgestaltung einen gegensätzlichen Weg als das Vorbild des Verteidigers. Neben Patrick erhalten viele andere A-Jugend-Spieler wie Stefan Reiser, Philipp Wörner oder Daniel Söllner – um nur einige zu nennen – die Chance, in der Ersten Fuß zu fassen. Den Trend, junge Spieler zu integrieren, unterstützt das Eschenauer Urgestein als Mitverantwortlicher schon seit langem, wodurch er eine weitere Stärke zum Vorschein bringt, die darin besteht, die familiären bzw. persönlichen Interessen nicht über den Gemeinsinns zu stellen.
Sportliches Talent weiter zu tradieren ist eine ehrenvolle Leistung. Gleiches gilt für gemeinnützige Aufgaben. Das umfangreiche Know-How von Markus Horlacher, gewonnen durch etliche freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeiten, stellt dies deutlich unter Beweis. Der aktive und 100-prozentige Einsatz, den der Allrounder zusammen mit vielen Helfern während des Eschenauer Sportheimbaus leistete, gilt als besonders musterhaft für viele Kinder bzw. Jugendliche der modernen Konsumgesellschaft. Um Vereinsleben zu gestalten, Menschen zu stärken und Perspektiven zu zeigen, bedarf es der Kontinuität. Diese Haltung lebt er in Spielen, Training und unentgeltlicher Vereinsarbeit täglich vor. Um auch mit seinen Worten zu enden: „Von deä Saidn heä, iss alläs in Oddnung!“
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