Rundentagung Bezirksliga Nord: Liga wächst schon vor dem Eröffnungsspiel zusammen - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 23.06.2026 um 08:00 Uhr
Rundentagung Bezirksliga Nord: Liga wächst schon vor dem Eröffnungsspiel zusammen
Erstmals werden auf Bezirksebene die Rundentagungen zur Saison 2026/27 nach Ligen getrennt absolviert. Am Montagabend machte der Norden im Sportheim des ASV Vach den Anfang – durchaus mit Erfolg, wenn man bedenkt, dass aus der kleineren Gruppe konstruktive Vorschläge kamen, die zu einem gelungenen Spielbetrieb beitragen sollen.
Von Marco Galuska
Die Rundentagung der Bezirksliga Nord zur Saison 2026/27 fand im Sportheim des ASV Vach statt.
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Mit einer Halbzeitpause eingerechnet etwas mehr als zwei Stunden dauerte die Premiere der Rundentagung der Bezirksliga Nord am Montagabend. Und das neue Format, mit je einer Tagung pro Liga (am Mittwoch tagt der Süden in Neuses), scheint den Nerv getroffen zu haben. Denn selbst nach dem offiziellen Ende fanden noch einige Vereinsvertreter und Funktionäre Zeit zum Austausch, der überhaupt angenehm sachlich und konstruktiv stattfand.

Michael Tittmann hatte erstmals in seiner Funktion als Bezirks-Spielleiter, der er seit drei Monaten ist, zur obligatorischen Rundentagung geladen. "Wir haben viele intensive Themen, die sich ligaintern noch besser besprechen lassen", erklärte Tittmann die Intention der kleineren Gruppe und bedankte sich, dass er – nachdem er die Regie im Spielbetrieb auf der Zielgeraden nach seiner Wahl auf dem Bezirkstag übernommen hatte – „von den Vereinen so gut aufgenommen wurde."

Relegation diesmal ohne Nebengeräusche

Tittmann war mit seinem frisch gebackenen Stellvertreter, Bezirks-Seniorenspielleiter Florian Hilpert, nach Vach gekommen. Nach den Grußworten von ASV-Vorstand Ralph Krauss ließ sich auch der Bezirksvorsitzende Uwe Mauckner nicht nehmen, einen kurzen Rückblick auf die abgelaufene Saison zu werfen: "Unsere Bezirksliga in Mittelfranken kann sich wahrlich sehen lassen, die Vereine waren gute Gastgeber und wir hatten diesmal eine außergewöhnlich gute Relegation!" Im Schnitt 660 Zuschauer hatten die elf Relegationspartien besucht, wobei die beiden Partien mit provisorischem Charakter sogar die Zahl drückten. "Insgesamt ist es toll zu bewerten", ergänzte Tittmann. Beim Gedanken zurück vor einem Jahr, als der schräge Relegations-Modus gar bundesweit Schlagzeilen machte und einige Instanzen an Gerichten beschäftigte, ehrt es den Nachfolger von Felix Böck, der inzwischen eine neue Aufgabe im Ehrenamt des Verbandes hat, dass er vor allem "den Blick voraus" richten wollte. 

Michael Tittmann führte souverän durch seine erste Sommertagung als Bezirks-Spielleiter.
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Dabei hätte Tittmann eigentlich fünf Liganeulinge mit den beiden Absteigern SV Lauterhofen und SVG Steinachgrund sowie den drei Aufsteigern TSV Johannis 1883, SpVgg Weißenohe sowie dem TV 48 Erlangen begrüßen wollen, einzig die Erlanger fehlten bei der Tagung. Nicht mehr mit dabei war freilich auch der Meister aus Kalchreuth, der sich aber noch ein weiteres Lob verdiente, weil man auch in der Fairness-Wertung ganz oben abschloss.

Zeitstrafe entfällt, Fokus auf schnellere Spielfortsetzung

Lob gab es auch von Bezirksschiedsrichter-Obmann Siegmar Seiferlein, der "die gute Zusammenarbeit der abgelaufenen Saison" betonte und beim Blick über so manche Schiedsrichter-Qualifikation für das kommende Spieljahr auch einen echten Wermutstropfen verriet. Demnach schloss Kenny Abieba als Zweitbester der 44 Drittliga-Assistenten ab, aber nur der Bestplatzierte durfte in die 2. Liga aufsteigen. Seiferlein ging auf die Regeländerung zur kommenden Saison ein. Die Abschaffung der Zeitstrafen (ab 1. Juli bei den Herren, ab 15. Juli bei der Jugend) "bedauert" Seiferlein, gab aber auch zu bedenken, dass aufgrund der Vorgaben der Regelhüter von ganz oben die Umsetzung "nicht mehr das gewesen wäre, was es einmal war."

Bezirks-Schiedsrichterobmann Siegmar Seiferlein erklärte die Veränderungen im Regelwerk.
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Was dem Zuschauer bei der laufenden Fußball-WM schon vermittelt wurde, soll in gewissem Maße auch im Amateurfußball gelten. Mit dem Ziel der schnelleren Spielfortsetzung wird beispielsweise ein Zeitlimit von zehn Sekunden bei der Auswechslung zum Verlassen des Platzes gegeben (ansonsten muss der Einwechselspieler mindestens eine Minute draußen warten). Auch der Einwurf muss schneller ausgeführt werden. Dazu kann der Schiri einen "Fünf-Sekunden-Countdown" herunterzählen. Im Rahmen einer Vorteilsauslegung gibt es in Zukunft dafür mehr Freiheiten. Beispielsweise könnte ein Einwurf dann auch etwas weiter vorne ausgeführt werden, regelkonform muss es aber dennoch bleiben.

In Extremfällen droht der Punktabzug

Wer sich im größeren Maße nicht an die Regeln hält, der wird es auch in Zukunft weiter mit dem Bezirkssportgericht zu tun bekommen. Der Vorsitzende Thorsten Vasel, der mit Heide-Maria Leist eine neue Beisitzerin an Stelle von Stefan Dorsch bekommt, konnte in seinem Saisonrückblick zwar von einem Anstieg um 20 Fälle berichten, die es zu verhandeln galt, relativierte aber zugleich: "Es ist nicht so tragisch, denn vor allem haben die Notbremsen zugenommen, wir hatten dafür auch deutlich weniger Tätlichkeiten zu verhandeln."

Dass es nach dem Verbandstag einige wesentliche Änderungen in der Satzung, Rechts- und Verfahrensordnung sowie Spielordnung gab, darauf ging Vasel auch ein, wenngleich die Thematik von Punktabzug für eine Folgesaison aufgrund von Verfehlungen von Zuschauern, beispielsweise durch wiederholten Einsatz von Pyrotechnik, wohl eher ein Thema der Regionalliga sei. Schon eher ein Thema für den Bezirk ist, dass Anzeigen gegen BFV-Funktionäre in Zukunft direkt beim Verbandsanwalt gestellt werden und Trainer sowie Funktionäre analog zu Spielern bis zum Urteil gesperrt bleiben würden. Die Höchstgrenze im Strafmaß wurde indes auf zwölf Wochen (Spiele) angehoben.

Sportrichter Thorsten Vasel konnte von einigen Veränderungen in Satzung und Ordnungen berichten.
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Nachgeschärft wurde zum Thema Diskriminierung, wo es grundsätzlich eine Mindestsperre von zehn Wochen gibt (eine Öffnungsklausel kann diese jedoch in Sonderfällen abschwächen). Sollten mehrere Personen daran beteiligt sein, droht der Punktabzug von drei, im Wiederholungsfall auch von sechs Zählern. "Vereine haften für ihre Zuschauer", betont Vasel in diesem Zusammenhang, wenngleich ihm bewusst ist, dass die Situation für die Klubs nicht leicht sei.

Den Vorwurf der Vereinsvertreter, wonach der Einsatz eines Spielers auch ohne hochgeladenes Spielerbild möglich sei, aber mit einer kräftigen Strafe Geld in die Verbandskassen spülen würde, konnte der Sportrichter indes auch nicht entkräften. Zumindest wurde aber die Verdopplung der Strafen im Wiederholungsfall entschärft. Hier ist die Kenntnis darüber nun erforderlich.

Kommt das Eröffnungsspiel für beide Ligen?

Zum Abschluss hatte dann Michael Tittmann wieder das Wort und erinnerte die Vereine an die Fristen zur Spielabsage und erklärte in Kurzform die Neuregelung des §34 in der Spielordnung, wobei hiervon vor allem die unteren Mannschaften betroffen sind und der Verband Online-Seminare anbietet. Zwei Wochenspieltage sind im Rahmenterminkalender vorgesehen, nachdem eine Woche später begonnen wird. Die Wünsche der Vereine für eine Anpassung im kommenden Jahr nimmt der Bezirksspielleiter gerne auf. Ganz aktuell richtet sich der Fokus aber auf den Spielplan, der bis zum Wochenende stehen soll und dann bis zum 8. Juli noch kostenfreie Verlegungswünsche ermöglicht.

Das Eröffnungsspiel ist in diesem Jahr turnusmäßig im Süden und steht für den 23. Juli beim SV Arberg (Gegner könnte Eintracht Alesheim sein). Aus dem Plenum ergab sich die Idee, einen Tag später auch eine Ligaeröffnung im Norden auszutragen. Aufsteiger TSV Johannis 83 Nürnberg oder SV Lauterhofen hatten ihre Bereitschaft als Ausrichter bereits bekundet. Der Vorschlag aus Lauterhofen für eine ligainterne WhatsApp-Gruppe zur besseren Kommunikation wurde sogleich in die Tat umgesetzt. Einigkeit bestand bei allen Anwesenden auch darüber, dass die Eintrittspreise bei 6 Euro (4 Euro ermäßigt) bleiben sollten und dass jeder Verein zukünftig zwei Saisonfreikarten zur Spielbeobachtung bekommen soll.

Somit nahmen die Klubs im Norden den Appell ihres neuen Bezirks-Spielleiters direkt an. "Lasst uns netzwerken und Spaß an der Zusammenarbeit haben. Ich komme gerne zu den Vereinen und schaue mir Spiele an und stehe für den Austausch und Fragen zur Verfügung", schloss Tittmann seine erste Rundentagung, der im Winter optional auch eine Online-Tagung folgen könnte. Der Auftakt mit der ligainternen Tagung ist gelungen, die Saison kann beginnen und das Warten auf den Spielplan hat auch bald ein Ende.

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