Artikel veröffentlicht am 25.03.2021 um 12:00 Uhr
Diskussionen um einen Abbruch: Prinzip Hoffnung “Abbrechen ist das letzte Mittel”
Nach der erneuten Verlängerung des Lockdowns ist natürlich die Diskussion über einen sofortigen Saisonabbruch aufgeflammt. Der Verband sieht diesen Abbruch aber weiter als letztes Mittel, wie der Kommentar von Dr. Rainer Koch in Facebook belegt. Auch beim BFV scheint dabei das Prinzip Hoffnung zu bestehen - mehr aber auch nicht.
Von Sebastian Baumann
In einem Zeitungsinterview hatte der Kreisspielleiter von Erlangen-Pegnitzgrund, Max Habermann,  einen sofortigen Saisonabbruch gefordert, weil er keine Möglichkeit mehr sieht in seinem Spielkreis die Saison noch zu Ende zu spielen. Zusätzlich forderte der Funktionär ein klares Signal aus München. Schließlich sind in einigen Ligen im Spielkreis noch bis zu 13 Spiele offen. Immer vorausgesetzt man kalkuliert noch eine Vorbereitungszeit von mindestens drei Wochen ein, auf die sich der Verband mittlerweile festgelegt zu haben scheint, ist nicht mehr viel Zeit für eine reguläre Saisonfortsetzung bis zum Stichtag, dem 30.06.2021.

Max Habermann
anpfiff.info

Koch sieht Abbruch als letztes Mittel

In einem Kommentar zu dem Artikel auf Facebook schreibt auch Dr. Rainer Koch seine Sicht der Dinge und will einen Abbruch weiterhin nur als letztes Mittel einsetzen. “Wir haben 4500 Vereine im BFV; wie immer in den vergangenen 12 Pandemie-Monaten werden wir auch bei allen jetzt anstehenden Fragestellungen sehr besonnen unsere Entscheidungen vorbereiten und weiter sehr genau auf die Meinungen der Basis, die im zurückliegenden Jahr alle Entscheidungen des BFV-Vorstands jeweils mit sehr großer Mehrheit mitgetragen haben, hören”, erklärt der Verbandspräsident und will weiter auf eine sportliche Lösung setzen. 

Weitere sportliche Lösung im Fokus

Doch wie diese Lösung aussehen wird, das kann natürlich auch der Verbandspräsident nicht sagen, schließlich sind die Rahmenbedingungen in den Kreisen viel zu unterschiedlich. “Die Basis ist aber überall in Bayern anzutreffen und nicht nur in einem Fußballkreis, der die Besonderheit aufweist, dass in seinen Ligen im Vergleich zu nahezu allen anderen BFV-Kreisen noch extrem viele Spieltage offen sind. Es ist ein großer Unterschied, ob wie in den von Max Habermann terminierten Ligen noch bis zu 13 Spieltage offen sind oder wie fast überall sonst in Bayern nur noch deutlich weniger Spiele offen sind. Das alles gilt es zu berücksichtigen und natürlich ist es auch wichtig, den Entscheidungen so weit es geht sportliche Lösungen zu Grunde zu legen.

Dr. Rainer Koch
Fabian Frühwirth, BFV


Noch drei Monate Zeit?

Für Dr. Rainer Koch ist dementsprechend noch genug Zeit, um die Saison noch regulär zu beenden. “Einfach auf die Schnelle abbrechen und Absteiger per Quotientenregelung festzulegen, das ist für mich eben nur das letzte Mittel. Soweit sind wir aber noch nicht, denn aktuell, also heute am 24. März, stehen im laufenden Spieljahr noch über drei Monate im Kalender zur Verfügung.” 
Doch realistisch scheint diese Sicht der Dinge nicht zu sein. Nicht nur die vielen Spiele im Spielkreis Erlangen-Pegnitzgrund sprechen dagegen, sondern auch die steigenden Inzidenzzahlen in Städten und Landkreisen. Schließlich geht es den Worten des Verbandspräsidenten nach auch um sportliche Fairness und die kann nur erreicht werden, wenn auch alle Mannschaften die gleichen Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die Restsaison haben.

Zwar soll nach dem 12. April - zumindest nach Aussagen von Ministerpräsident Markus Söder - wieder Trainingsbetrieb mit Kontakt zugelassen werden, doch eben nur bei einer Inzidenz von unter 50 oder mit Schnelltests bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100. Die Schnelltests müssten die Vereine oder Spieler selber zahlen - in Zeiten fehlender Einnahmen der Vereine. Viele Vereine dürfen nicht einmal ohne Kontakt trainieren, weil die Zahlen deutlich höher liegen als der Inzidenzwert von 100 - so soll also dann sportliche Fairness bei der Vorbereitung auf eine neue Saison aussehen?

Noch gar nicht klar ist im Übrigen, wann auch Sportveranstaltungen wieder erlaubt sein werden. Spiel ohne Zuschauer hatten die Vereine ja bereits abgelehnt. Auch dazu gab es eine Umfrage vom Verband, an die er sich dann auch halten muss.

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