Bayerische der Frauen: Vier Franken beim "Heimspiel" - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 21.01.2026 um 20:30 Uhr
Bayerische der Frauen: Vier Franken beim "Heimspiel"
Die Gerd-Lohwasser-Halle in Erlangen ist am kommenden Sonntag Austragungsort für die 21. Bayerischen Hallenmeisterschaften der Frauen. Da Titelverteidiger SV Frauenbiburg in der Quali scheiterte, wird es in jedem Fall neue Hallen-Königinnen geben. Welche Ambitionen hegen die vier fränkischen Vertreter? anpfiff.info fragte in Erlangen, Fürth, Weißenstadt und Adelsberg-Karsbach nach...
Von Bernd Riemke
Im vergangenen Jahr holte der SV Frauenbiburg für Niederbayern den Titel
Bernd Riemke
Der SV Frauenbiburg schloss durch seinen Finalsieg im vergangenen Jahr zu Rekordchampion FFC Hof auf. Beide Vereine sicherten sich bereits dreimal die bayerische Hallenkrone. Zuletzt ging der Titel zweimal in Serie nach Niederbayern (2024 FC Ruderting, 2025 SV Frauenbiburg), das damit insgesamt fünf Siege zu Buche stehen hat – genauso viele wie der Bezirk Schwaben. Der Titelverteidiger verlor diesmal in niederbayerischen Finale gegen FC Ruderting knapp mit 1:2 und muss seine Krone daher kampflos abtreten. Die Schar der ambitionierten Anwärter ist groß.

Gruppe A

SpVgg Greuther Fürth 2


Premiere für das kleine Kleeblatt. Premiere, weil noch nie ein Team der SpVgg Greuther Fürth für das Landesfinale qualifiziert war. Und „kleines Kleeblatt“, weil die Kickerinnen vom Ronhof mit ihrer U23 zum bayerischen Landesfinale anreisen, wie Trainer Tobias Auer (Bild) bestätigte. Bei den beiden Qualiturnieren war es sogar eine U19, die sich jedoch mit spielerisch überzeugenden Darbietungen vollkommen zurecht die mittelfränkische Hallenmeisterschaft sicherte. „Viele unserer Mädels haben echt Bock auf Halle. Da steht der Spaß absolut im Vordergrund. Aber Gewinnen macht eben am meisten Spaß“, so Auer vielsagend, der auf der einen Seite zwar jeglichen Druck von seiner Mannschaft nimmt, sein Team auf der anderen Seite aber doch gerne im Halbfinale sehen würde. „Danach ist sowieso alles möglich, denn Futsal ist gnadenlos. Es gibt wahnsinnig viele Umschaltmomente und ein Fehler kann spielentscheidend sein“, so der Trainer der SpVgg, der hofft, wieder eine ähnliche geschlossene Mannschaftsleistung aufs Parkett zaubern zu können, wie das bei der Bezirksmeisterschaft der Fall war.

Zu tun bekommen es die Grün-Weißen unter anderem mit Rekordteilnehmer SC Regensburg. Der Bayernligist ist zum 14. Mal dabei und landete zuletzt 2024 auf einem starken 3. Platz. Gewinnen konnte die Oberpfalz die Bayerische Hallenmeister noch nie und ist damit der einzige Bezirk ohne Titel. Im Gegensatz dazu feiert der FC Falke Markt Schwaben ebenso wie das kleine Kleeblatt seine bayerische Finalpremiere. Der Bezirksoberligist eliminierte auf dem Weg zum Triumph in Oberbayern unter anderem die beiden Bayernligisten FC Stern München und TuS Bad Aibling. Komplettiert wird die Vorrundengruppe A von der SpVgg Kaufbeuren. Die Schwaben sind zum insgesamt dritten Mal dabei und blicken in ihrer Historie auf einen 4. und einen 7. Rang. In den vergangenen drei Jahren kämpften sich die schwäbischen Vertreter stets bis ins Halbfinale vor.


Erst vor Wochenfrist sicherte sich die SpVgg Weißenstadt erstmalig die oberfränkische Hallenkrone. 
Gerd Gätzschmann / anpfiff.info

Gruppe B

SpVgg Weißenstadt


Wir machen uns keinen Druck. Für jede von uns ist die Teilnahme etwas Besonderes und wir freuen uns unheimlich auf das Turnier“, sagt Sophia Görisch (Bild) und ergänzt: „Träumen darf man immer“. Der kleine Wirbelwind erzielte bei der oberfränkischen Bezirksmeisterschaft die meisten Tore im Turnier, wenngleich die Fichtelgebirglerinnen insbesondere mit einer konzentrierten Defensivleistung und einer überragenden Torhüterin Marie-Luise Mineur zu überzeugen wussten. „Uns zwölf Minuten in der eigenen Hälfte einbunkern, wird uns nicht helfen. Wir haben sehr viele Instinktfußballerinnen, die nach vorne die Qualität haben, spielerische Momente zu kreieren“, fährt Görisch fort. Weißenstadt ist ebenfalls zum ersten Mal in der Vereinshistorie für das bayerische Landesfinale qualifiziert und kann bei aller erwartbaren Nervosität dennoch mit breiter Brust anreisen. Beim oberfränkischen Bezirksfinale gewann die SpVgg jedes Spiel und kassierte im gesamten Turnierverlauf nur einen einzigen Gegentreffer. „Wir sind ein sehr junges Team, aber eben auch sehr ehrgeizig. Wir wollen jede Chance wahrnehmen…“, schließt Görisch vielsagend und schielt mit mindestens einem halben Auge wohl insgeheim auch aufs Halbfinale.


Marie Theres Franz (re.) im Trikot des FC Karsbach bei der Bayerischen Meisterschaft 2016. Zehn Jahre später kehrt sie mit dem FFC Adelsberg-Karsbach auf die große Bühne zurück. 
Gerd Gätzschmann / anpfiff.info


FFC Adelsberg-Karsbach

Viermal nahm der FC Karsbach in der Vergangenheit am bayerischen Landesfinale teil. Zuletzt 2016, als die Unterfränkinnen mit einem fünften Rang ihre beste Platzierung abriefen. Im Jahr 2024 tat sich der FC Karsbach mit der SpVgg Adelsberg zusammen und gründete den FFC Adelsberg-Karsbach. Spielführerin des Bezirksoberligisten ist Marie-Theres Franz, die mit dem FC Karsbach schon dreimal bayerische Finalluft schnupperte. „Zehn Jahre danach“ ist sie wieder qualifiziert und freut sich beinahe grenzenlos auf das „Riesending! Genau das ist es für uns, weil wir erst vor knapp zwei Jahren neu gegründet wurden“, gewährt Franz emotionale Einblicke. Trainiert von Markus Lützler präsentierten sich die rot-blauen Frauen beim unterfränkischen Bezirksfinale nach anfänglicher Ladehemmung als gut funktionierende Einheit, die sowohl spielerisch zu überzeugen wusste, als auch körperlich robust auftrat und sich daher folgerichtig den Bezirkstitel im Nordwesten des Freistaates sicherte. „Ein Platz unter den Top 5 wäre toll. Eine Halbfinalteilnahme das i-Tüpfelchen“, sagt Marie-Theres Franz vor ihrer persönlichen Rückkehr auf das bayerische Hallenparkett. Zum Zünglein an der Waage könnte Torfrau Melissa Mennig mutieren, die nicht nur im Bezirksfinale nervenstark auftrat und den defensiven Grundstein für den Mannschaftserfolg legte.

SpVgg Erlangen


Einmal war die Spieli bereits Gast bei der Bayerischen. Im Jahr 2024 reichte es nur zum 8. Platz. Nun kehrt die SpVgg Erlangen als Ausrichter zurück und ist vor allem voller Stolz und Vorfreude auf das „Heimspiel im eigenen Wohnzimmer“, wie Sara Denndorf (Bild) bekräftigt. „Seit Wochen und Monaten investieren viele Freiwillige viel Zeit und Energie, um die beiden Finalturniere der Herren und Frauen zu organisieren. Unser höchster Respekt und das größte Dankeschön gilt allen, die dieses Turnier möglich machen“, so Denndorf weiter, die sich zwar gerne als ausgesprochen guter Gastgeber präsentieren möchte, sportlich aber auch den Anspruch hat, Spiele zu gewinnen. „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass wir in der Lage sind, Favoriten zu ärgern“, fährt die Mittelfeldstrategin fort und möchte sich mit „Dabei sein ist alles“ nicht zufrieden geben. Vielmehr sagt sie: „Dabei sein ist überragend, Mitspielen und Gewinnen aber noch besser!“ Die Anspannung vor dem „Finale dahoam“ ist zwar spürbar groß, die Vorfreude, vor eigenem Publikum auflaufen zu dürfen, aber ebenso. „Wenn wir als Einheit auftreten, sind wir mehr als die Summe unserer Einzelteile – und genau das wollen wir bei der Bayerischen Meisterschaft zeigen“, gibt sich Denndorf kämpferisch.

In die Phalanx der drei fränkischen Vertreter mischt sich der vermeintliche Turnfavorit. Der derzeitige Tabellenführer der Bayernliga FC Ruderting ist zum fünften Mal dabei, kam bei jedem Turnier mindestens bis ins Halbfinale, stand zweimal im Finale und konnte es 2024 für sich entscheiden. Die Niederbayerinnen werden also zweifelsohne die Gejagten sein – die Schar der Herausforderer ist indes groß.

anpfiff.info ist am Sonntag für Sie in gewohnter Weise live vor Ort und wird ausführlich in Wort und Bild von der Bayerischen Hallenmeisterschaft der Frauen aus der Gerd-Lohwasser-Halle in Erlangen berichten.

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Bayerische Hallenmeisterschaften der Frauen

Infos zum Turnier

Datum: 25.01.2026 11:00 - 20:00 Uhr
Sportstätte: Gerd-Lohwasser-Halle Erlangen
Hallentyp: ohne Bande / Futsalregeln
Ausrichter: Bayerischer Fußballverband
Veranstalter: SpVgg 1904 Erlangen

Gruppen und Tabellen

Vorrunde
Gruppe A
1
SpVgg Kaufbeuren
3
6:2
9
2
SpVgg Gr. Fürth 2
3
4:2
6
3
FC F. Markt Schwaben
3
3:5
3
4
SC Regensburg
3
3:7
0
Gruppe B
1
FC Ruderting
3
5:0
9
2
SpVgg Erlangen
3
5:2
6
3
SpVgg Weißenstadt
3
3:6
3
4
FFC Adelsberg-Karsb.
3
1:6
0

Turnierplan und Ergebnisse

Vorrunde / 1 x 14 min
Sonntag, 25.01.2026
11:00
Kaufbeuren - Markt Schwaben
11:18
Greuth. Fürth 2 - SC Regensburg
11:36
Ruderting - Weißenstadt
11:54
SpVgg Erlangen - Adelsb.-Karsb.
 
12:12
Kaufbeuren - Greuth. Fürth 2
12:30
SC Regensburg - Markt Schwaben
 
12:53
Ruderting - SpVgg Erlangen
 
13:11
Adelsb.-Karsb. - Weißenstadt
 
13:29
Markt Schwaben - Greuth. Fürth 2
 
13:47
SC Regensburg - Kaufbeuren
 
14:05
Weißenstadt - SpVgg Erlangen
 
14:23
Adelsb.-Karsb. - Ruderting
Halbfinale / 1 x 14 min
Sonntag, 25.01.2026
 
14:50
Kaufbeuren - SpVgg Erlangen
15:10
Ruderting - Greuth. Fürth 2
Platzierungsspiele / 1 x 14 min
Sonntag, 25.01.2026
Spiel um Platz 7
 
15:30
SC Regensburg - Adelsb.-Karsb.
Spiel um Platz 5
15:50
Markt Schwaben - Weißenstadt
Spiel um Platz 3
16:15
SpVgg Erlangen - Greuther Fürth
Finale / 1 x 14 min
Sonntag, 25.01.2026
16:40
Kaufbeuren - Ruderting

Top-Torschützen

SC Regensburg
2
SC Regensburg
1

Turnier-Statistik

Spiele
18
Tore gesamt
45
6m-Strafstoß-Tore (ohne 6m-Schießen)
0
Gelbe Karten
1
Zeitstrafen
0
Gelb-rote Karten
0
Rote Karten
0
Zuschauerschnitt
-

Turnier-Modus

Finalisten JOBRAD® Bayerische Hallenmeisterschaft der Frauen

- SpVgg 04 Erlangen (Ausrichter)
- SpVgg Kaufbeuren (Sieger Schwaben)
- SC Regensburg (Sieger Oberpfalz)
- SpVgg Greuther Fürth (Sieger Mittelfranken)
- FFC Adelsberg-Karsbach (Sieger Unterfranken)
- FC Ruderting (Sieger Niederbayern)
- FC Markt Schwaben (Sieger Oberbayern)
- SpVgg 1921 Weißenstadt (Sieger Oberfranken)

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