Artikel veröffentlicht am 08.06.2021 um 06:00 Uhr
Vor Ligacup-Finale: Altstädter können Saison vergolden
Die Enttäuschung auf der Jakobshöhe über die verpasste Relegation ist inzwischen überwunden und die 0:7-Niederlage in Aschaffenburg, als die Gelbschwarzen mit einer leicht verstärkten U23-Mannschaft antraten, hatte ohnehin nur statistischen Wert - wenn überhaupt. Doch beim heutigen Pokalfinale in Eichstätt geht es um die Chance, die zurückliegende Serie zu vergolden - sportlich wie finanziell.     
Von Hans-Jürgen Wunder
Eigentlich wollte die SpVgg Bayreuth die völlig bedeutungslose Partie bei Viktoria Aschaffenburg ja absagen. Der FC Schweinfurt hatte sich eine Woche vorher mit dem 4:0-Sieg im Hans-Walter-Wild-Stadion die Teilnahme an der Relegation gesichert und die verbleibenden beiden Partien in der Play-Off-Runde war nicht mehr als Schaulaufen. Allerdings bissen die Gelbschwarzen bei den Viktoria-Verantwortlichen auf Granit, die dieses Spiel noch durchziehen wollten. Deshalb schickte die Spielvereinigung ihren zweiten Anzug, der sich weitgehend aus U23-Spielern rekrutierte und sogar mit einigen Jugendspielern garniert war. Dass die zusammengewürfelte Truppe gegen Gastgeber, die sich für ihre 0:4-Pleite in der Wagnerstadt revanchieren wollte, nicht konkurrenzfähig war, dürfte von Beginn an klar gewesen sein. Am Ende konnte sich Aschaffenburg über einen 7:0-Kantersieg freuen - oder auch nicht, weil es um nichts ging und die Dominanz schon an der Aufstellung ersichtlich war: Letztlich war nur die Höhe des Sieges fraglich.

Abwehrmann Nico Moos (re.) war am vergangenen Samstag einer der wenigen Akteure aus dem Regionalligakader. 
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Rätselraten über Anfangself

Fest steht, dass im Finale beim VfB Eichstätt eine ganz andere SpVgg-Mannschaft als zuletzt in Aschaffenburg stehen wird. Wer aber das Vertrauen von Trainer Timo Rost erhält und von Beginn an auflaufen wird, steht in den Sternen. Denn nach der Pleite gegen Schweinfurt hatte der Altstädter Coach im Pokalhalbfinale gegen Illertissen fast komplett durchgewechselt - nur Marcel Götz war in der Startelf verblieben. Und diese neuformierte Elf tat sich gegen den Regionalligazwölften sehr schwer. Im ersten Durchgang hatten die Gäste sogar leichte Vorteile, obwohl sie über keinerlei Spielpraxis verfügten. Erst als Markus Ziereis kurz nach der Pause traf, erarbeiteten sich die Altstädter zahlreiche Torchance. Dabei war durchaus eine höhere Führung als das 2:0 durch Alexander Nollenberger möglich. Am Ende musste Bayreuth nach dem Anschlusstreffer und der Ampelkarte gegen Tobias Weber sogar noch etwas um den Finaleinzug bangen. Auch die Eichstätter setzten sich mit einem knappen 2:1-Sieg  gegen den TSV Buchbach durch. Dabei profitierte die Mattes-Elf von drei Strafstößen, die ihnen zugesprochen wurden. 

Marcel Götz (re.) war der einzige Akteur, der nach dem Schweinfurt-Spiel auch im Pokal von Beginn an auflaufen durfte.
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Gutes Omen 

„Wir können in Eichstätt Historisches schaffen! Der Einzug in den DFB-Pokal wäre für uns und unseren Verein eine Super-Sache, gerade zum 100-jährigen Jubiläum. Jeder Spieler träumt von so einer Gelegenheit. Das ist eine große Chance, die wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten hart erarbeitet haben und die wir nutzen wollen. Wenn wir das schaffen, können wir auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken und uns gleichzeitig auf das nächste Jahr und einen attraktiven Gegner im Pokal freuen“, meint Timo Rost vor der Partie. Optimistisch dürfte ihn stimmen, dass seine Mannschaft in der Punkterunde zweimal gegen VfB-Kicker die Oberhand (1:0 und 2:1) behielt. Allerdings müssen die Altstädter gewarnt sein. „Wir wissen, dass Eichstätt vor allem auf ihrem eigenen Platz ein schwerer Gegner ist, nicht erst nach dem Sieg gegen Schweinfurt. Aber wir konzentrieren uns auf uns und unsere Leistung. Wenn wir unsere Stärken und die richtige Einstellung auf den Platz bringen, dann bin ich optimistisch. Natürlich werden wir alles dafür tun, um dieses Spiel zu gewinnen", sagt er unverdrossen.  

anpfiff.info berichtet ab 18:30 Uhr live aus Eichstätt

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Spielstenogramm

SpVgg Bayreuth: Zahaczewski 2,0, Moos 2,5 (82. Eder), Götz 2,5, Weber 3,5, Washausen 2,5, Nollenberger 2,5, Weimar 2,5 (64. Knezevic 3,5), Makarenko 3,0 (64. Maderer 3,0), Golla 3,0, Sulmer 3,0 (65. Danhof 2,5), Ziereis 2,0 (74. Wolf 3,0) / Kolbe, Messingschlager
FV Illertissen: Thiel F. 2,5, Wegmann 3,0, Keckeisen 2,5, Enderle 3,5 (59. Glessing 2,5), Rupp 2,0, Zeller 3,0 (59. Gölz 3,0), Maiolo 2,5, Rietzler 2,5, Strobel M. 3,0 (80. Dewein), Luibrand 3,0 (75. Smarzoch), Watanabe 2,5 (66. Fernandez 3,0) / Fendt, Boyer P.
Tore: 1:0 Ziereis (49., Makarenko), 2:0 Nollenberger (73., Danhof), 2:1 Keckeisen (80.)
Gelbe Karten: Washausen - Foulspiel (8.), Moos - Foulspiel (59.), Golla - Foulspiel (67.), Weber - Foulspiel (90.+1) / - | Gelb-rote Karten: Weber - Halten/Trikotziehen (90.+2) / -
Zuschauer: 300 | Schiedsrichter: Markus Pflaum (SV Dörfleins 1949 e.V.) 1,5

Direkte Duelle beider Teams

Saison
Sieger
Liga
Erg.
2017/18
REGL
 2:3
2017/18
Toto
 4:1
2017/18
REGL
 1:3
2018/19
REGL
 0:2
2018/19
-
REGL
 1:1
2019/21
REGL
 0:1
2019/21
-
Ligapokal
 2:2
2019/21
REGL
 2:1

Spielstenogramm

Tore: 0:1 Fenninger (5.)
Gelbe Karten: Istrefi - Foulspiel (36.), Schraufstetter - Halten/Trikotziehen (87.) / Weimar - Foulspiel (60.), Kracun - Foulspiel (82.)
Zuschauer: 770 | Schiedsrichter: Manuel Steigerwald (TSV Karlburg)


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