Artikel veröffentlicht am 30.07.2020 um 18:00 Uhr
Eine Frage, fünf Meinungen: Wird die Saison im September starten?
Die Corona-Unterbrechung dauert weiterhin an. Bei anpfiff.info gibt es Ende Juli eine kleine Artikel-Serie, in der ein Thema mit unterschielichen Meinungen von fünf ausgewählten Personen gefüllt wird.
Von Uwe Kellner
Im vierten Artikel der kleinen Serie "Eine Frage, fünf Meinungen" geht es um die Saisonfortsetzung. Deswegen die Frage an unsere Experten:

Glauben Sie, dass ein Spielbetrieb ab September möglich ist, bzw. möglich gemacht werden sollte?

Christian Martin (langjähriger Trainer, zuletzt DJK Eggolsheim):

Es ist schwer eine Prognose abzugeben. Ich denke, mit der Aufnahme des Trainingsbetriebes und der jetzt doch gestatteten Vorbereitungsspiele hat man den ersten Schritt gemacht. Sollten die Infektionszahlen wieder richtig ansteigen, dann, glaube ich, wird dieses Jahr nicht mehr gespielt. Dass wir alle den Fußball vermissen steht außer Frage, jedoch steht die Gesundheit über allem! Viele Arbeitgeber haben sicherlich bis zu einem gewissen Grad Verständnis, aber wenn ein Spieler öfters durch Verletzungen oder dann vielleicht durch eine Ansteckung ausfällt, dann wird jeder Arbeitgeber sein Veto einlegen. Gerade in der Zeit, in der viele Firmen um ihre Existenz bangen.

Philipp Lämmermann (Spielertrainer FC Reichenschwand):
Ich denke, dass der Spielbetrieb wieder normal anlaufen wird. Probleme wird es immer geben, wenn ein Fall bestätigt wird. Da kann man nur an die Vernunft der Einzelnen appellieren. Wenn ein Verein nicht antreten möchte, muss man das akzeptieren, aber man kann keine Rücksicht darauf nehmen, da der Wettbewerb weitergeführt werden muss und nicht alle darunter leiden sollten, was einer entscheidet. Risikogruppen müssen natürlich vorsichtig sein.

Thomas Rauh (Abteilungsleiter SV Neuhaus-Rothenbruck):
Wenn die Infektionsrate nicht dramatisch steigt, denke ich, wird im September wieder gespielt. Auf Biegen und Brechen sollte das Ganze aber nicht durchgesetzt werden, da die Gesundheit jedes Einzelnen höhere Priorität haben sollte als der Amateurfußball. Ob durch eine Freigabe des Spielbetriebes die Infektionsraten wieder steigen oder nicht, keine Ahnung...
Es dürfte auch interessant sein, ob wir Vereine ein zusätzliches Hygienekonzept umsetzen müssen, um einen Spielbetrieb zu ermöglichen (Kabinen, Duschen, Zuschauer, …).
Der Amateurfußball hat für die bayerische Staatsregierung, aufgrund der wirtschaftlichen Probleme, Schulbetrieb, usw. sicherlich nur eine untergeordnete Rolle. Das macht die Situation für uns Vereine nicht einfacher, denn es wird immer schwieriger, die Jungs bei Laune zu halten. Aber: ich lasse mich einfach überraschen, ändern kann ich die Situation sowieso nicht. Wenn wir dieses Jahr nicht mehr starten können, dann müssen wir es wohl im März 2021 nochmal probieren.

Markus Bauer (Jugendtrainer TV 48 Erlangen, jetzt Herrentrainer):
Aus sportlicher Sicht gesehen, wird’s Zeit, dass der Ball wieder rollt. Die Pause war extrem lang. Gerade jetzt, da man sieht, dass in andern Bundesländern schon wieder gespielt wird. Der Wettkampf und die Emotionen am Wochenende fehlen schon sehr, muss ich sagen. 
Ich hoffe, dass es regulär nach Plan im September wieder starten kann. Wissen kann man es aber nicht. Es bleiben viele Fragezeichen. Ich glaube, das kann keiner zurzeit beantworten. Nichtmal der Herr Lauterbach. Keiner weiß, wie die Situation nach der Urlaubszeit ist. Wir können nur hoffen und uns an die Vorgaben halten. Wenn es nochmal Unterbrechungen gibt, hat der BFV wahrscheinlich vieles richtig gemacht. Es wird sicherlich Mannschaften geben, die mal zwei Wochen nach einem positiven Fall nicht spielen können. Darüber müssen wir uns, denke ich, im Klaren sein. Die Saison bzw. die Rückrunde wird definitiv anders laufen als sonst. Auch jeder Verein und Trainer wird hier seinen eigenen Weg finden müssen, die Spannung hochzuhalten und auch die Fitness im Blick zu haben. Vergleichspunkte gibt's ja noch nicht. Wie überall im Leben, man muss immer das beste aus der gegebenen Situation machen. 

Klaus Obst (anpfiff.info-Experte):

Es ist wichtig, dass es ab September wieder losgeht, denn unser schönstes Hobby ist wichtig für das soziales Umfeld in der Bevölkerung, z.B. dass der Studierte mit dem Fliesenleger und dem Versicherungskaufmann wieder am Platz steht und danach in der Kabine Small-Talk hält. Vereins- und Teamplayer sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.
Risiko zur Ansteckung wird es immer geben, ja auch in der Kabine und am Sportplatz. Hier ist jeder Einzelne gefordert, dass er auf sich aufpasst und bei Zeichen einer Krankheit mit den Symptomen eben wegbleibt von der Truppe. So kann man es zumindest etwas einschränken.
Wenn eine Mannschaft zum Spiel nicht antreten will, damit muss sich der Verband zeitnah beschäftigen. Hier sollten Regeln aufgestellt werden, die im Vornherein klar sind, damit die Vereine Bescheid wissen. 
Alles in Allem wünschen wir uns: lasset die Spiele beginnen - dazu brauchen wir auch unsere Schiedsrichter, die müssen auch wieder den Schalter umlegen.

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