Artikel veröffentlicht am 10.08.2018 um 14:00 Uhr
Stadt kauft Plätze im Volkspark: Jetzt mit einer Stellungnahme der Stiftung
Die Stiftung TSV Eintracht soll in Folge von Baumängeln am Sportpark-Gebäude in finanzielle Probleme geraten sein. Helfen könnte jetzt der Erwerb von zwei  Fußballplätzen durch die Stadt Bamberg. UPDATE: Im Namen der Stiftung TSV Eintracht Bamberg gab Stiftungsvorstand Hans-Jürgen Schmaus nun eine Stellungnahme zum Bericht ab. 
Von Sebastian Martin, FT
UPDATE:
Stellungnahme der Stiftung TSV Eintracht Bamberg, Stiftungsvorstand Hans-Jürgen Schmaus: 

"Zum Artikel "Stadt kauft Plätze im Volkspark" von Sebastian Martin möchte die Stiftung TSV Eintracht Bamberg folgendermaßen Stellung nehmen:
 
Die Stiftung TSV Eintracht Eintracht Bamberg sah sich zum Verkauf der beiden Fußballplätze im Sportpark Eintracht an die Stadt Bamberg u.a. auch deshalb gezwungen, da sie dadurch das Vermächtnis der ehemaligen Eintracht, dem Verein, dem es ausschließlich zu verdanken war, dass das Sportzentrum an der Armeestraße entstehen konnte, wenigstens teilweise erhalten kann. 

Bei einer Insolvenz der Stiftung würde das gesamte Gelände, also auch das Vereinsheim mit seinen 6 Bundeskegelbahnen, ganz in den Besitz der Stadt Bamberg übergehen.
 
Wie in diesem Artikel beschrieben, kam die Stiftung TSV Eintracht durch die äußerst mangelhafte Ausführung des Baus des Vereinsheims durch die ausführende Baufirma und den damit auch verbundenen Ausfällen von Mieteinnahmen in große Zahlungsschwierigkeiten. 

Aber auch die Insolvenz des ersten Pächters der Vereinsgaststätte und die Insolvenz ihres Stiftungszwecks  - dem Fusionsverein FC Eintracht Bamberg 2010  - im Jahr 2016 trugen wesentlich zu diesem Dilemma mit bei!
 
Durch das Geld, das durch den Verkauf der beiden Sportplätze der Stiftung zur Verfügung stehen würde, könnte sie die Kosten für Sachverständige, Gutachter, Rechtsanwälte u.a., die ja sofort anfallen, begleichen!

Um zu seinem Recht zu kommen, muss man halt leider oft einen langen, durch viele Instanzen gehenden beschwerlichen Weg beschreiten.
 
Die Stiftung wird sich aber die Möglichkeit offen halten, diese beiden Plätze, wenn die Rechtsstreitigkeiten - nicht nur mit der Baufirma - positiv verlaufen, von der Stadt Bamberg zurückkaufen zu können! "
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Hans-Jürgen Schmaus 
(Stiftungsvorstand)

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Ursprünglicher Bericht: 
So hat sich das der Vorstand der TSV-Eintracht-Stiftung vor vier Jahren  nicht vorgestellt: Damals wurde der neue Sportpark im Volkspark feierlich eröffnet. Jetzt die Ernüchterung: Die Stiftung hat offenbar mit der Beseitigung größerer Baumängel am Gebäude zu kämpfen. Und soll sich in einer fachlichen und rechtlichen Auseinandersetzung mit der Baufirma befinden, die das Gebäude errichtet hat. Beides hat die Stiftung wohl in finanzielle Probleme gestürzt.

Um mehrere 100000 Euro?


Aufgrund des noch laufenden Streits war von der Stiftung kein aktuelles Statement zu bekommen. Vorsitzender Alexander Kusch war gestern nicht zu erreichen. Doch wie die Redaktion aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfuhr, soll es insgesamt um mehrere 100 000 Euro gehen. So soll es unter anderem Probleme mit den Fliesen, der Heizung und Steuerung geben. Eklatant: Die Fallrohre zur Entwässerung des rund 700 Quadratmeter großen Flachdaches sollen nicht einmal an die Kanalisation angeschlossen worden sein, was die Kegelbahn unter Wasser setzte und beschädigte.

Die Stiftung TSV Eintracht Bamberg ist seit 2014 im Sportpark Eintracht ansässig. 
anpfiff.info

Damals Platz für Brose gemacht


Auch Mieteinnahmen sollen durch die Mängel weggebrochen sein. Hauptmieter sind die Fußballer des FC Eintracht Bamberg 2010. Der Club ist bereits  früher aus den Vereinen 1.FC Bamberg und TSV Eintracht entstanden. Aus letzterem ging die Stiftung hervor, die das Vermögen des TSV verwaltet.   Mit dem neuen Verein FC Eintracht hat die Stiftung im Prinzip nichts mehr zu tun. Als sich die Firma Brose vor einigen Jahren an der Breitenau niederlassen wollte, hat sich die Stiftung auf Bitten der Stadt bereit erklärt, ihr altes Gelände auf diesem Areal aufzugeben, um auf das Gelände des SC 08 Bamberg in den Volkspark zu ziehen. Der neue Sportpark umfasst neben dem neuen Gebäude auch zwei Sportplätze.

Der Kunstrasenplatz wurde damals neu angelegt, er ist einer der beiden Spielfelder auf dem Sportpark-Gelände. 
anpfiff.info

Noch mehr Flächen  kaufen

Dieses Entgegenkommen der Stiftung scheint die Stadt nicht vergessen zu haben. „Es ist zutreffend, dass der Finanzsenat der Stadt die Verwaltung beauftragt hat, die beiden Spielfelder zu erwerben“, bestätigte Zweiter Bürgermeister und Sportreferent Christian Lange (CSU) gestern auf Nachfrage. Der Preis soll sich laut Informationen dieser Zeitung auf insgesamt rund 700 000 Euro belaufen. Die Stiftung hatte der Stadt den Kauf der beiden Sportplätze angeboten. Das kam der Verwaltung nicht ungelegen: „Die Stadt Bamberg verfolgt seit Jahren das Ziel, Flächen im Volkspark, die sich nicht in ihrem Besitz befinden, zu erwerben“, erklärt Ulrike Siebenhaar, Sprecherin der Stadt. So habe Bamberg auch gegenüber der Immobilienverwaltung des Freistaates Bayern bereits den Wunsch geäußert, das Areal des jetzigen Hochschulsportgeländes an der Armeestraße zu kaufen. Die Uni plant bekanntlich einen Neubau ihres Hochschulsportzentrums am ehemaligen Hallenbad am Margaretendamm.
Dieses langfristige Ziel der Stadt bekräftigt auch Kultur- und Sportreferent Lange:  „Der Volkspark soll ein Naherholungsgebiet für alle Bürgerinnen und Bürger sein.“ Der Erwerb der beiden Sportplätze soll ermöglichen, dass verschiedene Vereine die Spielflächen nutzen können. Insbesondere für die Austragung von Spielen am Wochenende im Winterhalbjahr: Wenn andere Rasenspielfelder auf Grund der Witterung gesperrt werden müssten, sei vor allem das Kunstrasenfeld eine wertvolle Ergänzung der Spielmöglichkeiten für alle Vereine in der Stadt.  Kunstrasenflächen  gibt es laut dem Zweiten Bürgermeister in Bamberg zu wenig. Um die Situation zu verbessern, werde auch das Sportzentrum  in Gaustadt saniert.
     
„Die Stadt ist daran interessiert, alle Bamberger Vereine gleich und fair zu behandeln.“  Auch mit Zuschüssen und Förderungen sei das immer wieder der Fall, erklärt Lange. Und versucht, auch Vereinen, die neidisch auf die Stiftung TSV Eintracht blicken könnten, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er regt im Hinblick auf das Jahr 2026, wenn der Volkspark 100 Jahre alt wird, ohnehin an, diesen weiter zu ertüchtigen: „Um ein deutliches Signal für den Bamberger Osten zu setzen.“

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