Bayreuther Hallenstadtmeisterschaft: Dunkle Wolken über der Kultveranstaltung - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 12.10.2023 um 10:00 Uhr
Bayreuther Hallenstadtmeisterschaft: Dunkle Wolken über der Kultveranstaltung
Seit vielen Jahren sind die Bayreuther und Kulmbacher Stadtmeisterschaft die Highlights in der Winterpause und stellen, was den Zuschauerzuspruch betrifft, insbesondere das Futsal-Geschehen in ganz Bayern völlig in den Schatten. Doch jetzt sorgen mehrere Faktoren dafür, dass die erfolgreiche Veranstaltung in der Oberfrankenhalle künftig in Frage stehen könnte. Ein Kommentar.
Von Hans-Jürgen Wunder
Lange Zeit schien die Bayreuther Stadtmeisterschaft nahezu unverwüstlich zu sein und selbst Corona konnte dem Budenzauber in der Oberfrankenhalle nichts anhaben. Denn nach der Pandemie fanden sich zuletzt im Januar 2023 weit über 2000 Besucher im Bayreuther Sportpark ein, um dem Turniersieg der Saaser beizuwohnen. Allerdings deutete sich bereits kurz danach an, dass es Veränderungen geben wird, die der Attraktivität des Turniers wenig zuträglich sind. Das betraf zunächst den Zeitplan. Wie das Sportamt mitteilte, wird es nicht mehr mögliche sein, die Veranstaltung in den ersten Tagen des neuen Jahres 2024 komplett durchzuführen, weil die Basketballer in diesem Zeitraum Hallenzeiten für sich beanspruchen. Die Kultveranstaltung hatte dort anscheindend keine Priorität mehr. Als Alternativen wurde die Verlegung der Jugendspiele in eine andere Halle und auch eine Aufstückelung der Turnierserie vor und nach der Jahreswende angedacht. Beide Möglichkeiten hätten die Attraktivität der Gesamtveranstaltung gemindert. Dass jetzt die Hallenkugel durchgehend bis Silvester in der angestammten Spielstätte rollt, ist allerdings eine Lösung mit einem gewaltigen Haken. Wie sollen die Sieger bezeichnet werden, der den Titel erringt? - denn einen Stadtmeister 2023 gibt es bereits. 

Hat die Stadtmeisterschaft in der Oberfrankenhalle eine Zukunft?
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Höherer Aufwand, weniger Zuschauer?   

In den letzten Jahren wurde die Stadtmeisterschaft im Hallenfußball konsequent weiterentwickelt, ergänzt und professionalisiert. Etwa durch das Frauenturnier, das im vergangenen Januar erstmals stattfinden konnte oder durch die Erstellung einer Broschüre, in der alle Spielpläne abgedruckt werden. Damit stieg aber auch der finanzielle Aufwand, zumal das Engagement alle Vereine honoriert wird, die eine Turnierleitung übernehmen. Mit der Absage der SpVgg Bayreuth beim Herrenturnier muss aber damit gerechnet werden, dass die Zuschauerzahlen und damit auch die Einnahmen zurückgehen, wenn das Zugpferd nicht mehr antritt und der Kampf "Klein gegen Groß" entfällt. Außerdem fällt aus Kapazitätsgründen der im Umkreis so beliebte Endspieltag mit den Landkreissiegern weg, was gerade bei den Jugendturnieren zu Zuschauereinbußen sorgen dürfte. Das stimmt bedenklich. Und auch das Engagement der Vereine ist im Rückwärtsgang. Der Sportring Bayreuth als Turnierleiter der größten Veranstaltung bei den Herren hat sich ebenso zurückgezogen wie die SpVgg Bayreuth und der ASV Oberpreuschwitz bei den Jugendturnieren, was wohl dem neuen Zeitfenster geschuldet ist. Gleichzeitig wurde am vergangenen Dienstag beim Runden Tisch deutlich, dass der Stadtsportverband als Organisator künftig wohl deutlich mehr für Sicherheit und Ordner ausgeben muss. Entsprechende Gespräche werden jetzt sicherlich in den nächsten Tagen stattfinden. Bislang schrieb die Veranstaltung zwar schwarze Zahlen, was letztlich dem Bayreuther Sport zugutekommt. Sollten sich aber Defizite auftun, weil vielleicht auch Sponsoren in schwierigen Zeiten ausfallen, stünde der Budenzauber in der Oberfrankenhalle wohl auf der Kippe. Unter dem Strich keine guten Zeiten.   

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