Fränkische Rivalen zur Winterpause: Die Problemzonen von Nürnberg und Fürth in 2025/26 - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 17.12.2025 um 19:00 Uhr
Fränkische Rivalen zur Winterpause: Die Problemzonen von Nürnberg und Fürth in 2025/26
Die Hinrunde der 2. Bundesliga glich einer Achterbahnfahrt. Kaum ein Wochenende ohne neue Wendung. Besonders hart traf es die Fans der fränkischen Erzrivalen. Beide Traditionsklubs schwankten zwischen Hoffnung und Frust. Viele Spiele, viele Geschichten – und einige Baustellen, die im zweiten Saisonabschnitt dringend bearbeitet werden müssen.
Von Manni Meisenkaiser
unsplash
Zahlen, die mehr verraten als die Tabelle

Insbesondere beim 1. FC Nürnberg erzählt die nackte Tabelle nur einen Teil der Wahrheit. Ein Blick auf die xG-Daten macht Mut. Rein spielerisch hätte der Club deutlich besser abschneiden müssen und laut Statistik sogar rund fünf Plätze höher stehen können. Das Hauptproblem lag vorne: Nürnberg erzielte vier Treffer weniger, als es die Qualität der Chancen vermuten ließ. Auch defensiv war man etwas anfällig und kassierte knapp zwei Gegentore zu viel. Unterm Strich bleibt aber der Eindruck, dass hier mehr Substanz vorhanden ist, als es der Tabellenplatz vermuten lässt.

Bei Greuther Fürth sieht das Bild deutlich anders aus. Das Kleeblatt steht aktuell rund drei Plätze besser da, als es die xG-Werte hergeben würden. Vor allem offensiv überperformte Fürth und erzielte fast fünf Tore mehr als erwartet. Gleichzeitig offenbart die Defensive große Probleme: Über neun Gegentore mehr als prognostiziert sprechen eine klare Sprache. Die Balance fehlt – noch.

Nürnbergs offene Baustellen im Detail

Offensiv ließ der Club in der Hinrunde zu viel liegen. Chancen waren reichlich da: Über zwei Großchancen pro Spiel sind ein ordentlicher Wert. Dazu kommen 51% Ballbesitz, eine starke Passquote von 85% und durchschnittlich 5,5 Ecken. Doch das große Manko bleibt die Effizienz. Mehr als 70% der Großchancen wurden vergeben. Nürnberg spielt sich oft gut nach vorne, belohnt sich aber zu selten.

Auch gegen den Ball ist Luft nach oben. Nur zweimal blieb Nürnberg ohne Gegentor. Die Defensivarbeit wirkt phasenweise zu passiv. 14,3 Tackles pro Spiel bedeuten Platz 17 ligaweit, abgefangene und geklärte Bälle liegen ebenfalls im unteren Drittel. Selbst bei der Laufleistung reicht es nur zu Rang 15. Will der Club stabiler werden, muss hier mehr kommen.

Fürths Gratwanderung zwischen Mut und Risiko

Offensiv macht Greuther Fürth in dieser Saison einiges richtig. Zwar erspielt sich das Team im Schnitt nur etwas mehr als 1,6 Großchancen pro Partie, doch diese werden bemerkenswert effizient genutzt. Fast jede zweite klare Gelegenheit führt zu einem Treffer. Auch die geringe Anzahl an Abschlüssen – mit rund zwölf Schüssen pro Spiel liegt das Kleeblatt ligaweit auf dem vorletzten Platz – fällt kaum ins Gewicht. Entscheidend ist die Qualität der Aktionen im letzten Drittel. Fürth braucht nicht viele Chancen, um gefährlich zu sein.

Ganz anders stellt sich die Lage in der Defensive dar. 42 Gegentore bedeuten den Höchstwert der Liga, lediglich einmal blieb man ohne Gegentreffer. Auch die physischen Daten sind alarmierend: Platz 16 bei der Laufdistanz, Rang 18 bei den Sprints und Platz 17 bei intensiven Läufen. Gleichzeitig zeigen starke Werte bei geklärten und abgefangenen Bällen, dass defensives Potenzial vorhanden ist – es fehlt vor allem an Konstanz und Abstimmung.

Experten blicken mit Spannung auf die Rückrunde


Beim 1. FC Nürnberg überwiegt trotz aller Schwächen der Optimismus. Ein Blick auf das komplette Wettangebot zeigt: Der Club gilt nicht als Abstiegskandidat. Experten trauen dem Team von Miro Klose einen sicheren Platz im Mittelfeld zu. Manche schließen sogar einen überraschenden Lauf Richtung obere Tabellenregion nicht aus. Als mögliches Dark Horse taucht Nürnberg immer wieder auf – die ideale Ausgangslage für Quotenjäger unter Tippern.

Greuther Fürth wird kritischer gesehen. In vielen Prognosen zählt das Kleeblatt zum Kreis der Abstiegskandidaten, gemeinsam mit Dresden, Magdeburg und Düsseldorf. Doch die Vergangenheit zeigt: Fürth kann Abstiegskampf. Die Mannschaft hat bereits bewiesen, dass sie Krisen überstehen und rechtzeitig punkten kann.

Am Ende bleibt für beide Lager Hoffnung. Nürnberg muss sich endlich belohnen, Fürth defensiv stabilisieren. Gelingt das, könnte die Rückrunde für beide fränkischen Rivalen mehr Freude als Frust bringen – und neue Geschichten für ihre Fans schreiben.



Kommentar abgeben

Kommentare werden unter Deinem Nicknamen und erst nach Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht.

Leser-Kommentare

anpfiff-Ticker

12.12.2025 13:27 Uhr
Kai Schreiber
09.11.2025 23:04 Uhr
Frank Scheller
03.11.2025 10:50 Uhr
Maximilian Schaffer
12.10.2025 22:49 Uhr
Sven Broderdörp
30.09.2025 11:27 Uhr
Simon Fischer
9561 Leser nutzen bereits mein-anpfiff-PLUS


Meist gelesene Artikel


anpfiff-Geschenkabo


Neue Kommentare

gestern 11:01 Uhr | Der Oberfranke
Frohes Fest und einen guten Rutsch: Achtung, es wird wieder besinnlich...
29.12.2025 10:48 Uhr | thomas23
Kabinengeheimnisse des TV Ebern: Samba, Spezi, Sonntagsessen
23.12.2025 10:10 Uhr | Detlef1
Sechs Punkte - schlechteste Bilanz: Katastrophale Vorrunde der Schnüdel
15.12.2025 14:14 Uhr | MR21
Berufung durch das BFV-Präsidium: Günter Schuh ist neuer Kreis-Vorsitzender!
12.12.2025 06:03 Uhr | Steinbock

mein-anpfiff-PLUS

Im kostenfreien mein-anpfiff-PLUS-Bereich erhalten Sie persönliche Informationen und können weitere Funktionen nutzen:
-
alle Neuigkeiten, die Ihre Person betreffen (neueste Benotungen, Glückwünsche zu Torerfolgen etc.)
-
persönliches Profil hinterlegen
-
einsehen, welcher User Sie in seine Interessensliste aufgenommen hat
-
Spiel- und Trainingspläne erstellen und ausdrucken
-
Teilnahme an Gewinnspielen und Umfragen

Haftungshinweis

Wir übernehmen keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für die Inhalte und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen ist ausschließlich der jeweilige Anbieter bzw. Betreiber der verlinkten Webseite verantwortlich. Zum Zeitp


Diesen Artikel...