Nach Kreistag: Michael Pfauntsch neu an der Spitze - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 31.01.2026 um 08:33 Uhr
Nach Kreistag: Michael Pfauntsch neu an der Spitze
Nach Ober- und Niederbayern, Schwaben und Unterfranken sowie der Oberpfalz ist das Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) jetzt auch für die Vereine in Oberfranken gestartet: Im Selber Rosenthal-Theater haben 137 Delegierte beim Kreistag Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel die Weichen für die Zukunft gestellt.
Von BFV
Der neue Kreisvorsitzende Michael Pfanschtsch (Mitte) mit Thomas Unger und Christoph Kern
BfV
Michael Pfauntsch wurde zum Nachfolger von Siegfried Tabbert (77) gewählt, der seit 2017 als Vorsitzender an der Spitze des Kreises gestanden hatte. Insgesamt stehen im Freistaat 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm. Die Zusammenkunft in Selb war der Auftakt zum oberfränkischen Kreistags-„Dreierpack“. Bereits an diesem Samstag (31. Januar 2026) steht in Sonnefeld ab 10.30 Uhr der Kreistag Coburg/Kronach/Lichtenfels auf dem Programm, ehe sich die Delegierten am Mittwoch, 4. Februar 2026, um 19 Uhr in Kulmbach zum Kreistag Bamberg/Bayreuth/Kulmbach treffen. 

Im Fokus des Kreistags stand jetzt vor allem die Wahl der neuen Führungsmannschaft auf Kreisebene. In der Porzellanstadt wählten die Delegierten den 51 Jahre alten Michael Pfauntsch aus Nagel im Landkreis Wunsiedel einstimmig zum neuen BFV-Kreis-Vorsitzenden. 

Zudem ist der bisherige Kreis-Jugendleiter Thomas Fuchsstadt zum neuen Kreis-Spielleiter gewählt worden. Dessen Position als Kreis-Jugendleiter wiederum nimmt künftig Christopher Franek wahr. Für eine weitere Amtszeit wiedergewählt wurde Fabian Röthig als Kreis-Beauftragter für den Frauen- und Mädchenfußball. Der von den Schiedsrichtergruppen bereits zum neuen Kreis-Schiedsrichterobmann gewählte Eugen Schäfer ist jetzt von den Delegierten des Kreistags bestätigt worden. Daniel Schaller als Kreis-Sportgerichtsvorsitzender und Matthias Kodisch als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter sollen in eine weitere Amtszeit gehen, im Nachgang dem BFV-Präsidium zur Berufung vorgeschlagen werden und so den neuen Kreis-Ausschuss komplettieren. 

Kinderfußball-Allianz: Kern spricht von „historischem Schulterschluss!“ 

Beim Kreistag des nord-östlichsten Kreises im Bayerischen Fußball-Verband war auch BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in seiner Rede unter anderem auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einging und den Stellenwert des Ehrenamts, das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs unterstrich und besonders den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus resultierende bayerische Kinderfußball-Allianz thematisierte. 

„Die Anmeldezahlen bei den ganz Kleinen sind bayernweit überragend. Umso mehr ist es jetzt unsere Aufgabe, diesen Spielerinnen und Spielern gute Rahmenbedingungen zu bieten. Nur wer gut betreut wird und Freude am Spiel hat, wird dabeibleiben und zu C-, B- und A-Jugendlichen heranwachsen. Deshalb halten wir gezielt Angebote für Jugendtrainerinnen und -trainer bereit und schaffen noch mehr Ausbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga sowie der 3. Liga haben wir eine Allianz gegründet –?ein historischer Schulterschluss?aller Profiklubs mit dem Bayerischen Fußball-Verband und seiner Sozialstiftung in der nun bald 80-jährigen Geschichte des BFV.?Gemeinsam?bieten?wir?allen?unseren?Vereinen je zwei kostenlose Ausbildungen zum Kindertrainer an“, sagte Kern und verwies in seiner Rede darauf, dass die Online-Anmeldung zu den ersten Terminen ab sofort möglich ist. 

Vorausschau auf die anstehende Kreis-Reform in Oberfranken 

Bezirks-Vorsitzender Thomas Unger kündigte auf dem Kreistag in Selb für die kommenden vier Jahre einen zwangsweisen neuen Zuschnitt der aktuell drei oberfränkischen Fußball-Kreise an. „Kriterium ist die Zahl der Vereine mit Herren-Mannschaften, die am aufstiegsberechtigten Spielbetrieb teilnehmen“, sagte Unger. Mindestens 100 Klubs sieht die BFV-Satzung vor, um einen eigeständigen Kreis bilden zu können. Aktuell liegen die Kreise Bamberg/Bayreuth/Kulmbach (164) sowie Coburg/Kronach/Lichtenfels (120) über der Sollzahl, während im Kreis Hof/Tirschenreuth/Wunsiedel zuletzt 85 Vereine gezählt worden sind, die für das Kriterium in Betracht zu ziehen sind. „Klar ist, dass wir eine zukunftsfähige Lösung brauchen. Das wollen wir in den nächsten Monaten angehen. Wir werden das nicht allein machen, sondern gemeinsam mit Euch. In einer AG werden wir Modelle erörtern. Deshalb heute die erste Information, die ihr mitnehmen und in euren Vereinen diskutieren sollt“, sagte Unger, der den Zeitplan für das weitere Vorgehen vorstellte: So ist für das Jahr 2028 ein außerordentlicher Bezirkstag geplant, der die bis dahin gemeinsam erarbeitete Neuaufteilung verabschieden soll. 

Meinungsbilder zu möglichen Reformen im Spielbetrieb 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe: 

So konnten die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll. Ergebnis: 97,7 Prozent stimmten für die Beibehaltung der Verlängerung. 2,3 Prozent waren für eine Abschaffung. 
 
Zudem ist abgefragt worden, inwieweit eine Gelb-Rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine Gelb-Rote Karte keine Folge für das darauffolgende Spiel. 77,5 Prozent stimmten gegen die Einführung einer automatischen Spielersperre nach einer Gelb-Roten Karte. 22,5 Prozent waren für die Einführung. 
 
Schließlich ist ein Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt worden – die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen (Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der erklärungsbedürftigen Handhabung beibehalten?“ Hier sprachen sich 60,5 Prozent für die Beibehaltung auch unter den neuen Regelungen, 39,5 waren für eine Abschaffung. 

Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden. 

Scheck der BFV-Sozialstiftung für Deutsch-Tschechische Fußballschule 

Beim Kreistag in Selb ist zudem eine Spende der BFV-Sozialstiftung in Höhe von 2000 Euro an Gerhard Prell, den Geschäftsführer der Deutsch-Tschechischen Fußballschule, überreicht worden. Die Fußballschule hatte im Rahmen einer bayernweiten Mini-EM 2025 ein grenzüberschreitendes U11-Turnier mit 18 Teams aus verschiedenen Nationen durchgeführt und um Unterstützung gebeten, um zusammen mit weiteren Fördergeldern und Spenden die Kosten in Höhe von insgesamt 70.000 Euro zu decken. Jetzt gab es in Selb den Scheck aus den Händen von BFV-Präsident Christoph Kern, dem Bezirks-Vorsitzenden Thomas Unger sowie dem neuen Kreis-Vorsitzenden Michael Pfauntsch und seinem Vorgänger Siegfried Tabbert. 

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