Artikel veröffentlicht am 23.04.2021 um 06:00 Uhr
Weg mit den Härtefällen: anpfiff.info testet die 20-Prozent-Kulanz
Es ist nichts komplett Neues. Beim Abbruch der Jugendligen im Herbst 2020 wurde die Quotientenregelung angewendet, allerdings in einer abgeschwächten Form mit einem Spielraum von 20 Prozent. anpfiff.info hat nachgerechnet, was das für den Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund bedeuten würde.
Von Uwe Kellner
Der folgende Vorschlag entspricht nicht eins-zu-eins dem §54 der Jugendordnung des BFV, denn in diesem ging es im vergangenen Herbst, als die Saison der Junioren pandemiebedingt abgebrochen wurde, lediglich um den Aufstieg. Zu jenem Zeitpunkt durften "Mannschaften eine Höhergruppierung beantragen, sofern deren Quotient maximal 20% geringer ist, als der des jeweiligen Erstplatzierten", heißt es in der Spielordnung der Junioren. anpfiff.info nimmt sich diesen Passus nun zum Vorbild und wendet ihn im Abstiegskampf der Herrenmannschaften des Spielkreises Erlangen-Pegnitzgrund an. Das würde im konkreten Fall analog bedeuten, dass "Mannschaften den Ligaverbleib erreichen, sofern deren Quotient maximal 20% geringer ist, als der des letzten Nichtabstiegsplatzes".

Sollte §93 der BFV-Spielordnung in voller Ausführung in Kraft treten, hätten wir alleine im Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund mehrere Härtefälle, bayernweit ein Vielfaches davon. Eine Kulanz von 20 Prozent würde sehr viele, wenn nicht sogar alle dieser Härtefälle vermeiden. Wir sprechen hier jedoch nur von den "echten" Härtefällen, solche bei denen ganz wenige Punkte, oder sogar nur die Anzahl der ausgetragenen Spiele über den Abstieg entscheiden. Die Mannschaften, bei denen es rechnerisch zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auch ohne den Quotienten schlecht aussah, würde die 20-Prozent-Kulanz nicht retten.

Die Härtefälle im Aufstiegskampf wurden in diesem Artikel erst einmal außen vor gelassen. In der Spielordnung des BFV ist die im folgenden nachgerechnete Kulanz von 20% (noch) nicht verankert und hat demnach keine rechtliche Grundlage. Deswegen bleibt es vorerst beim "Gedankenexperiment", findet aber vielleicht dennoch Beachtung in weiteren Überlegungen.

BFV-Präsident Rainer Koch hat die Abwicklung der Saison 2019/21 seinen "Spielbetriebsleuten" in die Hände gegeben. Vielleicht erinnern sich die Experten an die 20%-Regel aus der Jugend, die anpfiff.info in diesem Artikel in abgewandelter Form nachgerechnet hat und feststellte, dass dadurch so gut wie alle "echten" Härtefälle im Abstiegskampf wegfallen.
anpfiff.info

Landesliga Nordost

In der Landesliga Nordost mit mehreren Vertretern aus dem Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund steht der FC Herzogenaurach (Quotient: 0,86) auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Um den Klassenerhalt zu erreichen, wäre bei einer Kulanz von 20 Prozent nun ein Quotient von 0,69 von Nöten. TuS Feuchtwangen (Quotient: 0,68) und der Baiersdorfer SV (Quotient: 0,25) würden trotz Kulanz absteigen.

Bezirksliga Nord

In der Bezirksliga Nord steht der FC Ottensoos (Quotient: 1,08) auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Somit wäre ein Quotient von 0,86 für den Klassenerhalt nötig. Der TSV Burgfarrnbach (Quotient: 0,88) hätte diesen erreicht. Absteigen würden weiterhin der SV Hagenbüchach (Quotient: 0,68) und der SV Tennenlohe (Quotient: 0,23).

Kreisliga 1


Der Baiersdorfer SV 2 (Quotient: 0,89) hat in der Kreisliga 1 einen Punkt weniger auf dem Konto als der SC Uttenreuth (Quotient: 0,81), würde den SCU aber dennoch in der Tabelle nach Quotientenregelung überholen. Rechnet man nun 20% des Baiersdorfer Quotienten weg, käme man auf 0,71. Der SC Uttenreuth, dessen Quotient über diesem Wert liegt, würde die Liga halten. Dieser Härtefall wäre gebannt. Die DJK Erlangen (Quotient: 0,68) würde weiterhin absteigen.

Kreisliga 2

Bei zehn ausbleibenden Partien hat der TSV Rückersdorf (Quotient: 0,85) nur einen Punkt weniger als der FC Reichenschwand (Quotient: 0,95), der auf dem letzten Nichtabstiegsplatz steht. Bei einer 20%igen Kulanz würde ein Quotient von 0,76 zum Klassenerhalt genügen, den Rückersdorf überschreitet und die Klasse halten würde. Der FC Schnaittach (Quotient: 0,58) würde immer noch absteigen. 

Kreisklasse 1

In der Kreisklasse 1 geht es im Abstiegskampf noch enger zu. Der BSC Erlangen (Quotient: 1,00) würde die Liga bei Punktgleichheit mit der Konkurrenz nur halten, weil ein Spiel weniger gespielt wurde. Mit der 20-Prozent-Regel würde ein Quotient von 0,80 zum Klassenerhalt genügen, den die Konkurrenz um den SV Tennenlohe 2 (Quotient: 0,95), der SC Eltersdorf 2 (Quotient: 0,95) und die SpVgg Erlangen 2 (Quotient: 0,85) überschritten hätten. Es gäbe aufgrund des engen Abstiegskampfes keinen Absteiger, folglich keine Härtefälle.

Kreisklasse 2

Die Situation im Abstiegskampf der Kreisklasse 2 schlug Wellen. Nur durch ein spätes Sportgerichtsurteil überholte der SV Pretzfeld (Quotient: 0,8) die DJK Willersdorf (Quotient: 0,74). Gibt man die 20% in diesen Abstiegskampf hinzu, würde ein Quotient von 0,64 für den Klassenerhalt genügen und der Härtefall Willersdorf wäre aus der Welt. Die SpVgg Dürrbrunn-Unterleinleiter (Quotient: 0,68) mit nur drei Punkten und einem Spiel weniger als Pretzfeld wäre ebenfalls gerettet. Die SG Niederlindach (Quotient: 0,05) würde mit nur einem Punkt aus 22 Spielen sicherlich nicht unverdient absteigen.

Kreisklasse 3

In der KK3 steht der FC Eschenau (Quotient: 0,95) auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Zieht man 20% ab, bräuchte man einen Quotienten von 0,76 für den Klassenerhalt. Der ASV Herpersdorf (Quotient: 0,70), der FC Betzenstein (Quotient: 0,58) und der FC Dormitz (Quotient: 0,14) wären zu weit entfernt, um die Liga zu halten.

Kreisklasse 4

Die SpVgg Diepersdorf 2 (Quotient: 1,06) steht in der Kreisklasse 4 auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Das heißt, dass ein Quotient von 0,85 für den Klassenerhalt von Nöten wäre. Der FC Röthenbach (Quotient: 0,78), der Türk SK Röthenbach (Quotient: 0,5) und der FC Schnaittach 2 (Quotient: 0,26) würden weiterhin absteigen.

A-Klasse 1

In der AK1 steht der FSV Großenseebach 2 (Quotient: 0,85) auf dem letzten Platz, der für den Klassenerhalt berechtigt. 20 Prozent weniger entspräche einem Quotienten von 0,68. Die DJK Erlangen 2 (Quotient: 0,47), Jugoslavija Erlangen (Quotient: 0,25) und Türkischer SV Erlangen (Quotient: 0,21) würden weiterhin absteigen.

A-Klasse 2

In der AK2 steht die DJK Eggolsheim (Quotient: 0,61) auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Zieht man davon 20 Prozent ab, läge die Grenze für den Klassenerhalt bei einem Quotienten von 0,49. Die SpVgg Heroldsbach 2 (Quotient: 0,47), die bei einem Spiel weniger drei Punkte weniger als Eggolsheim hat, würde dennoch absteigen. Die SG Neuses/Altendorf (Quotient: 0,07) steigt weiterhin ab.

A-Klasse 3

In der AK3 steht die SG Wolfsberg/ Geschwand 2 (Quotient: 1,00) auf dem letzten Nichtabstiegsplatz, folglich läge die Grenze bei einem Quotienten von 0,80. Der TSV Kunreuth (Quotient: 0,83) würde diese Hürde überspringen und die Liga halten. Die SG Kleinsendelbach 2/ Hetzles 2 (Quotient: 0,29) steigt weiterhin ab.

A-Klasse 4

In der AK 4 wäre der ASV Forth 2 (Quotient: 1,00) nur deswegen gerettet, weil er eine Partie weniger als die SG Plech absolviert hat. Wenn nun jedoch die Kulanz-Regel gelten würde und ein Quotient von 0,80, also 20% weniger als der des ASV Forth 2, reicht, würde die SG Plech (Quotient: 0,94) als Härtefall ausbleiben. Der SV Bronn (Quotient: 0,86) würde die Liga ebenfalls halten.

A-Klasse 5

In der A-Klasse 5 steht der FC Röthenbach 2 (Quotient: 0,88) auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. 20 Prozent weniger entspricht einem Quotienten von 0,70. Die SG Hersbruck 3/ Eintracht Hersbruck (Quotient: 0,53) und der FC Reichenschwand 2 (Quotient: 0,35) würden weiterhin als Absteiger feststehen.

Wäre es sportlich fair, wenn es keine Absteiger geben würde? Diese Frage führt zu heißen Diskussionen. Die Kulanz von 20% würde zumindest die härtesten Einzelfälle verhindern. Wie viel Spielraum Kreisspielleiter Max Habermann am Ende aus München bekommt, ist weiterhin offen.
anpfiff.info

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Hintergründe & Fakten



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