TSV Karlburg 
Landesliga Nordwest - männlich, Erwachsene - Saison

Artikel veröffentlicht am 16.06.2019 um 06:00 Uhr
Unverhofft kommt oft: Karlburg erreicht Historisches
So manch einer wird in dieser Landesligasaison schon verwundert auf die Tabelle geschaut haben, als dort der Name TSV Karlburg prangte. Der letztjährige fast-Absteiger hatte sich in dieser Saison zu einer ernsthaften Spitzenmannschaft gemausert und die Liga aufgerollt. Dass es am Ende klappen würde, glauben die wenigsten, inklusive der Karlburger selbst, bis es dann schließlich soweit war.
Von Bastian Reusch
Der TSV Karlburg schreibt Geschichte und grüßt als Meister der Landesliga Nordwest.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ZUR MEISTERSCHAFT!

Zunächst hatte man ein bescheidenes Saisonziel

Es ist noch gar nicht so lange her, da feierte man beim TSV Karlburg gerade den Klassenerhalt in der Landesliga nach einer aufreibenden Relegation. Zwar hatte man gegen den TSV Gochsheim nicht gewonnen, aber durch die mehr erzielten Auswärtstore blieb den Karlburgern der Gang in die Bezirksliga schließlich erspart. Zwar hatte man sich punktuell verstärkt, jedoch waren die Neuzugänge eher eine Verbesserung der Breite als des generellen Niveaus. Entsprechend bescheiden war denn auch laut Meistertrainer Patrick Sträßer das anfängliche Saisonziel: "Das hat sicherlich einen Teil dazu beigetragen, dass wir besser wurden, vor allem, weil wir anders trainieren konnten. Unser Ziel war eigentlich der Klassenerhalt, mein persönliches Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz. Das hat Karlburg nämlich außer im ersten Jahr in der Landesliga noch nicht geschafft."

Wunschlos glücklich zeigten sich alle Beteiligten um den Erfolgscoach Patrick Sträßer (mi.) nach dem Schlusspfiff gegen den SV Euerbach/Kützberg (3:0).
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Natürlich weiß der Trainer, dass sich das nach einer so starken Saison extrem nach Tiefstapelei anhört, stellt aber auch klar: "Wir haben ja auch keine Neuzugänge von weiter oben bekommen und wenn du dann aus der Relegation kommst, dann wäre etwas anderes vermessen gewesen."

Eine gute Defensive als Basis

"Ich bin schon der Meinung, dass dieser abgedroschene Spruch ´im Sturm gewinnst du Spiele, in der Abwehr Meisterschaften´ etwas dran ist", beschreibt Sträßer die Marschroute, die er seiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben hatte. Eine stabile Defensive gebe Sicherheit, auch den Offensivspielern, die dann doch auch mal was riskieren können, ohne Angst, gleich ein Gegentor zu bekommen. Für dieses System stellten die Karlburger personell um, auch zum Leidwesen mancher Spieler: "Wir haben mit Marvin Schramm einen sehr guten Innenverteidiger nach einer Operation wieder fit bekommen. Im zur Seite hatte ich Marco Schiebel gestellt, der das eigentlich nicht wollte, aber ich war halt der Meinung, dass er uns auf dieser Position am meisten helfen kann." Auch Maurice Kübert und Jan Wabnitz vergisst der Trainer nicht zu erwähnen. "Es haben viele Dinge einfach zueinander gepasst und dann kommt ein solcher Erfolg heraus", lobt Sträßer.

Marvin Schramm (mi.) war einer der wichtigen Stützpfeiler für die defensive Stabilität des Meisters in dieser Saison. 
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Disziplin und defensive Arbeit

"Ich bin ja der Meinung, dass alle mit nach hinten arbeiten müssen. Vielleicht  bekommt man dann in der Schlussphase keine zwingende Offensivaktion mehr zustande, aber man fängt sich halt auch keines mehr ein", so der scheidende Coach weiter. Und in der Tat traten die Karlburger in vielen Spielen sehr diszipliniert auf, arbeiteten konzentriert sowie kompakt gegen den Ball wie beispielsweise gegen die Alemannia aus Haibach am drittletzten Spieltag. Auch in dieser Partie überzeugten die Karlburger als Kollektiv gegen eine rein personell besser besetzte Mannschaft. Der Trainer erklärt wie das ging: "Da haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Daran sieht man aber auch, dass Erfolg nicht immer attraktiv und einfach ist. Es war auch nicht immer beliebt, was ich da gemacht habe, aber ich treffe die Entscheidungen und muss mich da nach dem Kader richten. Was kann ich machen?"

Am Ende blieb nur noch pure Freude und Genuss des Moments.
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Leichte Schwankungen, aber keine Schwächephasen


Dabei verlangt Sträßer stets Einsatzwille, Ehrgeiz und den Willen zum Kampf. Nichtsdestotrotz ist er auch beeindruckt von der mentalen Stärke seines Teams, insbesondere in der Schlussphase der Saison, als man im entscheidenden Spiel gegen den SV Euerbach/Kützberg (3:0) den SVlern nicht den Hauch einer Chance zum Sieg ließ: "Ich glaube, dass man in diesen Liegen ganz viel mit Fitness und Disziplin wett machen kann. Wenn man Erfolg hat, dann macht es auch Spaß, deswegen sehe ich auch über manche Punkte hinweg, bei denen ich sagen kann, dass es vielleicht nicht schön, aber erfolgreich war."

Die Vereinsfahne wehte nach dem Finale gegen Euerbach über den Platz.
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Letztlich erreichten die Karlburger aufgrund dieses Konglomerats an Faktoren die Meisterschaft. Zwar gab es im September ein kleines Auf und Ab zwischen Heim-/Auswärtsspielen, da es vor eigenem Publikum nicht so richtig laufen wollte, aber zwei Niederlagen hintereinander mussten die Karlburger beispielsweise nicht hinnehmen. "Jede Mannschaft hatte mal eine Schwächephase, ob das Höchberg in der Hinrunde war oder Lengfeld und Euerbach in der Rückrunde. Wir waren die konstanteste Mannschaft und so haben wir die Meisterschaft erreicht. Manchmal muss man auch mal mit einem Punkt leben."

Sportheim, das goldene Buch, ein Bus nach Röllbach und Malle

Letztlich kann Sträßer gar nicht mehr sagen, wann man schließlich realisiert hatte, dass man wirklich die Meisterschaft einfahren kann: "Man denkt da schon manchmal dran, umso näher das kommt. Der Punkt in Haibach war natürlich ein Meilenstein." Letztlich brachen nach dem 3:0 und dem damit verbundenen Titel alle Dämme. Schon auf dem Platz feierte die Mannschaft mit ihrem Trainer ausgiebig und genoss diese Momente ausgiebig. "Wir fuhren ja mit einem Bus nach Röllbach, den der Verein dankenswerterweise organisiert hat. Zuvor gab es einen Sektempfang beim Bürgermeister in Karlstadt, wo wir uns ins goldene Buch der Stadt eintragen durften. Dann haben wir in Röllbach gefeiert und sind schlussendlich mit dem aktivierten Faschingswagen in einem Umzug durch Karlburg gefahren. Das war schon unvergesslich dieser Tag."

Sträßer macht erst einmal Pause

Mit Wehmut schaut der scheidende Trainer nicht auf seine Zeit in Karlburg zurück und wird nun erst einmal Pause machen. "Ob ich nochmal was mache, weiß ich nicht. Mir geht es momentan sehr gut und ich genieße die Zeit. Für Karlburg wird die Bayernliga ein schweres Projekt, aber sie haben sich ja auch mit dem ein oder anderen verstärkt. Ich werde die nahen Sportplätze ein wenig besuchen, mit ein paar Leuten die ich kenn ein weng fachsimpeln und dann wieder nach Hause fahren", beschreibt Sträßer seine nähere Zukunft. Den historischen Erfolg für den TSV Karlburg, den er, der Verein und das Team erreicht haben, wird er jedenfalls nicht vergessen.

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Tabellenplatzierung

Pl.
 
Team
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Tabellenverlauf


Top-Torschützen


Top-Vorlagengeber


Team in Zahlen

Spiele
30
Spiele gewonnen
17
Spiele unentschieden
6
Spiele verloren
7
:0
Zu-Null-Spiele
11
0:
Spiele ohne eigenen Treffer
6
Tore gesamt
52
Verschiedene Torschützen
12
Eigentore
0
Elfmetertore
5
Gelbe Karten
54
Gelb-rote Karten
2
Rote Karten
1
Eingesetzte Spieler
24
Zuschauer
3645
Zuschauerschnitt
243

Torbilanz nach Minuten


Serien

Am längsten ungeschlagen
14.10.2018 - 09.03.2019
7 Sp
21 Pkt
15:5 Tore
Am längsten ohne Sieg
13.04.2019 - 20.04.2019
2 Sp
1 Pkt
0:3 Tore
23.03.2019 - 30.03.2019
2 Sp
1 Pkt
1:4 Tore
02.09.2018 - 08.09.2018
2 Sp
1 Pkt
3:4 Tore
04.08.2018 - 11.08.2018
2 Sp
2 Pkt
1:1 Tore
Die meisten Siege in Folge
14.10.2018 - 09.03.2019
7 Sp
21 Pkt
15:5 Tore
Die meisten Remis in Folge
04.08.2018 - 11.08.2018
2 Sp
2 Pkt
1:1 Tore
Zuhause ungeschlagen
seit 20.10.2018
8 Sp
20 Pkt
16:3 Tore
Auswärts ungeschlagen
15.07.2018 - 09.03.2019
10 Sp
28 Pkt
25:8 Tore

Spieler-Bilanz

Spieler
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4,0
Übersicht enthält nur Verbandsspiele.



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