Artikel veröffentlicht am 26.06.2015 um 17:00 Uhr
Vier Neue für den Klassenerhalt: "Es wird nicht leichter als im letzten Jahr"
Seit inzwischen sechs Jahren geht es bei den Frauen des SV Frensdorf eigentlich nur bergauf. Nach der Meisterschaft in der Bezirksliga gab es nur einen kurzen zweijährigen Stop in der BOL. Mittlerweile gehen die Spielberger-Mädels in ihre dritte Landesliga-Saison – zwar mit leicht verändertem Personal, aber keinesfalls weniger motiviert.
Von Bernd Riemke
In der Winterpause gab Trainer Markus Spielberger noch das Wunschziel aus, Platz 5 in der Landesliga Nord zu erreichen. Obwohl dieses um einen Rang verfehlt wurde, zeigt sich der SVF-Trainer-Dino rundum zufrieden mit dem, was seine Mannschaft in der zweiten Halbserie 2014/15 auf den grünen Rasen legte. „Die Rückrunde war stellenweise sehr gut. Nur die Ergebnisse haben nicht immer gestimmt“, fasst Spielberger insbesondere die Partien gegen die Topteams der Liga zusammen. Gegen Vizemeister Frickenhausen setzte es eine äußerst unglückliche 0:1-Niederlage mit dem Knockout erst zwei Minuten vor dem Ende und gegen den späteren Meister aus Leerstetten musste sich der SVF trotz zwischenzeitlichem 2:0 und 3:1 letztlich mit einem Punkt zufrieden geben. „Wir waren auf Augenhöhe und haben auch viel Lob bekommen“, berichtet der langjährige Trainer der blau-gelben Damen, der sich freilich den ein oder anderen Punkt mehr erhofft hätte. So stand mit Platz 6 fern der Abstiegsränge trotzdem das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte zu Buche.

Verena Lechner soll für die kreativen Momente im Spiel des SV Frensdorf sorgen.
anpfiff.info

Sechs Abgänge – zumindest nominell

Torfrau Katrin Höllein (37) und Spielführerin Tanja Zillig (32) stehen Trainer Spielberger in der kommenden Saison ebenso nicht mehr zur Verfügung wie Tamara Rippstein (29) und Simone Schleicher (26). Während Letztere vor allem aus studientechnischen Gründen kürzer treten wird, haben die anderen drei verdienten Akteurinnen ihre Stiefel (vorerst) endgültig an den Nagel gehängt. Vorerst endgültig? „Wenn Not an der Frau sein sollte, stehen sie zur Verfügung“, kann sich der Trainer auf seine erfahrenen Spielerinnen auf Abruf verlassen. Das trifft freilich nicht mehr auf Kerstin Gotthardt zu, die Spielertrainerin bei Kreisligist DJK Stappenbach wird. Tamara Raab erhofft sich von ihrem Transfer zu Bezirksligist SV Wernsdorf mehr Einsatzzeit. Nominell sind das sechs Spielerinnen, die aktiv nicht mehr im Kader des SVF auftauchen werden. Die Verantwortlichen haben die Zeichen der Zeit erkannt und auf den personellen Aderlass reagiert. Für anpfiff.info stellt Markus Spielberger seine vier Neuerwerbungen vor.

Christine Endres (SpVgg Greuther Fürth):
Ich kenne sie bereits aus den Bayernliga-Zeiten beim RSV Drosendorf. Nachdem frühzeitig klar war, dass Katrin Höllein aufhört, war sie meine erste Kandidatin. Es ist nicht leicht, in Oberfranken eine gute Torhüterin zu bekommen. Natürlich merkt man ihr im Moment noch die fehlende Spielpraxis der letzten Saison an, aber wenn sie bald wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, dann halte ich sie für eine sehr gute Torhüterin, die vor allem auch fußballerisch hervorragend mitspielen kann. Mir gefällt vor allem ihre grundsätzlich gesunde Einstellung zum Sport!

Larissa Thienelt (FSV Großenseebach):
Über unsere Spielerin Marsia Gath kam der Kontakt zu ihr zustande. Sie hat bereits im Winter gelegentlich bei uns mittrainiert. Larissa Thienelt spielte Bayernliga für den RSV Drosendorf und für die U17 des ETSV Würzburg. Sie nicht auch deshalb interessant, weil sie einen gewissen Humor mitbringt, der für eine Mannschaft wichtig sein kann. Sportlich hilft sie uns insofern sehr viel weiter, weil sie vorne die Durchschlagskraft mitbringt, die in der Landesliga nötig ist.

Verena Lechner (FSV Großenseebach):
Sie stammt direkt aus dem Nachbarort Sambach, weshalb wir schon länger mit ihr in Kontakt stehen. Verena Lechner ist eine sehr selbstbewusste Spielerin, die kreativ und mit dem Ball am Fuß nahezu überragend ist. Leider spielte sie aus meiner Sicht das ein oder andere Jahr zu lange in der BOL. Sie wird ihre Eingewöhnungszeit brauchen, weil es in der Landesliga physisch ein wenig anders zur Sache geht. Wenn es soweit ist, wird sie zu einer überragenden Spielerin in der LL werden, die ich bei uns im kreativen Bereich der Offensive sehe.

Lisa Spangel (FSV Großenseebach):
Über Verena Lechner kam letztlich der Kontakt zu ihr zustande – der dritten im Bunde, die aus Großenseebach zu uns wechselt. Sie ist mit ihren 17 Jahren noch jung, aber eine durchaus talentierte Spielerin für den Offensivbereich in unserer Mannschaft. Ich freue mich in jedem Fall sehr, dass wir sie für uns gewinnen konnten und auf die hoffentlich zahlreichen Einsätze, die sie im Trikot des SV Frensdorf haben wird.

Nicht nur die Neu-Besetzung des Kaders beweist, dass beim SV Frensdorf mit Weitsicht gearbeitet wird. Auch im regelmäßigen Training werden die vermeintlichen Schwachstellen gezielt angesprochen. „Unsere große Schwäche im ersten Landesligajahr war die Bewegung nach hinten. Unsere 51 Gegentore konnten wir in der letzten Saison auf 24 reduzieren und stellten damit in dieser Statistik die zweitbeste Abwehr der Liga“, freut sich Markus Spielberger, dass unter anderem seine Umstellung auf die raumorientierte Viererkette auf Anhieb der erhoffte Wirkung zeigte. Für die Vorbereitung auf die Spielzeit 2015/16 hat sich der Trainer nun die Spieleröffnung vorgenommen. „Grundsätzlich sehe ich ohnehin die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund und nicht zwingend einen bestimmten Tabellenplatz“, konstatiert Spielerberger, der sich für das variablere Offensivspiel vor allem auf seine beiden Neuzugänge Thienelt und Lechner freut. Letztere bringt die kreative Spielfreude aus dem Zentrum mit und Thienelt besticht durch ihre Qualitäten als Stoßstürmerin in vorderster Front.

Larissa Thienelt sammelte mit dem RSV Drosendorf sogar schon Bayernliga-Erfahrung.
anpfiff.info

Klassenerhalt hat oberste Priorität

Zwar nicht unbedingt runderneuert, aber doch mit leicht verändertem Gesicht geht also der SV Frensdorf in seine dritte Landesliga-Spielzeit. Der Landesliga geht es indes ebenso und die Leistungsdichte scheint noch einmal gehörig gestiegen zu sein. Bayernliga-Absteiger FC Karsbach bringt seine langjährige Erfahrung aus dem bayerischen Oberhaus mit und auch die drei BOL-Meister sind alles andere als unbeschriebene Blätter. Post-SV Nürnberg und VfR Bischofsheim haben bereits eine Landesliga-Historie und die SpVgg Bayreuth kommt mit der Empfehlung von vier Aufstiegen in Folge. Durch den Aufstieg des TSV Frickenhausen über die Relegation (3:2-Sieg gegen FC Augsburg) könnte der letzte freie Platz in der Landesliga-Nord an den TSV Neudorf gehen, der nach einem Jahr Abstinenz als Meister der BOL-Oberpfalz ebenfalls wieder den Weg zurück auf die Verbandsebene fand. „Ich schätze die Liga wahnsinnig stark ein. Es wird für uns bestimmt nicht leichter als im Vorjahr. Mit unseren Möglichkeiten gilt es zunächst den Klassenerhalt zu schaffen“, so Spielberger abschließend, der seinen SV Frensdorf in den letzten Jahren zu einer der Top-Adressen im oberfränkischen Frauenfußball formte.


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Bilanz SV Frensdorf

Saison
Pl. 
Liga
2022/23
3. 
Bayernliga
 
2021/22
6. 
Bayernliga
 
2019/21
3. 
Bayernliga
 
2018/19
2. 
Bayernliga
 
2017/18
1. 
Landesliga Nord
2016/17
2. 
Landesliga Nord
 
2015/16
5. 
Landesliga Nord
 
2014/15
6. 
Landesliga Nord
 
2013/14
8. 
Landesliga Nord
 
2012/13
2. 
Bezirksoberliga Oberfranken
2011/12
2. 
Bezirksoberliga Oberfranken
 
2010/11
1. 
Bezirksliga Oberfranken/W.
2009/10
5. 
Bezirksliga Oberfranken/W.
 
2008/09
2. 
Bezirksliga Oberfranken/W.
 


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Personendaten
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2022/23
2021/22
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ab 06/2019
2018/19
bis 06/2019
2018/19
2017/18
2016/17
2015/16
2014/15
2013/14
2012/13
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2005/06
2004/05
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1999/00
1998/99


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