Artikel veröffentlicht am 06.12.2018 um 18:00 Uhr
DJK als bescheidener Herbstmeister: „Wir werden sicherlich nicht abheben!“
Neun Spieltage sind in der Kreisklasse Süd bereits gespielt. An jeweils vier davon grüßten Schnaid/Rothensand und der SV Dörfleins von der Tabellenspitze. Herbstmeister wurde jedoch jemand anderes: die DJK Bamberg. Mit bislang sieben Siegen aus acht Partien steht der letztjährige Siebte sicherlich verdient ganz oben. Dennoch, betont Trainer Thomas Fleischmann, ist dies zunächst mal nur eine schöne Momentaufnahme.
Von Sebastian Pflaum
Sieben Ligaspiele gewonnen, 51 Tore erzielt und seit dem zweiten Spieltag ohne jeden Punktverlust. Die Statistiken des derzeitigen Tabellenführers der Kreisklasse Süd, der DJK Don Bosco Bamberg, sehen in allen Belangen positiv aus - wie sich das eben für einen Tabellenführer gehört. Lediglich am ersten Spieltag, bei der 0:6-Niederlage gegen die DJK Schnaid/Rothensand, musste die Mannschaft von Trainer Thomas Fleischmann den Kürzeren ziehen, was aber - Stand jetzt - zu verkraften ist.
„Wer hätte das gedacht“, freut sich der Damen-Coach im anpfiff.info-Interview über den Herbstmeistertitel. „Die Mädels zeigen Sonntag für Sonntag ein Engagement, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Entsprechend groß war dann auch die Begeisterung nach dem Sieg in Dörfleins, der die jetzige Tabellenkonstellation ausgelöst hat. Diese Begeisterung wird uns tragen, wir werden aber sicherlich nicht abheben“, so Fleischmann weiter.

Mit dem 3:1-Erfolg in Dörfleins am letzten Spieltag vor der Winterpause sicherten sich die Wildensorgerinnen die Herbstmeisterschaft.
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Gute Jugendarbeit trägt langsam Früchte

Dass man in Wildensorg wohl einer rosigen Fußballzukunft entgegen sehen kann, zeigt sich nicht nur am aktuellen Tabellenbild, sondern ferner auch daran, dass sich die hervorragende Jugendarbeit so langsam auszahlt. So finden sich im diesjährigen Kader stolze 13 Spielerinnen aus der eigenen U17-Mannschaft, Angreiferin Eva Scharfenberg ist mit gerade einmal 25 Jahren die älteste Aktive im 30-köpfigen Team. „Wir sind im Vergleich zur letzten Saison nicht nur breiter aufgestellt, sondern haben auch an spielerischer Reife gewonnen. Wenn alle an Bord und fit sind, habe ich nun die Qual der Wahl. So langsam stellt sich die Mannschaft nach Leistungsgesichtspunkten auf“, erklärt uns Thomas Fleischmann, der es wohl zukünftig mit einem Luxusproblem zu tun bekommt, von dem andere Vereine nur träumen können.

Top 4 ist das Ziel

Wenn eine Mannschaft auf dem ersten Tabellenplatz überwintert, dann dürfte klar sein, dass sie für den Rest der Saison zum engen Favoritenkreis um Meisterschaft und Aufstieg zählt. Schnell stellt sich da natürlich auch die Frage, ob eventuelle Saisonziele noch einmal nach oben korrigiert werden müssen. Doch auch dazu hat Thomas Fleischmann eine klare, wenn auch bescheidene Einschätzung: „Grundsätzlich sollen sich die Spielerinnen fußballerisch weiterentwickeln und das Team einen ansehnlichen, erfolgreichen Fußball spielen. Nach wie vor streben wir einen Tabellenplatz im vorderen Bereich an, also eine Platzierung von Rang vier aufwärts. Eine Anpassung der Ziele ist aufgrund des Saisonverlaufs nicht notwendig. Platz eins kann ganz schnell wieder weg sein, wie jeder weiß. Eines wird aber bleiben, nämlich wie es sich anfühlt, wenn frau was Tolles geleistet hat.“

Stets bescheiden, aber immer voller Elan bei der Sache: Bambergs Trainer Thomas Fleischmann.
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„Haben noch einige Unzulänglichkeiten“

Trotz all der positiven Schlagzeilen, die momentan in Wildensorg gemacht werden, ist diese Herbstmeisterschaft natürlich nur eine gern gesehene Momentaufnahme. Damit es wirklich für den Titel oder zumindest für den Aufstieg reicht, ist noch viel Arbeit von Nöten. „Wir entwickeln uns ganz gut. Meine Forderung‚ Fußball zu spielen und nicht zu bolzen, wird weitgehend umgesetzt. Dennoch haben wir noch einige technisch-taktische Unzulänglichkeiten, die es auszumerzen gilt. Aufgrund dessen dürfen wir keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen und müssen immer voll engagiert zu Werke gehen“, so die Analyse des DJK-Trainers, der trotz aller Bescheidenheit guter Dinge ist, dass diese Saison eine große werden könnte: „Schon im letzten Jahr war der Teamgeist unsere Stärke und die Tatsache, nie aufzustecken, auch wenn man hoffnungslos im Hintertreffen liegt. Und vor allem ist es wichtig, mit Spaß und Freude bei der Sache zu sein. Dem ist immer noch so und wir arbeiten daran, dass es auch so bleibt.“ Auf die Frage, was denn nun letztlich erreicht werden müsse, damit er sich zufrieden zurücklehnen könne, antwortete er zudem: „Wenn die Mannschaft in den Spielen und im Trainingsbetrieb alles gegeben hat, die Stimmung im Team so bleibt, wie sie momentan ist, dann bin ich zufrieden. Ich denke, dann werden wir auch in den vorderen Tabellenrängen zu finden sein. Gegen einen Aufstieg in die Kreisliga hätte ich sicherlich nichts einzuwenden.“

Die beiden Tabellenführer im direkten Duell - die DJK Bamberg (1.) und der SV Dörfleins (2.)
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Wenn nicht Bamberg, dann…?

Mit neun beziehungsweise elf Punkten Vorsprung auf die Verfolger, stehen neben der DJK Don Bosco Bamberg auch der SV Dörfleins und die DJK Schnaid/Rothensand mit einer hervorragenden Bilanz zu Recht mit im Spitzentrio. Folglich wird wohl genau aus diesem Trio der künftigen Kreisklassemeister sowie der zweite Aufsteiger hervor gehen, was auch Thomas Fleischmann glaubt: „Schnaid hat Tanja Fritsch in den Reihen, sie ist eine Klasse für sich. Und auch sonst ist die DJK ganz gut aufgestellt. Auch dem SV Dörfleins ist viel zuzutrauen, denn in deren Kader gibt es herausragende Spielerinnen, die eine Partie jederzeit entscheiden können.“
Am 17. März 2019 beginnt sie dann, die heiße Phase der Saison, in der schon fast jedes Spiel ein Entscheidungsspiel darstellt. Denn das Spitzentrio ist so eng beieinander, dass auch der kleinste Ausrutscher schon tabellarische Folgen haben könnte. Besonders interessant werden wohl die direkten Duelle zwischen Bamberg, Schnaid und Dörfleins werden, die ja auch in der Hinrunde schon für allerhand Brisanz gesorgt haben. Die Liga wird ein Rennen um die Meisterschaft bekommen, dem wir mit Vorfreude entgegenfiebern dürfen.

anpfiff.info bedankt sich an dieser Stelle für das sympathische Interview mit Thomas Fleischmann und wünscht der DJK Bamberg alles Gute für den Rest der Saison!

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Leser-Kommentare


"Mal ehrlich..."

mit Thomas Fleischmann

Was ist Ihnen lieber, ein 5:4 oder eine 1:0?
Ein 5:4, denn da darfst du dich fünfmal freuen!

"Früher war alles besser!" sagen die Alten. Stimmt das?
Nein, aber es war anders. Die Zeiten ändern sich und der Fußball sich in ihnen.

Wenn der Coach im "Eckla" einen Beinschuss bekommt, dann...?
...dann heißt es "Obacht geb'n, länger leb'n!"

Wenn es nach Ihnen ginge, dann müsste nach den Spielen in den Kabinen immer welches Lied laufen?
"Whatever you want" von Status Quo und dann "You'll never walk alone".


Daten DJK Don Bosco Bamberg

DJK Don Bosco Bamberg 1950 e.V.
Gründung: 1950
Mitglieder: 1420
Farben: gelb-grün
Abteilungen: Fußball, Basketball, Tischtennis, Laufgruppe, Herzsportgruppe, Gymnastikgruppe, Yoga

DJK Don Bosco Bbg. in Zahlen

Spiele
8
Spiele gewonnen
7
Spiele unentschieden
0
Spiele verloren
1
:0
Zu-Null-Spiele
5
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
1
Tore gesamt
51
Verschiedene Torschützen
11
Eigentore
1
Elfmetertore
1
Gelbe Karten
0
Gelb-rote Karten
0
Rote Karten
0
Eingesetzte Spieler
22
Zuschauer
175
Zuschauerschnitt
43

Tabelle Kreisklasse Süd

Pl.
Team
Sp
Tore
Pkt
5
7
21:17
10
6
8
19:21
10
9
8
0:110
0
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit

Tabellenverlauf DJK Bamberg


Toptorschützen DJK Bamberg

6
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