Fußballfranken trauert: Reiner Wirsching: Ein Leben für Fußball & Medizin - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 13.04.2026 um 10:00 Uhr
Fußballfranken trauert: Reiner Wirsching: Ein Leben für Fußball & Medizin
Der frühere Bundesliga-Profi Reiner Wirsching ist tot. Der ehemalige Angreifer des 1. FC Nürnberg starb letzte Woche im Alter von 63 Jahren an den Folgen eines schweren Fahrradunfalls. Wirsching spielte einst unter anderem auch für den FC Schweinfurt, den SC Weismain und den TSV Vestenbergsgreuth.
Von Sebastian Baumann
Dr. Reiner Wirsching verstarb vergangene Woche an den Folgen eiens schweren Radunfalls.
Michael Horling
Reiner Wirsching war am späten Donnerstagabend auf einem Radweg entlang einer Bundesstraße bei Bad Kissingen unterwegs, als es zu dem folgenschweren Unglück kam. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde er von einem Reh erfasst und stürzte dabei schwer auf den Kopf. Ein vorbeikommender Verkehrsteilnehmer entdeckte den bewusstlosen Ex-Profi und verständigte umgehend den Notruf. Rettungskräfte leisteten Erste Hilfe und brachten ihn in eine Klinik. Dort diagnostizierten die Ärzte einen schweren Schädelbasisbruch mit starken Blutungen, der schlussendlich zum Tod führte.


Reiner Wirsching (rechts) machte in Schweinfurt als Stürmer auf sich aufmerksam und wechselte danach zum Club.
Michael Horling

Ungewöhnlicher Karriereweg

Wirsching, gebürtig aus Stammheim, hatte einen ungewöhnlichen Karriereweg eingeschlagen. Bis Mitte 20 spielte er für seinen Heimatverein SV Stammheim in der Bezirksliga, ehe er 1988 zum 1. FC Schweinfurt 05 in die Bayernliga wechselte. Dort machte der Medizinstudent schnell auf sich aufmerksam – so sehr, dass der 1. FC Nürnberg ihn noch in derselben Saison verpflichtete. Beim „Club“ gelang ihm ein Einstand nach Maß: Direkt zu Beginn der Rückrunde traf er bei seinem Debüt gegen den FC St. Pauli doppelt und spielte sich auf Anhieb in die Stammelf.

In der Folge entwickelte sich Wirsching zu einer festen Größe in Nürnberg. In seiner ersten kompletten Bundesligasaison stand er in allen 29 Spielen in der Startelf und erzielte sieben Treffer. Insgesamt absolvierte er 72 Bundesligapartien und kam dabei auf 14 Tore. Unter Trainer Arie Haan war er zeitweise Teil der geplanten Achse für eine sportlich erfolgreichere Zukunft des Vereins, ehe Verletzungen und eine schwierig verlaufende Saison seinen weiteren Weg beeinflussten. 1992 kehrte er schließlich nach Schweinfurt zurück.

Auch nach seiner Zeit in der Bundesliga blieb Wirsching dem leistungsorientierten Fußball treu. Über den 1. FC Schweinfurt führte ihn sein Weg zum TSV Vestenbergsgreuth, wo er Teil einer der größten Pokalsensationen der deutschen Fußballgeschichte wurde: 1994 besiegte der damalige Regionalligist den FC Bayern München mit 1:0. Später lief er unter anderem für den SC Weismain in der Regionalliga sowie für den Würzburger FV auf, wo er um die Jahrtausendwende auch als Teamchef Verantwortung übernahm.


Beim Fc Schweinfurt war Dr. Reiner Wirsching (rechts) auch als Teamarzt aktiv.
Michael Horling

Ein Leben für den Fußball und die Medizin

Parallel dazu trieb Wirsching konsequent seine medizinische Laufbahn voran. 1996 promovierte er an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und arbeitete anschließend als Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin. In Schweinfurt führte er eine eigene Praxis und blieb dem Sport auch beruflich eng verbunden. Über viele Jahre betreute er als Mannschaftsarzt den 1. FC Schweinfurt 05 sowie das Eishockey-Team des ERV Schweinfurt. Später war er auch beim Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen tätig. Zudem wurde er mit der deutschen Ärzte-Nationalmannschaft Weltmeister bei den Weltspielen der Medizin.

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Hintergründe & Fakten



Spielerstationen D. Wirsching

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97/98
REGL
 
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REGL
 
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OBERL BAY
 
93/94
OBERL BAY
 
92/93
OBERL BAY
 
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BuLi
 
90/91
BuLi
 
89/90
BuLi
 
88/89
BuLi
 

Teammitarbeiter D. Wirsching

18/19
FC Schweinfurt
Team-Arzt
17/18
FC Schweinfurt
Team-Arzt
16/17
FC Schweinfurt
Team-Arzt
15/16
FC Schweinfurt
Team-Arzt

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