Artikel veröffentlicht am 13.04.2018 um 18:30 Uhr
SC Prölsdorf zieht die Reißleine: "Wir kommen wieder - (k)eine Frage?!"
Seit dem Sommer 2009 gehörte das Frauenteam des SC Prölsdorf zum festen Inventar des Spielkreises Bamberg. Mit dem Aufstieg in die Kreisliga vor zwei Jahren gelang gar der größte Erfolg. Nun sahen sich die Verantwortlichen jedoch gezwungen, die Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb zurückzuziehen – vorläufig, wie Daniel Hetzel ausdrücklich betont!
Von Bernd Riemke
Daniel Hetzel war nicht nur vier Spielzeiten lang Trainer der SCP-Mädels, sondern auch Gründungsvater des Frauenfußballs in Prölsdorf. „Mir liegt viel daran am Herzen, dass es weitergeht“, konstatiert der 31-Jährige, der im Frühjahr jedoch die Reißleine ziehen musste. Dabei war dies eine Entscheidung, die sich schon zu Beginn der Serie zumindest angedeutet hatte. Studienbedingte und berufliche Unabkömmlichkeiten sowie bevorstehende Mutterfreuden dezimierten den Kader auf ein Minimum. „Wir wussten, dass es eng wird, waren aber trotzdem guter Dinge“, so Hetzel weiter, dessen Team im Laufe der Vorrunde zudem vom Verletzungspech heimgesucht wurde, so dass für die Rückrunde im Frühjahr gerade maximal zwölf Akteurinnen zur Verfügung gestanden wären. Kurzfristige Absagen aufgrund terminlicher Überschneidungen oder auftretende Verletzungen eingerechnet, wäre es somit vorhersehbar gewesen, dass der SC Prölsdorf zu mancher Partie nicht in voller Mannschaftsstärke hätte antreten können. „Bevor wir dann reihenweise zweistellig abgeschossen worden wären und am Ende der Saison gar keine Spielerin mehr Lust gehabt hätte, haben wir uns für eine verlängerte Winterpause entschieden“, umschreibt Hetzel in charmanten Worten den Rückzug aus dem laufenden Spielbetrieb, der jedoch nur einer auf Zeit sein soll.

Kritischen Punkt überwinden

Grundsätzlich hat es der westliche Landkreis seit Jahren nicht leicht. Der SV Walsdorf musste seine zweite Mannschaft schon vor dem Saisonstart abmelden, die SpVgg Stegaurach zog in der Winterpause nach. DJK Stappenbach hat sportlich auch schon bedeutend bessere Zeiten erlebt und dem steht mit dem SV Priesendorf lediglich eine Neuanmeldung im Sommer 2017 gegenüber. Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ist daher nahezu unerlässlich. So hat man auch in Prölsdorf eine Spielgemeinschaft angedacht und dabei auch über die Spielkreisgrenzen hinaus ins benachbarte Dingolshausen nach Unterfranken den Blick schweifen lassen, doch konkrete Ergebnisse brachten auch diese Überlegungen nicht. Trübsal blasen gibt es allerdings nicht. Dazu gibt es auch gar keinen Anlass, denn obwohl der SCP keine eigene Juniorinnen-Elf unterhält, spielen etliche Mädchen in der männlichen C-Jugend, so dass es für die Verantwortlichen vor allem darum geht, die derzeit dürftige Personalsituation zu überbrücken.

Bianca Hofmann (li.) ist eines DER Gesichter des Frauenfußballs in Prölsdorf.
anpfiff.info

Geduld soll sich auszahlen

„Für die Zukunft schaut es wieder vielversprechend aus“, blickt Daniel Hetzel angesichts des Potenzials, das im weiblichen Nachwuchs schlummert mehr als hoffnungsfroh voraus – wohlwissend, dass die Spielpause für seine Damenmannschaft nicht zu lange sein darf, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass einige Mädels sich dauerhaft anderen Vereinen anschließen. Nicht zuletzt deshalb ist es das feste Bestreben beim SC Pröslsdorf in der kommenden Spielzeit 2018/19 ein Frauenfußballteam in der Kreisklasse an den Start zu schicken. „Die Lichter gehen nicht aus!“, bekräftigt Hetzel, der keinen Hehl daraus macht, für den Neuanfang im Sommer noch nach Spielerinnen zu suchen. Er und sein fester Stamm an Spielerinnen um Kapitänin Bianca Hofmann, die alle bereits fest zugesagt haben, wieder für den SCP aufzulaufen, wenn eine neue Mannschaft gebildet wird. „Einige Einheimische prägen seit Jahren die Damenmannschaft, die nicht nur eine soziale Bereicherung des Vereins darstellt, sondern seit beinahe einem Jahrzehnt fester Bestandteil des SCP ist“, ist Daniel Hetzel stolz auf das Erreichte, das er keinesfalls kampflos aufgeben möchte. Erste Erfolge wurden bereits verzeichnet, denn mit Luisa Kreinsberger ließ eine ehemalige Akteurin schon verlauten, im Sommer wieder zurückzukehren. Der Anfang ist demnach gemacht und die Verantwortlichen werden nicht müde, weitere Spielerinnen anzusprechen, um dem Rückzug einen fulminanten Neuanfang folgen zu lassen. Jener Rückzug war eine Frage der Vernunft, der Neustart ist jedoch auch eine Frage des Herzens, denn mit ebensolchem Herzblut gehen Spielerinnen wie Trainer der Damen des SCP seit beinahe einem Jahrzehnt ihrem liebsten Hobby hinterher – und das soll auch in der kommenden Spielzeit wieder so sein!

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Bilanz SC Prölsdorf

Saison
Pl. 
Liga
2017/18
7. 
Kreisliga Süd/West
 
2016/17
7. 
Kreisliga Süd/West
 
2015/16
2. 
Kreisklasse Süd
2014/15
3. 
Kreisklasse Süd
 
2013/14
7. 
Kreisklasse Süd
 
2012/13
5. 
Kreisklasse West
 
2011/12
5. 
Kreisklasse West
 
2010/11
10. 
Kreisliga Süd
2009/10
9. 
Kreisliga Süd
 


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