Artikel veröffentlicht am 12.02.2019 um 12:00 Uhr
René Klauer zieht Bilanz: „Jeden einzelnen noch etwas stärker machen!“
Mit nur einer Niederlage aus zehn Partien steht die U17 des FC Sand in der Bezirksoberliga zur Winterpause auf einem guten vierten Rang. Warum es für Coach René Klauer gleich mehrere Highlight-Spiele, darunter auch die erste Niederlage, gab und wo er bei allen Erfolgen noch Luft nach oben sieht, verrät er in seiner anpfiff.info-Halbzeitbilanz.
Von Marco Heumann
Herr Klauer, auf einer Skala von 10 (top) bis 0 (Flop) - wie schätzen Sie Ihre Halbserie ein?
René Klauer: 8! Eigentlich bin ich mit den erzielten Ergebnissen und dem derzeitigen vierten Tabellenplatz sehr zufrieden. Wenn man bedenkt, dass vor der Saison der jüngere und ältere Jahrgang sowie der eine oder andere Neuzugang zunächst einmal in die Mannschaft zusammengeführt werden mussten. Deshalb gingen wir auch mit dem Ziel in die Saison, so bald wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wenn man jetzt allerdings den Saisonverlauf sieht, muss man sagen, dass ohne die drei, zum Teil sehr ärgerlichen Unentschieden, die wir hinnehmen mussten, noch mehr drin gewesen wäre. Auch die bisher einzige Niederlage beim Spitzenreiter Viktoria Aschaffenburg ist sehr ärgerlich und bitter. Ausgerechnet hier mussten wir auf zahlreiche Stammspieler verzichten, konnten gerade so mit elf Mann antreten und verloren das Spiel trotzdem nur denkbar knapp mit 0:1. Alles in allem ist die Platzierung sehr zufriedenstellend.

Welches Spiel war das beste und warum?

René Klauer: Sich auf das beste Spiel festzulegen, ist schwierig. Wir hatten mehrere Spiele, in denen wir vieles richtig gut gemacht haben. Wenn ich mich festlegen müsste, würde ich zwei Spiele herausheben. Zum einen das Spiel bei den FT Schweinfurt, in dem wir, meines Erachtens nach, auf einen Gegner auf Augenhöhe trafen und dort vor allem in der ersten Halbzeit das Spielgeschehen größten Teils dominiert haben und in einer relativ ausgewogenen zweiten Halbzeit auch kämpferisch dagegengehalten haben. Am Schluss konnten wir mit einem, wie ich denke, verdienten 2:0-Auswärtssieg nach Hause fahren. Zum anderen das bereits erwähnte Spiel in Aschaffenburg. Ohne einigen Säulen musste die Mannschaft sich hier dem Spitzenreiter stellen. Zwei der Jungs standen überhaupt das erste Mal in der Startelf. Natürlich gingen wir das Spiel sehr defensiv an, es war aber für mich ein Wahnsinn, zu sehen mit wie viel Entschlossenheit sich jeder ins Zeug warf und wie jeder taktisch und kämpferisch die Vorgaben auf den Platz umsetzte. Umso trauriger war ich, dass sich die Jungs nicht ganz dafür belohnen konnten und sich spät in der zweiten Halbzeit doch noch den Gegentreffer einfingen. Zwar hatten wir vorher auch bereits das eine oder andere Mal etwas Glück bei den Aschaffenburger Abschlüssen, aber dieses Glück haben wir uns auch hart erarbeitet. Kurz vor Abpfiff wäre uns dann sogar noch fast der Ausgleich gelungen. Jedoch konnte der Sonntagsschuss von Beni Schäder vom Torwart irgendwie pariert werden. Aber die Leistung der Jungs an diesem Tag war für mich persönlich mehr wert als so mancher Sieg und hat mich auch etwas Stolz gemacht, muss ich zugeben.

Und welches das schlechteste?
René Klauer: Auch hier könnte ich nicht davon sprechen, dass ein Spiel besonders schlecht war. Zwei unserer drei Unentschieden waren, meiner Meinung nach, auf jeden Fall überflüssig. Es war hier sicherlich nicht alles schlecht, aber in einigen Phasen des Spiels waren wir einfach etwas zu „schläfrig“ und erhielten dann auch jedes Mal prompt die Quittung hierfür.

Was machen Ihre Jungs schon richtig gut?

René Klauer: Richtig gut finde ich, wie die Jungs mitziehen und dass man merkt, dass sie auch lernen wollen. Wenn man sieht, dass im Spiel Dinge umgesetzt werden, die im Training oder vor dem Spiel besprochen beziehungsweise vielleicht sogar einstudiert waren und dies dann auch noch zum Erfolg führt, dann wird man auch als Trainer für seine „Arbeit“ belohnt. Genau das ist es, was unsere Jungs ausmacht und was auch ein Grund für die bisherigen Erfolge ist. Jeder einzelne will umsetzen, was vorgegeben wird.

Liegen im Vorderfeld der Bezirksoberliga: Die Jungs der U17 des FC Sand.
anpfiff.info

Was muss 2019 in jedem Fall besser werden?

René Klauer: Es gibt natürlich immer etwas zu verbessern. Bei jedem Spieler gibt es individuell die eine oder andere Schwäche, an der wir arbeiten wollen, um jeden noch etwas besser zu machen. Außerdem gibt es im Umschaltspiel nach vorne, bei Ballgewinn, sowie im Aufbauspiel und gerade bei eingeübten Spielzügen noch Luft nach oben, gerade was die Geschwindigkeit bei der Ausführung angeht. Dies noch zu verbessern, wird unser Bestreben für die Rückrunde sein.

An welchen Moment der Hinserie erinnern Sie sich gerne zurück?

René Klauer: Schwierig zu sagen. Es gibt für mich eigentlich nicht diesen einen Moment, der alles andere überwiegt. Für mich ist es immer etwas Besonderes nach einer langen und intensiven Vorbereitung endlich in die Saison zu starten, um nach den ersten Spielen zu sehen wo man in etwa steht. Es gibt aber sicherlich viele Momente, an die ich mich gerne zurückerinnere und in denen die Jungs uns Trainern Freude bereitet haben.

Unser „Tor des Jahres“ schoss bislang...

René Klauer: Wieder ein Punkt, bei dem mir mehrere Tore einfallen, die es verdient hätten erwähnt zu werden. Spontan fällt mir jetzt aber das Freistoßtor von Luca Hofmann in Brendlorenzen ein, bei dem er den Ball aus gut 25 Metern unhaltbar in den Winkel beförderte.

Welcher Spieler eines Gegners hat Sie denn am meisten geärgert?

René Klauer: Auch hier gibt es einige, die mir aufgefallen sind. Einige haben wirklich Potenzial, noch viel in ihrer hoffentlich noch langen Fußballerlaufbahn zu erreichen. Besonders in Erinnerung blieb mir Alexandr Cernis von Kickers Würzburg. Ein körperlich sehr kleiner Spieler, der für mich aber technisch und vom Spielverständnis einer der Besten in der Liga ist und der, trotz seiner Größe, auch noch sehr bissig ist und keinen Ball verloren gibt.

Und über welchen aus Ihrem Team haben Sie sich am meisten gefreut? Wer hat sich definitiv ein Lob verdient?

René Klauer: Ich möchte hier eigentlich keinen besonders hervorheben. Es gibt verschiedene Spieler, die es sich verdient haben. Ein besonderes Lob haben sich für mich jedoch vor allem die Spieler verdient, die nicht immer von Anfang an zum Zuge kommen oder auch einmal gar nicht spielen und trotzdem bei fast jedem Training da sind und, wenn sie dann doch gebraucht werden, immer ihr Bestes geben und uns dann auch immer weitergeholfen haben. Das ist sicherlich nicht immer leicht für einen Spieler. Mancher hat aber auch schon bewiesen, dass es sich lohnt, im wahrsten Sinne des Wortes immer am Ball zu bleiben.
So entschlossen geht das Team mit Coach René Klauer in die Rückrunde.
anpfiff.info

Gibt es in der Winterpause Zu- oder Abgänge, kehren verletzte oder lange fehlende Spieler zurück?
René Klauer: Es sind keinerlei Zu- oder Abgänge geplant. Allerdings war unser Spielführer Michael Klauer während der Vorrunde verletzt und wir hoffen, dass er uns ab der Rückrunde wieder zur Verfügung steht. Er könnte uns mit seiner Art und seiner Führungsqualitäten sicherlich noch einmal einen Schub nach vorne geben.

Mit welcher Zielsetzung starten Sie ins Fußball-Frühjahr 2019?

René Klauer: Ziel ist es, die Mannschaft und jeden einzelnen einfach noch etwas stärker zu machen. Da unsere Vorgabe der Nichtabstieg war, bin ich mir sicher, dass wir uns keinerlei Sorgen machen müssen. Wir haben gesehen, dass wir im Grunde mit jedem Gegner mithalten können. Deshalb wollen wir den Blick sicherlich auch noch nach oben richten und, wenn es möglich ist, hier noch etwas mitmischen. Wir werden uns aber keinen Druck machen. Für mich zählt nur, die Jungs spielerisch und technisch noch etwas nach vorne zu bringen. Alles andere nehmen wir dann wie es kommt. Wir wollen es auf jeden Fall keinem Gegner leicht machen. (schmunzelt)

Wem trauen Sie am ehesten den Meistertitel zu und warum?

René Klauer: Nach dem jetzigen Punktestand deutet ja einiges auf Viktoria Aschaffenburg hin, wobei die Kickers aus Würzburg für mich das spielstärkere Team waren. Aber auch den Würzburger FV sowie die FT Schweinfurt würde ich nicht abschreiben. Es ist noch alles möglich in meinen Augen. Allgemein ist die Liga relativ ausgeglichen und jeder könnte einmal für eine Überraschung sorgen. Um Meister zu werden, muss vieles stimmen, auch das nötige Glück in entscheidenden und engen Spielen oder aber auch in Bezug auf Ausfällen von wichtigen Spielern. Ich hoffe auf jeden Fall, dass alle Mannschaften überwiegend verletzungsfrei bleiben und die Meisterschaft somit wirklich auf den Sportplätzen in fairen, aber spannenden Spielen entschieden wird.

Was muss am Saisonende erreicht werden, damit Sie sich zufrieden zurücklehnen können?

René Klauer: Wie bereits erwähnt war es immer unser eigentliches Ziel, nicht mit dem Abstiegskampf in Berührung zu kommen. Nach dem bisherigen Verlauf würde ich nun aber schon gern einen Platz unter den ersten Vier anstreben. Allerdings ist dies kein Muss für uns und wir können ohne jeglichen Druck in die restliche Saison starten. Wenn die Mannschaft so mitzieht wie bisher, bin ich mehr als zufrieden. Was dann dabei rauskommt, werden wir sehen.

Ist schon klar, ob Sie über das Saisonende hinaus Trainer bleiben?
René Klauer: Ich habe mit unserem Betreuer Detlef Nigbur und auch im Verein Gespräche geführt. Die Arbeit mit den Jungs bereitet mir aber nach wie vor viel Freude und ich sehe derzeit keinen Grund aufzuhören. In welcher Altersklasse die Arbeit dann weitergeht und wie die genaue Lösung für nächstes Jahr dann aussehen wird, wird sich aber in den nächsten Wochen klären, denke ich.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Leser-Kommentare


Jetzt mal ehrlich...

Neben zahlreichen sportlichen Fragen hat anpfiff.info die Trainer der Liga auch in diesem Jahr wieder mit Fragen konfrontiert, bei denen ausdrücklich Antworten mit einem gewissen Augenzwinkern verlangt waren.

Vom Fußball mal abgesehen, in welcher Sportart würde Ihr Team noch eine gute Figur machen?
René Klauer: Ballett oder Bodenturnen würde ich sagen. Wenn man sieht, wie ab und zu versucht wird, den Ball anzunehmen oder zu schießen, haben die Verrenkungen doch  sehr viel Ähnlichkeit. (grinst)

Wenn es nach Ihnen ginge, dann müsste nach den Spielen in den Kabinen immer welches Lied laufen?

René Klauer:
Klar doch! Simply the best! (lacht)

Hand aufs Herz, wer ist denn nach dem Training und nach dem Spiel der Spieler, der in der Kabine am längsten braucht und warum?
René Klauer:
Oh weh! In dieser Beziehung sind bei uns alle nicht die Schnellsten. Ich glaube wichtig ist nur, dass die Musik laut ist. (schmunzelt)

Wenn Sie Ihr Team mit drei Adjektiven beschreiben müssten, welche wären das und warum?

René Klauer:
Ausdauernd, ablenkbar und sehr vergesslich. Ausdauernd: an sich ja nicht schlecht, allerdings mittlerweile auch bei manch einem, wenn es um abendliche oder nächtliche Aktivitäten geht. Ablenkbar: mittlerweile vor allem, wenn irgendwo eine hübsches Mädel vorbeistolziert. Gerade im Sommer war das so! Vergesslich: wenn die Trainer nicht wären, wären die Eltern wohl um einiges ärmer, weil ständig Ausrüstung nachgekauft werden müsste. (lacht)

Was war denn die kurioseste Entschuldigung, die Sie je für ein Fernbleiben vom Training gehört haben?
René Klauer:
Dass ein Spieler auf den Hund der Freundin aufpassen muss und deshalb nicht zum Spiel kommen kann. Das kommt aber noch aus meiner Zeit im Herrenbereich und hat nichts mit den jetzigen Mannschaften zu tun.

Wenn der Coach im Eckla einen Beinschuss bekommt, dann…
René Klauer:
…gilt es sicherzustellen, ob die Schienbeinschoner angelegt sind! (grinst)


Spiele 1. FC Sand

So, 16.09.2018
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A
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H
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A
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11:00
H
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H
 7:0
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11:00
A
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H
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So, 28.10.2018
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A
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H
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So, 18.11.2018
12:15
H
 3:1

Aktuelle Tabellenplatzierung

Pl.
 
Team
Sp
Tore
Pkt
3
11
40:18
24
4
10
27:8
19
6
11
21:21
14

Tabellenverlauf Sand


Torbilanz 1. FC Sand


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