Mittwoch in Kulmbach: Kreistag im Kreis 1 mit Neuwahlen - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 02.02.2026 um 15:00 Uhr
Mittwoch in Kulmbach: Kreistag im Kreis 1 mit Neuwahlen
Am kommenden Mittwochabend (4. Februar 2026, 19 Uhr) hält Bamberg/Bayreuth-Kulmbach als letzter oberfränkischer Kreis seinen Kreistag in der Kulmbacher Stadthalle ab. Fest steht dabei, dass Manfred Neumeister zwar weiter Kreisvorsitzender bleiben möchte, aber seinen Posten als Kreisspielleiter abgibt. Ein potenzieller Nachfolger steht mit Ralf Riemke fest, mit ihm sprachen wir im Vorfeld. 
Von Markus Schütz /BFV (PM)
Insgesamt stehen im BFV-Wahljahr bayernweit 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. Im Fokus der Kreistage steht vor allem die Wahl der neuen Führungsmannschaften auf Kreisebene. 

Ende der Doppelrolle für Manfred Neumeister

Seit 2012 übt der bisherige Kreis-Vorsitzende Manfred Neumeister eine Doppel-Rolle als KV und KSL aus, was quasi durch Bestandsrecht möglich war. Nun gibt er sein Amt als Kreisspielleiter ab und wird sich nur noch als Kreisvorsitzender zur Wahl stellen. Für das Amt des Kreisspielleiters stellt sich Ralf Riemke zur Wahl, der vor noch nicht allzu langer Zeit als Gruppenspielleiter zum Kreisausschuss kam. Kreis-Jugendleiter Horst Deller und Ramona Lindner als Kreis-Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball stellen sich zur Wiederwahl. Dazu soll auch der bereits von den Schiedsrichtergruppen wiedergewählte Marc Benker als Kreis-Schiedsrichterobmann vom Kreistag bestätigt werden und dem Kreis-Ausschuss erneut angehören. David Ruhl als alter und neuer Kreis-Sportgerichtsvorsitzender sowie Carina Opel als neue Kreis-Ehrenamtsbeauftragte und Nachfolgerin von Stefan Schmitt sollen im Nachgang dem BFV-Präsidium zur Berufung vorgeschlagen werden und die Kreis-Spitze komplettieren.
Manfred Neumeister bittet die Vereine, ihre Vertreter zu entsenden. Auch, weil es in diesem Winter keine Tagungen geben wird. Die Vereinsvertreter werden auf dem Kreistag informiert, der Rahmenspielplan wird besprochen, danach wird auch das Verlegungsfenster geöffnet. "Das ist der wichtigste Termin im Kreis, bei dem jeder der Vereine vertreten sein sollte!"


Bleiben dabei, die Rollen verändern sich teilweise: Manfred Neumeister (links oben) gibt seine Doppelrolle ab, will weiter Kreisvorsitzender bleiben, aber sein Amt als Kreisspielleiter an Ralf Riemke (links unten) abgeben. Roberto Günther (rechts unten) unterstützt als Gruppenspielleiter in Bamberg. Gerd Rieß (rechts oben) bleibt Gruppenspielleiter im Teilkreis BT-KU. 
Markus Schütz / anpfiff.info


Ralf Riemke: "Können Aufgaben nur gemeinsam lösen"


Das Amt des Kreisspielleiters im Kreis 1 möchte Ralf Riemke (re.) von Manfred Neumeister übernehmen. Der zieht sich quasi aus dem operativen "Geschäft" zurück, tritt aber wieder als Kreisvorsitzender an. 
anpfiff.info
Ralf Riemke, im Teilkreis Bamberg auch als Schiedsrichter sowie als anpfiff-Reporter in der Fußballszene bekannt, stellt sich als KSL zur Wahl, "weil ich davon überzeugt bin, dass der Amateurfußball ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist und weil ich ein großer Fan des Amateurfußballs bin." Er weiß dabei, was ihn erwartet: "Doch wir alle wissen: Die Anforderungen an einen Kreisspielleiter im Jahr 2026 sind andere als noch vor zehn Jahren. Die Komplexität ist gestiegen. Wir stehen vor Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können!", sagt der 53-jährige Polizist. Und wird konkret: 
    
- "Wir müssen flexibel auf schwindende Spielerzahlen und den demographischen Wandel reagieren, Spielgemeinschaften klug moderieren und Formate finden, die den Fußball attraktiv halten.
- Die Verwaltung muss schlanker werden, damit in den Vereinen mehr Zeit für das Wesentliche bleibt – das Geschehen auf dem Platz.
- Ein Kreisspielleiter darf kein reiner Verwalter von Paragrafen sein. Er muss Moderator, Krisenmanager und vor allem Ansprechpartner auf Augenhöhe sein.“


"Mein Vorgänger legte eine hervorragende Basis"


Sein Ziel sei es dabei nicht, "alles anders zu machen, denn unter meinem Vorgänger wurde eine hervorragende Basis gelegt. Mein Ziel ist es, das Bewährte zu bewahren und dort anzupacken, wo der Schuh drückt." 

Dabei verspricht er drei Dinge für seine Amtszeit:
    
"1. Entscheidungen sollen nachvollziehbar und transparent sein. Mein Telefon ist für die Vereine offen.
2. Mein Team und ich werden die Spielordnung nicht als starres Korsett sehen, sondern als Werkzeug, um den Spielbetrieb so flexibel wie möglich zu gestalten und zu modernisieren. Vor allem geht es darum, den Spielkreis 1 zukunftsfähig zu machen. Dazu habe ich auf der Basis der Arbeitstagungen im vergangenen Herbst bereits einige Ideen entwickelt, die ich aber als erstes den Vereinen vorstellen möchte. 
3. Der BFV und die Vereine sind keine Gegner. Wir sitzen im selben Boot. Ohne eine ehrliche und offene Zusammenarbeit gibt es keinen Spielbetrieb."


Ralf Riemke hat also klare Ziele und Vorstellungen und sagt abschließend: „Ich trete dieses Amt mit Respekt an, aber auch mit einer großen Portion Vorfreude. Ich freue mich darauf, die Zukunft unseres Kreises gemeinsam mit den Vereinen zu gestalten!“


Der Platz in Elsendorf wurde mutwillig mit einem Fahrzeug zerstört.Die Wiederherstellung kostete den Verein 28.000 Euro. 
fve


Sozialstiftung: 7500 Euro-Scheck für FV Elsendorf

Im Rahmen des Kreistags in Kulmbach wird auch ein Spendenscheck der BFV-Sozialstiftung in Höhe von 7500 Euro an Stefan Oberst, 1. Vorstand des FV Elsendorf, übergeben. Im Oktober 2024 hatte ein „Rallye-Fahrer“ den Sportplatz des Vereins mutwillig zerstört. Zwar konnte der Täter gefasst werden, doch die Chancen auf Schadensersatz sind gering. Der Verein musste die Reparaturen in einer Gesamthöhe von fast 28.000 Euro kurzfristig selbst stemmen und war dabei in eine existenzbedrohende finanzielle Schieflage geraten.

Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kreistage sind wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:

So können die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll.
Zudem wird ein Meinungsbild abgefragt, inwieweit eine Gelb-Rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine Gelb-Rote Karte keine Folge für das darauffolgende Spiel.
Schließlich wird ein Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt – die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen (Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der erklärungsbedürftigen Handhabung beibehalten?“

Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.

anpfiff.info wird in Kulmbach vor Ort sein und berichten!

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