Artikel veröffentlicht am 23.06.2022 um 10:00 Uhr
Verbandstag des BFV: Wer wird der Koch-Nachfolger?
Ab morgen findet in Bad Gögging der 26. Ordentliche Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) statt. Im Fokus steht die Nachfolge von BFV-Präsident Rainer Koch, der nach 18 Jahren an der Spitze des BFV – wie im Frühjahr angekündigt – nicht erneut kandidiert. anpfiff.info stellt Ihnen die drei Kandidaten auf die Nachfolge vor.
Von Sebastian Baumann
fussballn.de / Schlirf
Insgesamt stehen beim Verbandstag die Wahlen zur Besetzung von 19 Verbands-Spitzenpositionen an, für die fristgerecht insgesamt 24 Kandidat*innen nominiert wurden. Darüber hinaus entscheiden die 276 Delegierten (58 % davon Vereinsvertreter) mit ihren Anträgen und Entscheidungen über die künftige Ausrichtung des BFV und stellen die Weichen für die künftige Entwicklung des Amateurfußballs in Bayern. Zudem werden zahlreiche Ehrengäste wie Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann, DFB-Präsident Bernd Neuendorf oder auch 1860-Coach Michael Köllner erwartet.

Für den Posten des BFV-Präsidenten und damit für die Nachfolge von Dr. Rainer Koch haben drei Kandidaten ihren Hut in den Ring geworfen: Christian Bernkopf (Betreuer Landesliga Südost; nominiert vom Bezirkstag Niederbayern), Christoph Kern (Bezirks-Vorsitzender Schwaben; nominiert vom Bezirks-Ausschuss Schwaben), Robert Schraudner (Vize-Präsident, Bezirks-Vorsitzender Oberbayern; nominiert vom Bezirkstag Oberbayern und vom Bezirks-Ausschuss Oberbayern).

Die drei Kandidaten im Überblick:

Christian Bernkopf

Christian Bernkopf ist 44 Jahre alt und Fertigungsleiter. Der Heimatverein des Funktionärs aus dem Kreis Niederbayern Ost ist der SV Rathsmannsdorf. Seit dem Jahr ist er Kreis-Vorsitzender Niederbayern Ost, stellvertretender Bezirks-Vorsitzender Niederbayern und Betreuer der Landesliga Südost. Elf Kernpunkte stehen auf der Agenda von Bernkopf, die wichtigsten sind dabei die Steigerung der Zahl der Spieler und Spielerinnen und Mannschaften bei Kindern, Junioren und Erwachsenen sowie die Schiedsrichtergewinnung und -erhalt. Als zentrale Kernaussage will Bernkopf die Sorgen und Bedürfnisse der Vereine mehr Beachtung schenken: “Wir müssen zum einen die Sorgen und Bedürfnisse unserer Mitgliedsvereine mehr in den Mittelpunkt rücken und gleichzeitig weiterhin den Spielbetrieb mit all seinen Facetten bestmöglich als neutrale Instanz organisieren. Hieraus ergibt sich teilweise ein gewisses Spannungsfeld, welches durch viel Austausch und das Einfließen von Anregungen der Vereinsverantwortlichen bestmöglich abgebaut werden muss. Dies erfordert ein Vertrauensverhältnis zwischen allen Verbandsebenen und den Vereinsverantwortlichen, das wir noch deutlicher verbessern sollten.”

Christian Bernkopf war die letzten Jahre der Spielleiter der Landesliga Südost.
BFV / Fabian Frühwirth

Dr. Christoph Kern

Dr. Christoph Kern ist 39 Jahre alt, ist Jurist und stammt eigentlich aus Unterfranken. Der zweifache Familienvater ist Bezirks-Vorsitzender von Schwaben und pfeift als Schiedsrichter für den SSV Wildpoldsried. Sechs zentrale Thesen hat Kern auf seiner Agenda: Zum einen will er einen Generationswechsel an der Verbandsspitze einleiten, dann mehr Präsenz vom Verband bei den Vereinen zeigen, um ansprechbar, nahbar und ehrlich zu sein. Moderne Strukturen gemäß dem Motto: Entscheidungsfindungen von “unten nach oben” will der 39-Jährige ebenso schaffen wie er Aufgaben und Verantwortung verteilen will. Auch die Finanzen hat Kern im Blick und will den Verband nachhaltig aufstellen. Zudem soll der BFV wieder eine starke Stimme beim DFB haben. “Die Herausforderungen der kommenden vier Jahre erfordern konkrete Antworten. Es ist richtig und wichtig, dass wir alle Punkte als solche erkennen, offen und transparent ansprechen sowie strategische Ziele entwickeln und Perspektiven schaffen. Für mich gilt es, u.a. folgende Themen anzugehen: Gewinnung und Begeisterung von Junior*innen sowie von Schiedsrichter*innen, verstärkte Qualifizierung der Trainer*innen, Steigerung der Attraktivität des Ehrenamts, insbesondere durch Bürokratieabbau, steuerrechtliche Erleichterungen für Vereine und Vereinsfunktionär*innen. Wir brauchen also eine Vision und damit einhergehend konkrete Umsetzungsschritte. Es gilt, fortwährend Schritte nach vorne zu gehen. Unsere Ehrenamtlichen sowohl in den Vereinen als auch im Verband sowie unsere hauptamtlichen Mitarbeiter*innen verdienen es, dass wir präsent, aufmerksam, nahbar und ehrlich sind und dabei bereit sind, auch kritische Rückmeldungen konstruktiv auf- und anzunehmen.”

Dr. Christoph Kern
BFV / Fabian Frühwirth

Robert Schraudner

Robert Schraudner ist sicherlich der bekannteste der drei Kandidaten. Schließlich wirkt der 58-Jährige schon länger beim BFV und machte vor allem während der Corona-Krise eine gute Figur, als er oftmals bei wichtigen Fragen das Gesicht des BFV darstellte. Seit 2017 ist Schraudner Vizepräsident des BFV und zugleich seit 2015 Bezirksvorsitzender des Bezirks Oberbayern. Der vierfache Familienvater will zum einen dafür Sorge tragen, dass Fußball auch weiterhin die attraktivste Sportart bleibt und zum anderen seine vielfältigen Aufgaben im Verband wie Leiter Pro Amateurfußball, Leiter Bildungskommission, Leiter Corona Task Force und Strategieentwicklung BFV 2026 fortsetzen. Im Gegensatz zu den beiden anderen Kandidaten verzichtet Robert Schraudner auf eine zentrale Aussage, will aber großen Wert legen auf die Gewinnung von neuen Spieler und Spielerinnen, neuen Schiedsrichtern und Mannschaften sowie die Ausbildung von mehr qualifizierten Trainern. Das Ehrenamt soll weiter gestärkt werden, genau wie das Image des Amateurfußballs. Ebenso wie die beiden anderen Kandidaten hat Schraudner die Sicherstellung der Verbandsfinanzen im Blick und will die Position des BFV gegenüber der Politik, dem BLSV und dem DFB stärken, sowie Gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigen.

Robert Schraudner
BFV / Fabian Frühwirth

Der neue Rahmenfinanzplan

Zudem wird der von Schatzmeister Jürgen Faltenbacher erarbeitete Rahmenfinanzplan für die kommenden vier Jahre vorgestellt. Die Delegierten haben ebenso über einen Leitantrag mit Kernthemen zu anstehenden Herausforderungen unter dem Titel „BFV 2022 – 2026“ zu entscheiden, wie über den Initiativantrag „Ohne Schiri geht es nicht“, der eine Neuausrichtung der Rahmenbedingungen des Schiedsrichterwesens im Freistaat vorsieht. In Bad Gögging werden zudem die auf den Kreis- und Bezirkstagen ermittelten Ergebnisse der Meinungsbilder vorgestellt und darüber auch entschieden – hier geht es um die Wiedereinführung der Zehn-Minuten-Strafe im Erwachsenen-Bereich oder die Abschaffung der Auswärtstorregel. Zudem haben die Stimmberechtigten insgesamt neun Vereinsanträge zu behandeln, die bei den Bezirkstagen Zustimmung gefunden hatten.

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Der BFV-Verbandstag

Der BFV-Verbandstag ist das höchste Beschluss-Gremium des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) und findet regulär alle vier Jahre statt. Auf dem Verbandstag wählen die Vereinsvertreter, die die Mehrheit stellen, und die auf den vorangestellten Kreis- und Bezirkstagen gewählten Vertreter die höchsten Repräsentation des Bayerischen Fußball-Verbandes und stimmen über grundlegende Anträge ab.

Der 26. Ordentliche BFV-Verbandstag am 24./25. Juni 2022

Am 24./25. Juni 2022 findet der 26. Ordentliche Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging (The Monarch Hotel, Kaiser-Augustus-Str. 36, 93333 Bad Gögging) statt.

In diesem Jahr wird dabei auch über die Nachfolge des langjährigen BFV-Präsidenten Rainer Koch abgestimmt, der unmittelbar nach dem DFB-Bundestag im Frühjahr 2022 bekanntgab, nicht für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.


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