Artikel veröffentlicht am 29.11.2017 um 06:00 Uhr
Ein Buch lesen oder schenken?: "Sonntagsschüsse" und die Liebe zum Fußball
"Spaß am Mannschaftssport steht im Vordergrund, wenn uns jeden Sonntag Millionen Amateurfußballer zeigen, dass echte Leidenschaft in keinem Zusammenhang zu Millionengehältern und Medienrummel steht", heißt es im Vorwort des Hobbyautors Jonas Philipps zu seinem Erstlingswerk "Sonntagsschüsse". Ein Buch, das mit Witz und Charme den Fußball in seiner pursten Form aufzeigt.
Von Uwe Kellner
Das Buch

Es ist da, per Post. Sauber in Folie verschweißt, griffig und in einer angenehmen Größe. Auf dem Umschlag ein Mann, dessen Füße in Fußballschuhen stecken und der einen Ball sowie eine Flasche in den Händen hält. Nach dem Entfernen der Verpackung folgt das erste obligatorische "Seiten durch die Finger gleiten lassen" wie beim Daumenkino und, wie früher, der nostalgische Geruchstest an schwarzer Tinte auf weißem Papier. Wann hat man schonmal in letzter Zeit ein Buch in den Händen gehalten? "Sonntagsschüsse" ist ein Roman über Amateurfußball und natürlich auch als eBook erhältlich. Der Begriff "Roman" hört sich dabei an wie schwere Kost, was "Sonntagsschüsse" keinesfalls ist. Der Klappentext weckt das Interesse, das Vorwort entspricht genau der Attitüde des Amateurfußballers im Allgemeinen und wenn man erst einmal über das Vorwort hinaus ist, vergehen auch die weiteren Kapitel bis zu Seite 365, auf der die Danksagungen beginnen, wie im Flug. Autor Jonas Philipps nimmt seine Leser mit in eine Welt, die seiner Zielgruppe bestens bekannt ist: die Welt des Amateurfußballs.

"Sonntagsschüsse" von Hobbyautor Jonas Philipps nimmt seine Leser mit in die Welt des Amateurfußballs.
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Vier Jahre von der Idee bis zur Veröffentlichung

Der Autor, Jonas Philipps, ist ein junger Schriftsteller aus dem Landkreis Bamberg. Der Name ist ein Pseudonym, da der Hobbyautor die schriftstellerische Tätigkeit von der Arbeit trennen möchte. „Die Idee zu "Sonntagsschüsse" entstand während meiner Elternzeit, als ich beim Spazierengehen mit dem Kinderwagen an einem Sportplatz vorbeigelaufen bin. Da schossen mir einige Erinnerungen aus der eigenen aktiven Zeit in den Kopf", so der Autor. „Zu Hause habe ich mich zu einem Brainstorming hingesetzt, das am Ende so ergiebig war, dass ich einen ganzen Roman daraus gemacht habe." Das Schreiben, Testlesen und das Vorbereiten der Veröffentlichung hat insgesamt,  inklusive einiger Pausen, vier Jahre gedauert. Ende Juli 2017 erschien das Buch.

Überspitzte Geschichten nach wahren Begebenheiten


Das Erstlingswerk von Jonas Philipps ist teils autobiographisch. „Ein Drittel ist mehr oder weniger aus meiner eigenen aktiven Zeit gegriffen. Ein Drittel sind Anekdoten, die mir nicht selbst passiert sind, die ich aber aus dem eigenen Verein oder aus Nachbarvereinen kenne. Und ein Drittel ist wiederum frei erfunden", erklärt der Autor. „Ich habe versucht, lebensechte Charaktere zu entwickeln, die ich mir wirklich auf dem Fußballplatz der Kreisklasse vorstellen kann. Aber die Charaktere sind dabei nur lose an Mischungen aus realen Personen angelehnt und zeichnen nur sehr selten reale Personen Eins-zu-eins nach." Vielmehr soll sich jeder, der aktiv Fußball spielt oder früher gespielt hat, in den Geschichten und Charakteren selbst entdecken und schmunzelnd an eigene Erlebnisse zurückerinnern.

Eine Leseprobe findet man auf der Homepage des Autors Jonas Philipps. Wenn man dann erst einmal auf der Internetseite von Jonas Philipps ist, kann man auch gleich einen Blick ins Glossar werfen, in dem für alle Preußen, also alle, die nördlich von Franken aufgewachsen sind, wie es der Autor gerne beschreibt, viele fränkische Begriffe aus dem Buch ins Hochdeutsche übersetzt wurden.

Fußball und Bier geht miteinander einher. Fußball und Buch? Dieser Herausforderung hat sich der Autor von "Sonntagsschüsse" gestellt.
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Fußballer zum Lesen bringen


Der Fußballer im Allgemeinen ist nicht als Bücherwurm bekannt. Warum hat sich der Autor dennoch für ein Buch zu diesem Thema entschieden? „Der Amateurfußball schreibt immer wieder sonntags spannende und lustige Geschichten fernab der glamourösen Welt der Profis. Das Buch soll Spaß machen und zum Schmunzeln anregen. Es gibt zwei Möglichkeiten, wenn man ein Buch schreiben möchte: Entweder man wählt bewusst ein Thema, das sich tendenziell gut verkauft, z.B. einen Liebesroman oder einen Krimi, und optimiert ein Thema, das einen selbst kaum interessiert, um möglichst viele Verkäufe zu erzielen. Oder man sucht sich ein Thema, mit dem man sich selbst identifizieren kann, das einem am Herzen liegt – und geht das Risiko ein, ein Buch mit Leidenschaft zu schreiben, das sich womöglich aufgrund einer herausfordernden Zielgruppe nicht so gut verkauft."

Und wie überspringt man die Hürde, einen Fußballer zum Lesen zu bringen? „Wenn ich das wüsste, wäre ich bereits an der Spitze der Bestsellerlisten", lachte Jonas Philipps. „Ich experimentiere noch mit verschiedensten Marketing-Ideen von Gewinnspielen über Zeitungsartikeln bis hin zu Facebook-Werbung und Lesungen. Die Kunst ist, so viel Neugier zu wecken, dass jemand ins Buch reinliest – wenn man diese Schwelle einmal überwunden hat, gefällt es den Fußballern bisher in der Regel so gut, dass sie es sehr zügig lesen." Vor kurzem hielt der Autor im Sportheim des TSV Kirchehrenbach eine Lesung ab. Mit 50 Zuhörern war diese gut besucht. „Ich hatte den Eindruck, dass es nicht nur mir, sondern auch den Zuhörern Spaß gemacht hat. Also würde ich es als Erfolg bezeichnen, den ich gern wiederholen würde. Wenn ein Sportverein Interesse hat, nach einem Heimspiel oder im Rahmen einer Veranstaltung eine Lesung zu machen, freue ich mich über jede Anfrage, mein Buch vorzustellen."

Ein Buch unter dem Weihnachtsbaum? Warum nicht. Sonntagsschüsse ist ein leichter Roman über die Eigenheiten des Amateurfußballs.
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Ein mögliches Weihnachtsgeschenk?

Der Einzelhandel hat die Weihnachtszeit bereits eingeläutet. Und die Frage nach den passenden Geschenken steht alle Jahre wieder im Raum. Vielleicht liegen unter den diesjährigen Weihnachtsbäumen auch ein paar Exemplare von "Sonntagsschüsse". Ein Blick in die Buchläden in der Vorweihnachtszeit offenbart jedenfalls, dass sich das Buch im Allgemeinen immer noch an Beliebtheit erfreut. "Sonntagsschüsse" kann man in allen gängigen Onlineshops wie Amazon, aber auch in der örtlichen Buchhandlung bestellen. Da On-Demand, also auf Abruf, gedruckt wird, kann es in der Buchhandlung eventuell zu Lieferzeiten von ein paar Tagen kommen. Aktuell sind in der Buchhandlung Monolog in Hirschaid und Streit in Forchheim Expemplare vorrätig. Als Taschenbuch ist der Roman für 11,99 Euro und als eBook für 2,99 Euro erhältlich.

Wie geht es weiter?

Aktuell arbeitet der Autor an einem humorvollen Roman, in dem es aber nicht über Fußball geht, sondern um eine andere seiner Leidenschaften. „Mehr wird noch nicht verraten – aber im Januar werde ich das Geheimnis auf meiner Facebook-Seite lüften", verspricht der Autor. „Anschließend werde ich, je nach Erfolg von „Sonntagsschüsse“, über eine Fortsetzung mit Geschichten aus der Kreisklasse nachdenken." Darüber hinaus möchte Jonas Philipps unter seinem zweiten Pseudonym, dem "literarischen Zwilling" Tom Davids, seinen ersten Thriller veröffentlichen.


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Kurzvita Jonas Philipps

Jonas Philipps wurde im Jahr 1981 in Forchheim geboren. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen im Landkreis Bamberg. Seine Leidenschaft für das Schreiben von Geschichten entdeckte Jonas Philipps im Alter von 18 Jahren durch die Verfassung von Song-Texten. Nach ersten jugendlichen Gehversuchen im Genre Fantasy beschloss Philipps schließlich, sich auf witzige, unterhaltsame Literatur in den Bereichen Sport und Musik zu fokussieren. Jonas Philipps aktuelle Veröffentlichung trägt den Titel "Sonntagsschüsse - Fußballfieber in der Kreisklasse".


Klappentext, Sonntagsschüsse

Rassige Derbys, feierwütige Fußballspieler, cholerische Spielleiter und einfältige Zuschauer der Kreisklasse – „Sonntagsschüsse“ ist ein Buch über die Liebe zum Fußball! Ein Muss für alle Fußballfans!

Der junge Amateurfußballer Marco Tanner zieht mit seinen Eltern von Hamburg nach Oberfranken. In seinem neuen Heimatort Weiherfelden macht er sich nicht nur wegen des fußballerischen Talents einen Namen. Während Marco in der schrulligen Kreisklasse Nord die zünftigen Untiefen des fränkischen Wesens erkundet, stolpert er mit sympathischer Naivität von einem Fettnäpfchen ins nächste. Doch plötzlich wird es ernst! Die hoch gehandelte Mannschaft steckt mitten im Abstiegskampf. Marco muss sich entscheiden, was er nach dem Zivildienst mit seinem Leben anfangen möchte. Und die komplizierte Hassliebe zur süßen Annika bringt Marco beinahe um den Verstand. Der Auftakt zu einem turbulenten Saisonfinale!

Die episodenhaften Geschichten über den TSV Weiherfelden werden eingefleischte Amateurfußballer mit einem wissenden Schmunzeln an die eine oder andere legendäre Anekdote aus dem eigenen Verein erinnern.

Vorwort

"Sonntagsschüsse" ist eine heitere Hommage an den Amteurfußball.

Fernab von Millionengehältern, genialen Supertalenten wie Messi, Ronaldo oder Ribéry, Ernährungsplänen und sportwissenschaftlich ausgefeilten Trainingsplänen, gehen in Deutschland über zwei Millionen Amateurfußballer ihrem zeitintensiven Hobby nach.

"Sonntagsschüsse" handelt von einem dieser kleinen Dorfvereine. Geprägt durch familiären Zusammenhalt und Kameradschaft wird hier das Fußballspiel in seiner pursten, reinsten Form gelebt. Spaß am Mannschaftssport steht im Vordergrund, wenn uns jeden Sonntag Millionen Amateurfußballer zeigen, dass echte Leidenschaft in keinem Zusammenhang zu Millionengehältern und Medienrummel steht.

Klar, dass bei einem Dorfverein die eine oder andere Koryphäe anzutreffen ist. Im jugendhaften Eifer der feiernden Fußballspieler ereignet sich so manche lustige, spektakuläre Geschichte. Und aufgrund von mangelndem Talent oder einer nicht wirklich sportfreundlichen Spielvorbereitung am Vorabend, funktioniert bei den allsonntäglichen Spielen nicht immer alles wie geplant.

Aufgrund der eher komödienhaften Züge von "Sonntagsschüsse" werden viele Dinge überzogen dargestellt, sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Extremität.

Dabei soll "Sonntagsschüsse" keineswegs den Amateurfußball lächerlich machen oder abwerten. Ganz im Gegenteil! Denn was in den Dorfvereinen mit sehr geringen finanziellen Mitteln allein auf der Basis ehrenamtlicher Vereins- und Jugendarbeit auf die Beine gestellt wird, ist sensationell und verdient allen Respekt!

"Sonntagsschüsse" ist deshalb für alle ehrenamtlich engagierten Leute, die Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr, unentgeltlich unbezahlbare Arbeit leisten...

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