Michael Pfauntsch wurde zum Nachfolger
von Siegfried Tabbert (77) gewählt, der seit 2017 als Vorsitzender an
der Spitze des Kreises gestanden hatte. Insgesamt stehen im Freistaat 22
Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche
Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. Die Zusammenkunft
in Selb war der Auftakt zum oberfränkischen Kreistags-„Dreierpack“.
Bereits an diesem Samstag (31. Januar 2026) steht in Sonnefeld ab 10.30
Uhr der Kreistag Coburg/Kronach/Lichtenfels auf dem Programm, ehe sich
die Delegierten am Mittwoch, 4. Februar 2026, um 19 Uhr in Kulmbach
zum Kreistag Bamberg/Bayreuth/Kulmbach treffen.
Im
Fokus des Kreistags stand jetzt vor allem die Wahl der neuen
Führungsmannschaft auf Kreisebene. In der Porzellanstadt wählten die
Delegierten den 51 Jahre alten Michael Pfauntsch aus Nagel im Landkreis
Wunsiedel einstimmig zum neuen BFV-Kreis-Vorsitzenden.
Zudem
ist der bisherige Kreis-Jugendleiter Thomas Fuchsstadt zum neuen
Kreis-Spielleiter gewählt worden. Dessen Position als
Kreis-Jugendleiter wiederum nimmt künftig Christopher Franek wahr. Für
eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde Fabian Röthig als
Kreis-Beauftragter für den Frauen- und Mädchenfußball. Der von den
Schiedsrichtergruppen bereits zum neuen Kreis-Schiedsrichterobmann
gewählte Eugen Schäfer ist jetzt von den Delegierten des Kreistags
bestätigt worden. Daniel Schaller als Kreis-Sportgerichtsvorsitzender
und Matthias Kodisch als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter sollen in eine
weitere Amtszeit gehen, im Nachgang dem BFV-Präsidium zur Berufung
vorgeschlagen werden und so den neuen Kreis-Ausschuss komplettieren.
Kinderfußball-Allianz: Kern spricht von „historischem Schulterschluss!“
Beim
Kreistag des nord-östlichsten Kreises im Bayerischen
Fußball-Verband war auch BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in
seiner Rede unter anderem auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr
2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
für Grundschulkinder einging und den Stellenwert des Ehrenamts, das
gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs unterstrich und
besonders den historischen Schulterschluss mit den bayerischen
Profiklubs und die daraus resultierende bayerische Kinderfußball-Allianz thematisierte.
„Die
Anmeldezahlen bei den ganz Kleinen sind bayernweit überragend. Umso
mehr ist es jetzt unsere Aufgabe, diesen Spielerinnen und Spielern gute
Rahmenbedingungen zu bieten. Nur wer gut betreut wird und Freude am
Spiel hat, wird dabeibleiben und zu C-, B- und A-Jugendlichen
heranwachsen. Deshalb halten wir gezielt Angebote für Jugendtrainerinnen
und -trainer bereit und schaffen noch mehr Ausbildungs- und
Fortbildungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit den Vereinen der 1. und
2. Bundesliga sowie der 3. Liga haben wir eine Allianz gegründet –?ein
historischer Schulterschluss?aller Profiklubs mit dem Bayerischen
Fußball-Verband und seiner Sozialstiftung in der nun bald 80-jährigen
Geschichte des BFV.?Gemeinsam?bieten?wir?allen?unseren?Vereinen je
zwei kostenlose Ausbildungen zum Kindertrainer an“, sagte Kern und
verwies in seiner Rede darauf, dass die Online-Anmeldung zu den ersten Terminen ab sofort möglich ist.
Vorausschau auf die anstehende Kreis-Reform in Oberfranken
Bezirks-Vorsitzender
Thomas Unger kündigte auf dem Kreistag in Selb für die kommenden vier
Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell drei
oberfränkischen Fußball-Kreise an. „Kriterium ist die Zahl der Vereine
mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb
teilnehmen“, sagte Unger. Mindestens 100 Klubs sieht die BFV-Satzung
vor, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Aktuell liegen die
Kreise Bamberg/Bayreuth/Kulmbach (164) sowie Coburg/Kronach/Lichtenfels
(120) über der Sollzahl, während im Kreis Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel
zuletzt 85 Vereine gezählt worden sind, die für das Kriterium in
Betracht zu ziehen sind. „Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung
brauchen. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen. Wir werden das
nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch. In einer AG werden wir
Modelle erörtern. Deshalb heute die erste Information, die ihr
mitnehmen und in euren Vereinen diskutieren sollt“, sagte Unger, der den
Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028
ein außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin gemeinsam
erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll.
Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb
Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in
den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu
möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es
um drei Themenkomplexe:
So
konnten die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei
Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber
analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten
entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll.
Ergebnis: 97,7 Prozent stimmten für die Beibehaltung der
Verlängerung. 2,3 Prozent waren für eine Abschaffung.
Zudem ist abgefragt worden,
inwieweit eine Gelb-Rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine
Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene
Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine Gelb-Rote Karte keine
Folge für das darauffolgende Spiel. 77,5 Prozent stimmten gegen die
Einführung einer automatischen Spielersperre nach einer Gelb-Roten
Karte. 22,5 Prozent waren für die Einführung.
Schließlich ist ein
Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt worden –
die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB
modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen
(Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines
aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel
oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt
werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im
Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der
erklärungsbedürftigen Handhabung
beibehalten?“ Hier sprachen sich 60,5 Prozent für die Beibehaltung auch
unter den neuen Regelungen, 39,5 waren für eine Abschaffung.
Die
Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können
aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort
entschieden werden.
Scheck der BFV-Sozialstiftung für Deutsch-Tschechische Fußballschule
Beim
Kreistag in Selb ist zudem eine Spende der BFV-Sozialstiftung in Höhe
von 2000 Euro an Gerhard Prell, den Geschäftsführer der
Deutsch-Tschechischen Fußballschule, überreicht worden. Die
Fußballschule hatte im Rahmen einer bayernweiten Mini-EM 2025 ein
grenzüberschreitendes U11-Turnier mit 18 Teams aus verschiedenen
Nationen durchgeführt und um Unterstützung gebeten, um zusammen mit
weiteren Fördergeldern und Spenden die Kosten in Höhe von insgesamt
70.000 Euro zu decken. Jetzt gab es in Selb den Scheck aus den Händen
von BFV-Präsident Christoph Kern, dem Bezirks-Vorsitzenden Thomas Unger
sowie dem neuen Kreis-Vorsitzenden Michael Pfauntsch und seinem
Vorgänger Siegfried Tabbert.