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Artikel veröffentlicht am 23.03.2020 um 12:00 Uhr
Klare Kante von Max Habermann: “Der Auf- und Abstieg interessiert mich nicht”
In der Haut des Kreisspielleiters will man im Moment nicht stecken, denn Max Habermann bekommt Anfragen ohne Ende, wie es denn nach der Coronakrise weitergeht. Für den Funktionär meistens völlig unnötige Fragen - viel mehr Sorgen macht sich Habermann um seine eigene Gesundheit und wie es die Vereine schaffen die Krise zu überstehen.
Von Sebastian Baumann
Die Frage nach der Auf- und Abstiegsregelung nach der Coronakrise kann Max Habermann nicht mehr hören. “Der Auf- und Abstieg interessiert mich im Moment überhaupt nicht, wir müssen jetzt erst einmal schauen, wie es mit dem Virus weitergeht und dass alle gesund bleiben.” Der Grund warum den Kreisvorsitzenden solche Themen gerade nicht interessieren, ist einleuchtend. Denn ohne einen konkreten Termin für einen Wiederbeginn der Rückrunde und Entwarnung der Gesundheitsexperten macht es überhaupt keinen Sinn über mögliche Modalitäten zu sprechen. “Wenn ein Termin feststeht, dann wird es sicherlich eine Entscheidung geben. Der Verband macht sich dazu auch schon Gedanken, aber ohne Termin macht das alles keinen Sinn.” Auch die Frage wie es mit Wechseln nach der Halbjahresfrist steht in der Spieler ohne Ablöse wechseln, stellt sich für Habermann im Moment noch nicht. “Wir haben ja noch nicht so lange Pause.” Und wenn die Pause länger dauert, dann gäbe es auch Möglichkeiten des Verbandes die Wechsel für diese schwierige Phase neu zu regeln. Eines ist dem Kreisspielleiter aber klar: Egal zu welcher Entscheidung es kommt, es wird immer Unzufriedenheit geben über die gefundene Lösung.

Sorge um die Verein im Spielkreis und ganz Bayern

Mehr Sorgen macht sich der Kreisspielleiter neben der Sorge um die persönliche Gesundheit vor allem um die Vereine. “Da mache ich mir viel mehr Gedanken. Wenn du ein kleiner Verein bist, der sein Sportheim selber bewirtschaftet, dann mag das noch gehen. Dann hast du vielleicht fehlende Einnahmen von einer Sportheimbewirtschaftung von 2000 Euro. Aber was machst du denn als Verein, wenn du dein Sportheim verpachtet hast und der Pächter auf die Einnahmen aus dem Spielbetrieb angewiesen ist? Da sind dann schnell mal 30 oder 40.000 Euro weg. Und das stellt die Vereine dann schon vor große Probleme”, gibt Max Habermann Einblick in seine Gedanken. Auch die Gesamtlage in Deutschland macht sich der Funktionär Sorge. Denn wenn weiterhin viele Geschäfte nicht öffnen dürfen, dann fehlen über kurz oder lang auch Sponsorengelder. “Sind wir doch mal ehrlich. Die Vereine werden meistens von kleinen und lokalen Mittelständlern oder Kleinbetrieben unterstützt, die daran eben Spaß haben. Wenn diese Betriebe aber keine Einnahmen mehr haben, dann müssen die vielleicht Insolvenz anmelden und stellen die Unterstützung ein.”

Max Habermann
anpfiff.info


In Summe könnten dadurch viele Vereine in Existenznot kommen und müssten mit den finanziellen Einbußen erst einmal klarkommen. Trainer und Spieler sieht der Funktionär hingegen erst einmal nicht in finanziellen Nöten. “Das ist ja immer noch Amateurfussball und das Hobby. Es gibt sicherlich Trainer, die das Hauptamtlich machen, aber der Rest hat da dann eher keine Probleme. Wenn aber viele Vereine finanzielle Probleme haben, dann kann auch der Verband nicht allen helfen. Irgendwer wird hinten runter fallen.” Schließlich lebt der BFV auch von Zuschüssen vom DFB. BFV-Präsident Dr. Rainer Koch sagte selber in einem Facebook-Post, dass der DFB einen zweistelligen Millionenbetrag auffangen muss und der BFV bis zum Jahresende einen erheblichen Millionenbetrag als Minus machen wird.

Die schönste Nebensache der Welt ist eben nur Nebensache

Kein Wunder, dass Max Habermann im Moment keine Gedanken an irgendwelche Regularien verschwendet, sondern erst einmal abwarten will, wie  und vor allem wann es weitergeht. “Meine persönliche Meinung ist, dass wir ab dem 19. April erst einmal nicht spielen können. Dann müssten wir eh noch die 14 Tage Anlaufzeit mit einrechnen. Wenn man dann den ganzen Gesundheitsexperten glauben schenken kann, dann ist die Gefahr von dem Virus noch lange nicht gebannt. Einige sprechen ja sogar von zwei Jahren.” Allerdings kann auch Max Habermann nicht verheimlichen, dass er schon gerne schon wieder auf den Fußballplatz zurückkehren würde. “Zur Zeit macht man eben andere Dinge, aber bei dem schönen Wetter wäre ich schon gerne auf einem Fußballplatz gewesen. Und auch wenn immer alle auf die Spieler und Schiedsrichter schimpfen, ist es immer schön. Im Moment geht aber die Gesundheit vor.” Schließlich ist die schönste Nebensache der Welt in der aktuellen Situation eben nur eine Nebensache - und andere Dinge stehen verstärkt im Vordergrund.

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