Artikel veröffentlicht am 21.06.2013 um 15:00 Uhr
Weltenbummler Torsten Spittler: GFT-Mitglieder von Techniktraining beeindruckt
Vor nahezu 100 Fußballtrainern aus ganz Oberfranken, referierte auf Einladung des Vorsitzenden Heinz Eger, Auswahltrainer Torsten Spittler vom Bayerischen Fußballverband, in Weismain über 'Grundsätze für positionsbezogenes Technik- bzw. Sondertraining'.
Von Gerd Schimmer
So lautete der Titel und das Motto des Vortrags von Torsten Spittler. Dahinter verbarg sich zunächst einmal die Frage, ob man denn einen Rechtsverteidiger anders trainieren müsse, als einen Stoßstürmer. Da dies sicherlich der Fall ist, sollte bei der Fortbildung der Umfang und das "Wie" geklärt und den Trainern sinnvolle Anregungen für die Arbeit mit ihren Teams gegeben werden.

Aufmerksam verfolgen die lizenzierten oberfränkischen Fußballtrainer den Praxisteil, den Torsten Spittler mit den B-Junioren des FC Coburg im Weismainer Stadion demonstrierte.
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Zunächst stand, wie gewohnt, die Praxis im ehrwürdigen Weismainer Stadion an, wobei diesmal die B-Junioren des FC Coburg als Trainingsspieler eine gute Figur abgaben. Torsten Spittler geizte weder mit Kritik, noch mit Lob und die Jugendlichen mussten hochkonzentriert die Einheit bestreiten. Nach dem Aufwärmen mit dem klassischen 4 gegen 2 - Spittler hält dies im Gegensatz zum 5 gegen 2 für sinnvoll - folgten Übungsreihen zum Aufbauspiel aus der Viererkette, zur Spielverlagerung und zum Erarbeiten von Torchancen. So gibt es laut Spittler z.B. für den Rechtsverteidiger nur drei Alternativen: Pass in die Spitze, weiter diagonaler Ball oder Pass auf den rechten offensiven Mittelfeldspieler. Für Lahm quasi: Mandzukic, Ribery oder Robben... Letzte Alternative wäre Neuer, also Rückpass. Altbewährte Mechanismen wie das Kreuzen der Stürmer, das Hinterlaufen der Außen und der gut temperierte Pass in die Tiefe gelten immer noch, "wie zu Zeiten von Heinz Eger", wie Spittler anmerkte.

"Weltenbummler" Torsten Spittler bei der Fortbildungsveranstaltung der GFT.
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Im Theorieteil wurden u.a. noch einmal Übungen zur Ballsicherheit und zum Überbrücken des Mittelfeldes veranschaulicht und nachbesprochen, ebenso wie einige Wege von der Übungsreihe hin zu Spielformen und dem Abschlussspiel, das ebenso unentbehrlich ist, um die erlernten Techniken zu verinnerlichen. Letztlich gibt es auf allen Positionen sich oft wiederholende Spielsituationen, die immer wieder trainiert werden müssen.
Zum Ende der Veranstaltung gab Spittler noch einen kurzen Einblick in seine außergewöhnlichen Trainerstationen: Mosambik, Jemen, Malaysia, Kanada oder gar Nepal, vom Trainerausbilder über Juniorencoach bis hin zum Nationaltrainer Nepals - Spittler hat durch den Fußball viele Kulturen, Probleme und Menschen kennengelernt. So beschloss er die Veranstaltung auch mit einer witzigen Anekdote über einen Übersetzer: Dass man nur halb so viel in der Pause wie in Deutschland reden könne, ist ihm wegen der Zeit für die Übersetzung immer klar gewesen, aber als einmal bereits sein erster Satz fünf Minuten lang übersetzt wurde, musste Spittler doch einschreiten und unterbrechen. Auf Spittlers Frage warum die Übersetzung denn so lange dauerte, entgegnete der Sprachenexperte: "Mir ist eben auch einiges in der ersten Hälfte aufgefallen!"

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