Artikel veröffentlicht am 21.04.2017 um 14:00 Uhr
Wer will? Wer kann? Wer darf?: Meisterentscheidung in der Bezirksliga
Die Teams der Bezirksliga Oberfranken West biegen unweigerlich auf die Zielgeraden der Saison 2016/17 ein. Im Kampf um Meisterschaft, Aufstieg und Relegationsrang befinden sich noch vier aussichtsreiche Kandidaten, die unterschiedlich offensiv mit ihren Zielvorstellungen für die ausstehenden Partien umgehen, wie anpfiff.info bei der Befragung der Trainer herausfand...
Von Bernd Riemke
TSV Sonnefeld (1. Platz, 24 Spiele, 52 Punkte)

Der Aufsteiger befindet sich nach wie vor in der komfortablen Lage, mit einem Vorsprung von fünf Zählern in das Saisonfinale zu gehen. Ungeachtet der Ergebniskrise der letzten Wochen, in denen der TSV von den letzten vier Begegnungen lediglich eine gewinnen konnte und der komfortable Vorsprung an der Tabellenspitze von einst elf auf eben jene fünf Zähler auf den aktuellen Zweiten zusammenschmolz, hält Sonnefeld alle Trümpfe in der Hand. Der kleine Kader hat derzeit mit verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen, ist aber gerade in puncto Erfahrung ausreichend bestückt, um für den Endspurt die nötigen Kräfte zu bündeln.

Restprogramm: Sonnefeld tritt nur noch zweimal auf heimischem Gelände an und muss noch viermal reisen. Vier der verbleibenden sechs Gegner befinden sich derzeit auf den Relegations- beziehungsweise Abstiegsplätzen. Dieser vermeintliche tabellarische Vorteil bedingt jedoch auch, dass es für jene Teams beinahe ums nackte Überleben geht und diese daher nichts zu verschenken haben.

Die direkten Vergleiche
FC Oberhaid (1:3 / 3:1)
TSV Ebensfeld (2:1 / 1:1)
SpVgg Ebing (2:0 / 2:0)


Das sagt der Trainer: „Meister werden wir, wenn wir fünf aus sechs Spielen gewinnen sollten. Das wird eine riesengroße Aufgabe. Wir müssen wieder an uns glauben, alles investieren und wieder als Mannschaft auf dem Platz auftreten. Die kommenden Spiele werden extrem umkämpft sein und durch den größeren Willen entschieden werden. Wir werden auf keinen Fall etwas herschenken und die Tabellenführung kampflos abgeben. Ziel ist aufgrund der Tabellenkonstellation ganz klar der Aufstieg. Sollten wir diese fünf Spiele allerdings nicht gewinnen, wird Oberhaid Meister, da sie die beste Mannschaft der Liga sind und nicht mehr viele Punkte abgeben werden.“

FC Oberhaid (2. Platz, 24 Spiele, 47 Punkte)

Das Momentum spricht für die „Oberhaader Jungs“, die 2017 noch ungeschlagen sind, in sieben Partien sechs Siege einfuhren und zuletzt nach 0:1-Rückstand auch dem Spitzenreiter aus Sonnefeld auf eigenem Gelände eine Niederlage beibrachten. 19 Punkte und bärenstarke 22:5 Tore sind die Bilanz des mit Abstand besten Teams der Liga im neuen Kalenderjahr. Mannschaftliche Geschlossenheit, geballte Offensivpower und eine wieder erlangte defensive Stabilität machen den FCO zur Mannschaft der Stunde, der auf einer Woge des Erfolgs noch einiges zuzutrauen ist.

Restprogramm: Richtungsweisenden Charakter wird das kommende Heimspiel unter der Woche gegen Mitkonkurrent TSV Ebensfeld haben. Der FCO muss noch zweimal auf Reisen gehen, hat aber vier Heimspiele im Rücken, in denen das begeisterungsfähige Publikum die beste Heimelf der Liga (zehn Siege in elf Spielen) stimmgewaltig nach vorne peitschen wird.

Die direkten Vergleiche
TSV Sonnefeld (1:3 / 3:1)
TSV Ebensfeld (26.4. / 0:0)
SpVgg Ebing (2:0 / 2:4)


Das sagt der Trainer: „Von Platz eins bis vier kann alles passieren. Ich sehe alle Mannschaften auf Augenhöhe. Ich hoffe, dass wir bis zum Schluss dabeibleiben können. Das Nachholspiel gegen Ebensfeld wird sicher eine wichtige Rolle spielen, aber auch die Spiele gegen Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken, werden schwer – von den Derbys ganz zu schweigen. Sicher ist, dass nichts sicher ist...“

TSV Ebensfeld (3. Platz, 24 Spiele, 46 Punkte)

Die letzte Heimniederlage datiert aus dem Mai vergangenen Jahres als der TSV noch in der Landesliga kickte. Im Laufe der bisherigen Spielzeit ist Ebensfeld im Karl-Reinlein-Stadion ungeschlagen, hat aber auch nur noch zwei Heimspiele ausstehen. Minimalistisch konnte die Gunreben-Elf die letzten drei Partien mit einem Tor Differenz gewinnen. Die Derby-Pleite in Unterleiterbach sowie das torlose Remis in Stegaurach könnten „Ebs“ im Saisonfinale noch teuer zu stehen kommen...

Restprogramm: Ebern, Kleintettau und Schammelsdorf fallen unter die Kategorie „Pflichtaufgaben“, wenn Ebensfeld am Ende im Kampf um den Aufstieg eingreifen will. Zum Saisonfinale steht ein Heimspiel gegen Mönchröden an, nach dem die Sektkorken knallen könnten. Ungeachtet dessen müssen Popp, Häublein & Co noch nach Oberhaid und Ebing reisen. In diesen Spielen wird eine Entscheidung (nicht nur) über den Weg des TSV fallen.

Die direkten Vergleiche
TSV Sonnefeld (1:1 / 1:2)
FC Oberhaid (0:0 / 26.4.)
SpVgg Ebing (1:0 / 14.5.)


Das sagt der Trainer: „Meister wird - obwohl Oberhaid zur Zeit die stärkste Mannschaft ist - der TSV Sonnefeld, da er sich aufgrund der ausgebufften Akteure und des lösbaren Restprogramms den Vorsprung von fünf Punkten nicht mehr nehmen lassen wird. Wir haben nur eine Chance auf Platz zwei, wenn wir die "Endspiele" bei den heimstarken Oberhaidern und Ebingern erfolgreich bestreiten. Dabei hoffen wir, dass unsere beiden Vorrundentorjäger Florian Häublein und Benedikt Quinger wieder mal treffen. Mit Dominik Kremer steht nach längerer Pause nun ein weiterer torgefährlicher Spieler wieder zur Verfügung, was uns sicherlich gut tun wird. Unser realistisches Ziel "oberes Drittel" dürften wir zumindest erreichen.“

SpVgg Ebing (4. Platz, 25 Spiele, 46 Punkte)

Abich hat im bisherigen Saisonverlauf erst fünf Partien verloren – viermal gegen direkte Mitkonkurrenten auf den ersten vier Plätzen. Mit anderen Worten: Gegen keines der anderen Topteams konnte die SpVgg den direkten Vergleich bisher für sich entscheiden. Das – sowie die Tatsache, dass das Kleeblatt nur noch fünf ausstehende Spiele hat – macht die Dumpert-Elf zum Außenseiter im Titelrennen. Einem, der jedoch nicht zuletzt dank des Heimspiels gegen Ebensfeld noch entscheidend eingreifen kann und zudem gegen die vermeintlich schwächeren Teams eine beeindruckende Bilanz aufweist. Wehe dem, der die SpVgg Ebing zu früh abschreibt...

Restprogramm: Schon am kommenden Wochenende treffen mit Merkendorf und Ebing zwei der punktbesten Teams des Jahres 2017 aufeinander. Darüberhinaus stehen der SpVgg bei zwei Heim- noch drei Auswärtsspiele vor der Brust. Zum Showdown könnte es am vorletzten Spieltag im Seestadion kommen, wenn dort der TSV Ebensfeld gastiert.

Die direkten Vergleiche
TSV Sonnefeld (0:2 / 0:2)
FC Oberhaid (4:2 / 0:2)
TSV Ebensfeld (14.5. / 0:1)


Das sagt der Trainer: „Meister wird Sonnefeld, weil sie aktuell mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle anführen. Wir wollen unsere noch ausstehenden Spiele erfolgreich gestalten, weil wir vorne dabeibleiben wollen.“

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Tabelle Bezirksliga Oberfranken

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
1
24
43:19
52
2
24
53:24
47
3
24
40:23
46
4
25
45:31
46
5
25
41:32
39
7
25
40:38
36
8
25
47:46
34
9
24
43:53
32
10
25
40:37
31
11
24
41:47
29
14
23
29:39
21
15
24
23:36
21
16
24
21:65
10
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit


Restprogramm Sonnefeld

So, 23.04.2017
16:00
A
 4:2
Mi, 26.04.2017
18:30
A
 1:2
Sa, 29.04.2017
16:00
H
 1:0
Sa, 06.05.2017
16:00
A
 2:0
So, 14.05.2017
14:00
H
 6:1
Sa, 20.05.2017
14:00
A
 1:4

Restprogramm Oberhaid

Mi, 26.04.2017
18:45
H
 0:3
Sa, 29.04.2017
16:00
A
 1:2
Mi, 03.05.2017
18:30
H
 6:4
So, 07.05.2017
16:00
H
 3:0
So, 14.05.2017
14:00
A
 2:3
Sa, 20.05.2017
14:00
H
 3:2

Restprogramm Ebensfeld

Fr, 21.04.2017
18:30
A
 1:0
Mi, 26.04.2017
18:45
A
 0:3
So, 30.04.2017
15:00
H
 1:1
So, 07.05.2017
14:00
A
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So, 14.05.2017
14:00
A
 2:3
Sa, 20.05.2017
14:00
H
 0:1

Restprogramm Ebing

So, 23.04.2017
15:00
A
 4:1
Sa, 29.04.2017
16:00
A
 0:0
So, 07.05.2017
15:00
H
 1:2
So, 14.05.2017
14:00
H
 2:3
Sa, 20.05.2017
14:00
A
 3:1

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