Christian Schiebel vor U19-Start: "Augenmerk auf erwachseneren Fußball!" - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 02.09.2026 um 06:00 Uhr
Christian Schiebel vor U19-Start: "Augenmerk auf erwachseneren Fußball!"
Christian Schiebel hat zur Vorbereitung gemeinsam mit Rainer Andert und Martin Reißenweber die U19 des FC Coburg in der Bezirksoberliga Oberfranken übernommen. Nach dem Abstieg aus der Landesliga visieren die Vestekicker sicherlich insgeheim die Rückkehr dahin wieder an, auch wenn Christian Schiebel zunächst die Weiterentwicklung der Mannschaft in den Fokus genommen hat, wie er im Gespräch preisgibt.
Von Alexander Grober
Letztes Jahr gemeinsam mit David Reich auf der Bank der FCC-U23: Christian Schiebel (re.).
Bernd Riemke / anpfiff.info
Herr Schiebel, sie haben zur neuen Saison die U19 des FC Coburg übernommen. Wie kam dieses Engagement zustande, nachdem sie in der letzten Saison die U23 unter ihren Fittichen hatten - erst als Co, dann als Chef?
Christian Schiebel: Letzte Saison war ich zu Beginn ja noch Co-Trainer von Lars Teuchert in der U23. Im Winter habe ich dann die Möglichkeit bekommen, Cheftrainer zu werden, nachdem Lars Teuchert leider nicht mehr weitermachen wollte. Kurz bevor ich „Chef“ wurde, hatte ich mich bereits für kommende Saison für die U19 entschieden, da ich mich nach einer Chefposten-Rolle gesehnt hatte. Zum selben Zeitpunkt stand auch fest, dass Lukas Carl die U23 übernimmt. Mir hat das halbe Jahr als Trainer der U23 sehr viel Spaß gemacht. Ich habe hier viel Arbeit und Mühe reingesteckt. Die Mannschaft hatte ich auf dem vorletzten Platz übernommen. Wir konnten dann die Klasse direkt halten. Da bin ich schon stolz auf die Jungs und das Trainerteam, welches noch aus David Reich und Martin Reißenweber bestand.

Christian Schiebel
anpfiff.info
Wie hat die Sommervorbereitung ausgesehen? Auf welche Punkte haben sie besonders Wert gelegt in den jüngsten Wochen mit Ihrem Team?
Christian Schiebel: Unsere Vorbereitung starteteEnde Juli. Viele Jungs kannte ich bereits. Ttsächlich habe ich einige 2008er bereits in der F-Jugend trainieren dürfen. Auch das war ein Grund dafür, dass ich die U19 genommen habe. Ich wusste natürlich, dass ich technisch und taktisch gut ausgebildete Spieler bekomme. Dennoch lag mein Augenmerk auf meinem Spielsystem und auf erwachsenerem Fußball. Die Jungs mussten sich am Anfang des Öfteren anhören, dass ich sie von ihrem „Kinderfußball“ wegbringen möchte. Da ich zwei Jahre in der U23 tätig war, habe ich gesehen, was den Jungs noch fehlt, wenn Sie in den Herrenbereich kommen. Genau das hat sich dann in den Tests gegen Rot-Weiß Erfurts U17-Bundesliga-Team und die U19 des FC Schweinfurt 05 aus der Bayernliga auch bezahlt gemacht. Zwar wurden beide Spiele verloren, aber um Ergebnisse geht es hierbei nicht. Was die Jungs gegen Schweinfurt in der ersten Halbzeit geleistet haben, hat meinen vollsten Respekt, auch wenn wir aus diversen Gründen in der zweiten Halbzeit eingebrochen sind.  Wir sind auf einem guten Weg. Aber ich habe die Jungs noch nicht da, wo ich sie haben möchte. Hierbei unterstützt mich mein Trainerteam, welches aus Rainer Andert und Martin Reißenweber besteht. 

Welche Veränderungen in Form von Zu- und Abgängen hat es in Ihrem Team gegeben?
Christian Schiebel: Leider haben uns drei, vier Spieler verlassen. Der Hauptgrund hierfür war der Abstieg aus der Saison zuvor. Mit Efe Düzgün konnten wir einen Spieler wieder für uns begeistern, der zuvor aufgehört hatte, Luis Müller konnten wir mit viel Überzeugungsarbeit bei uns halten. Zudem haben wir mit Linus Niedziela vom TSV Unterlauter einen Spieler holen können, der es im Training wirklich ordentlich macht, sich nun aber leider verletzt hat. Der Kader ist etwas dünn. Wir können aber auf eine sehr starke U17 zurückgreifen. Zudem haben wir vier 2008er bei meinem Bruder in der ersten Mannschaft, welche spielberechtigt für die U19 sind. 

Welche Rolle möchten Sie mit Ihrer Mannschaft in der U19-Bezirksoberliga spielen? Welches Saisonziel peilen Sie an?
Christian Schiebel: Ich möchte natürlich den größtmöglichen Erfolg. Ob das gelingt, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wo stehen wir wirklich? Sind wir in den entscheidenden Momenten da und konzentriert? Bleiben alle verletzungsfrei? Haben wir das nötige Glück? Das können entscheidende Fragen sein, die anhand von Kleinigkeiten entschieden werden können.

Einer der U19-spielberechtigten, die bereits im Herrenbereich Erfahrung sammeln konnten: Moritz Ötter (re.) - hier im jüngsten Derby gegen den TSV Mönchröden.
Anna Raithel / anpfiff.info

Wie schätzen Sie insgesamt die Liga ein? Welche Teams werden die Favoriten im Kampf um die Meisterschaft sein?
Christian Schiebel: Ehrlich gesagt kann ich die Liga überhaupt nicht einschätzen. Als ich unserer U19 letztes Jahr in der Landesliga zugesehen habe, gab es da schon einige gute Mannschaften und Kicker. Die Bezirksoberliga ist Neuland für mich. Ich lasse mich überraschen. Um die Meisterschaft werden die JFG Bayreuth-West und die JFG Kunstadt-Obermain spielen. Zudem wird uns noch irgendeine Mannschaft überraschen. 

Blicken wir voraus auf die erste Aufgabe in der neuen Saison bei der JFG Kunstadt-Obermain. Können Sie den Gegner irgendwie einschätzen? Worauf wird es ankommen?
Christian Schiebel: Ich höre über unseren ersten Gegner viel Gutes. Eine Truppe, die schon lange zusammenspielt und sich kennt. Da kommt ein eingeschworener Haufen auf uns zu, der letztes Jahr aufgestiegen ist. An ihrer Kerwa wollen Sie sicherlich feiern. Es kommt aber nur auf uns selbst an, ob wir alles abrufen und auf den Platz bringen, was wir können. Sollte das so sein, vertraue ich meinen Jungs und auf ihre Stärken.

Wie schätzen Sie die generelle Entwicklung im Amateurfußball und Jugendfußball ein?
Christian Schiebel: Ich finde ich es immer gut. Egal welchem Verein und welcher Liga zugehörig, jeder trägt einen Teil dazu bei, dass es überhaupt läuft. Jeder macht irgendwo mit seinen Mitteln gute Arbeit. Dennoch finde ich die Entwicklungen unterhalb der Herren-Bezirksliga sowie unterhalb der U19-Bezirksoberliga  kritisch. Man sieht nahezu nur noch JFG und SG. Da arbeiten dann nicht nur zwei, drei Mannschaften zusammen, sondern sogar bis zu fünf, oder mehr über mehrere Kilometer verstreut. Zudem sieht man auf den Trainingsplätzen oft nicht einmal zweistellige Teilnehmeranzahlen. Nicht falsch verstehen, alle versuchen ihr Bestes. Aber wir müssen die Jugend wieder mehr auf die Plätze bringen. 

Ihre Schlussworte
Christian Schiebel: Meine Jungs aus der U19 sind top, sportlich wie charakterlich. Ich bin froh und stolz ihr Coach sein zu dürfen.

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