Artikel veröffentlicht am 30.03.2021 um 12:00 Uhr
Macht Martin Roser den Rezo?: Funktionär zerlegt die BFV-Argumente in Video
Der junge Eschenauer spricht in seinem Youtube-Video nicht als Funktionär, sondern als Privatperson und Fußballer. Dabei nimmt er sich die Argumente des BFV "pro Saisonfortsetzung" zur Brust und argumentiert für einen Abbruch. Er unterscheidet sich jedoch von Youtuber Rezo, der einst damit titelte, die CDU zerlegen zu wollen. 
Von Uwe Kellner
"Lieber BFV, wir müssen reden", nennt Martin Roser aus Eschenau sein Youtube-Video, in dem er für einen vorzeitigen Abbruch der Saison 2019/21 argumentiert. Die Idee dazu entstand während einer längeren Autofahrt mit Martin Rauh, einem ebenfalls jungen Funktionär des Nachbarvereins SC Eckenhaid. "Wir haben diese ganze momentane Situation analysiert und das war auch die Basis für das Video. Mich treibt das Thema auf jeden Fall um, weil mir der Amateurfußball und alles drum herum sehr wichtig sind", erklärt Martin Roser. "Diese vorhandenen Wiedersprüche wollte ich dann einfach einmal teilen." Der zweite Vorsitzende seines Vereins kennt die Argumentation des Bayerischen Fußballverbands, der trotz Corona-Pandemie immer noch auf eine Saisonfortsetzung hofft. Martin Roser hat diese nun seinen Argumenten pro Abbruch gegenüber gestellt.

Der 25-Jährige nahm sich dafür Zeit. Knappe 22 Minuten Aufmarksamkeit beansprucht er von den Zuhörern. "Klar, es kann auf jeden Fall sein, dass Leute von der Länge abgeschreckt werden. Um dem komplexen Thema aber gerecht zu werden, wollte ich mir diese Zeit nehmen. Ich empfehle jedem, das Video eher als Podcast zu behandeln, dann wird die Zeit vielleicht erträglicher", schmunzelt Martin Roser. Ob das Video an der geringen Aufmerksamkeitsspanne der Internet-Community scheitert, wird sich zeigen. Youtuber Rezo hat sich einst 55 Minuten Zeit genommen für sein millionenfach geklicktes Video über die "Zerstörung" der CDU. Es kann also funktionieren. Allerdings ist Martin Roser kein professioneller Youtuber, sondern ein bodenständiger Junge vom Land - und hat nicht den Anspruch irgendetwas zerstören zu wollen.

Vergangene Youtube-Hits, bleiben wir lokal und nehmen als Beispiel die Wutrede von Mike Schmitt (Nikl-Bräu), hatten eine angenehme Länge von dreieinhalb Minuten und wurden tausendfach geteilt. Außerdem hatte es Mike Schmitt geschafft, die Zuhörer emotional zu packen und in die aktuelle Gefühslage zu stechen. Das Bier und der Amateurfußball gehören beinahe unzertrennlich zusammen. Die Chance besteht also, dass auch Martin Roser mit seinem Video viel Zuspruch findet. Es könnte aber auch sein, dass sein Thema kaum jemanden emotional packt, da die Diskussion wohl eher ein Nischenthema innerhalb der Gesellschaft ist - und sich gerade nur sehr wenige Leute mit dieser Thematik beschäftigen.

Der Brauer Mike Schmitt schaffe es an einen Tisch des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger. Wie weit kommt Martin Roser? "Ich kann mir gut vorstellen, dass ich eine Rückmeldung erhalte. Ich will durch das Video der Diskussion um einen Abbruch neue Punkte hinzufügen. Der BFV ist der Hauptakteur in dieser Thematik und deswegen trete ich gerne in einen Austausch", erklärt Martin Roser. "Am besten aber nicht in meiner Arbeitszeit..." Ob er gegen die geschulten Berufs-Argumentierer des BFV als kleiner Vereinsfunktionär ankommen wird, muss er dann noch beweisen.


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Vereins-Funktionär Martin Roser

19/21
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Teammitarbeiter Martin Roser

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