Was macht eigentlich...?: Norbert Korzendorfer - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 05.02.2009 um 12:00 Uhr
Was macht eigentlich...?: Norbert Korzendorfer
MAGAZIN Der Höhenflug des SC Weismain. Erfolgreiche Zeiten beim 1.FC Lichtenfels. Aufstiege des ATS Kulmbach. Norbert Korzendorfer hat sie Mitte der 1990er Jahre alle miterlebt und entscheidend mitgestaltet. Dem Fußball ist er bis heute verschrieben, denn nicht nur die alten Weggefährten sind es, mit denen er noch oft zusammentrifft, sondern auch eine "alte Dame". Die und der Nachwuchs haben es dem einstigen Mittelfeldstrategen angetan, wie er anpfiff verriet...
Von Bernd Riemke
Trainer Karsten Wettberg wetterte zwar als die Kulmbacher mit Norbert Korzendorfer (hi. 5.v.re.) gegen den TSV 1860 entgegen der vorherigen Abmachung mitunter etwas robuster in die Zweikämpfe gingen, doch für die Kicker des ATS blieb es ein unvergessliches Erlebnis.
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Roland Götschel war Trainer beim 1.FC Lichtenfels. Harald und Frank Thiem standen ebenso in den Reihen der Korbstädter wie Peter Reichel, heute erfolgreicher Trainer beim Bezirksoberligisten FC Burgkunstadt - und Norbert Korzendorfer. Es waren die letzten Glanzzeiten, die das Karl-Fleschutz-Stadion erlebte, als die Rotschwarzen in der Landesliga auf Torejagd gingen. Nach nur einer Spielzeit schloss sich der heute 42-Jährige dem ATS Kulmbach an und es sollte sehr bald zu einem Wiedersehen kommen, das den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird. Es war der letzte Spieltag der Saison 1995/96. Lichtenfels führte das Tableau der Bezirksoberliga an und benötigte gegen die Bierstädter nur einen einzigen Zähler um die Meisterschaft zu feiern. Bis zur 86. Minute stand es vor mehr als 2000 Zuschauern 2:2-Unentschieden, bis der ATS zuschlug und sich selbst zu Titelehren verhalf. "Darüber können wir heute noch herzhaft lachen", wenn sich die Meistermannschaft regelmäßig trifft um alte Zeiten aufleben zu lassen, erzählt Korzendorfer schmunzelnd.

Vom Rasen in die Selbständigkeit

Es war zweifellos ein Höhepunkt in der lebhaften Karriere des Mittelfeldstrategen. Einer von vielen, die er in mehr als einem Jahrzehnt höherklassigem Fußball erleben durfte. Über den SC Weismain, 1.FC Lichtenfels und ATS Kulmbach führte ihn sein Weg schließlich zurück zum Heimatverein nach Schwürbitz, wo er in der Kreisklasse seine Laufbahn gemütlich ausklingen lassen wollte. Ein kurzzeitiges Intermezzo sollte jedoch noch folgen. Für ein halbes Jahr kehrte Korzendorfer zurück zu Götschel, Treubel & Co in die Landesliga nach Lichtenfels. Dann machten die Knie auf der einen und die berufliche Selbständigkeit auf der anderen Seite einem weiteren Fortwirken endgültig einen Strich durch die Rechnung. 1998 war unwiderruflich Schluss. Der erste Kreuzbandriss lag mehr als zehn Jahre zurück. Ein zweiter im Jahr 1992 konnte ihn nicht stoppen, doch nun "war die Belastung enorm hoch. Das Risiko, erneut langfristig auszufallen war einfach zu groß", schildert der glückliche Familienvater seine Beweggründe, nachdem die Gründung einer eigenen Firma seinen ganzen Einsatz forderte. Ein Planungsbüro für schlüsselfertiges Bauen betreibt der seit acht Jahren in Marktzeuln wohnhafte Club-Fan seit 1994 - und immer noch in alleiniger Eigenregie.

Klein-Korzendorfer macht von sich reden

Wer jedoch einmal vom Fußballfieber infiziert wurde, für den sind die Heilungschancen denkbar gering. "Seit fünf Jahren betreue ich nun den Nachwuchs", berichtet Korzendorfer von seinen Anfängen in der "Trainerlaufbahn". Sein Sohn Niklas begann zu jener Zeit bei den G-Junioren des TSV Marktzeuln gegen den Ball zu treten und es erweckt ganz den Anschein als würde der Filius in die großen Fußstapfen seines Vaters treten können. "Zwei bis dreimal in der Woche fahren wir zum Training in die deutsch-tschechische Fußballschule nach Hof", verkündet der Papa nicht ohne Stolz, dass sein achtjähriger Erstgeborener im Team 2000 der besten Nachwuchskicker Oberfrankens steht. Jene deutsch-tschechische Fußballschule setzt sich nicht nur für völkerverständigenden Fußball ein, sondern trainiert die Kinder unter beinahe professionellen Bedingungen. Unterstützt durch EU-Fördergelder treten die ambitionierten Kinder bei großen Turnieren schon einmal gegen den Club oder Bayern München an. "Die Kleinen werden immer größer und schneller - ich immer langsamer", beobachtet Korzendorfer augenzwinkernd die Entwicklung seines Sohnes, mit dem er in der Freizeit gerne Bundesligaspiele live vor Ort verfolgt. Besuche im einstigen Frankenstadion zu Nürnberg sind keine Seltenheit und eine Visite bei den Schwiegereltern in der Bundeshauptstadt wird häufig mit einer Eintrittskarte für die "alte Dame" Hertha verknüpft.

Nach dem zweiten Kreuzbandriss schrieben ihn viele Kritiker bereits ab. Gegen den SV Pettstadt feierte Korzendorfer jedoch nach sechs Monaten ein eindrucksvolles Comeback in der Bezirksoberliga - Zwei Tore beim 2:2-Remis.
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Sport bleibt die Nummer 1

"Am Fußballgeschehen bin ich nach wie vor interessiert", konstatiert der Nachwuchstrainer, dass es ihn dann lieber nach Frohnlach oder Weismain zum FC Eintracht zieht und hin und wieder ins benachbarte Lettenreuth um sich höherklassige Ligen anzusehen. Der Sport steht in der vierköpfigen Familie jedenfalls an allererster Stelle. Am Basketball und Handball ist auch Ehefrau Heike interessiert und Tochter Sina (4) turnt ebenso leidenschaftlich gerne, wie sie das Ballettbeinchen schwingt. Der Fußballername Korzendorfer wird vielleicht durch Sohn Niklas in wenigen Jahren wieder in alle Munde kommen, wenn dieser die großen Fußstapfen ausfüllt. In Vergessenheit geraten wird jedoch auch der glanzvolle Norbert Korzendorfer nicht...
Als Club-Fans ließen sich Papa Norbert und Sohn Niklas den Auftritt des Zweitligisten im Sommer beim 1.FC Lichtenfels natürlich nicht entgehen.
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