Herzblut, Teamgeist und Spaß: FC Pegnitz: Mit altem Kampfgeist zurück - anpfiff.info
Artikel veröffentlicht am 01.09.2026 um 18:00 Uhr
Herzblut, Teamgeist und Spaß: FC Pegnitz: Mit altem Kampfgeist zurück
Nach dem sofortigen Wiederaufstieg treten die Fußballerinnen des FC Pegnitz in dieser Saison in Mittelfranken an. Trainer Simon Aures setzt im Kampf um den Klassenerhalt auf eine verschworene Gemeinschaft und hochtalentierte Nachwuchskräfte.
Von Jürgen Masching
Simon Aures trainiert die Frauen des FC Pegnitz.
Jürgen Masching
Die glorreichen Zeiten am Buchauer Berg mögen fast ein Jahrzehnt zurückliegen, doch die Erinnerungen an die erfolgreichste Ära des Pegnitzer Frauenfußballs sind noch immer präsent. In der Saison 2015/2016 mischte der FC in der Bayernliga mit und beendete das Premieranjahr auf einem starken siebten Platz. Was folgte, waren Jahre des sportlichen Auf und Abs: Nach dem Bayernliga-Abstieg 2019 und einer durchwachsenen Post-Corona-Zeit in der Bezirksoberliga Oberfranken musste das Team in der Saison 2024/2025 den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten.

Doch der Neuaufbau glückte prompt. Unter Trainer Simon Aures sicherte sich die Mannschaft nach einer starken Saison den sofortigen Wiederaufstieg – auch wenn das berühmte i-Tüpfelchen zunächst fehlte. Im alles entscheidenden Endspiel um die Meisterschaft dominierte Pegnitz gegen die SG Burk/Schlaifhausen lange und führte mit 1:0, musste sich am Ende jedoch beugen. Da die Spielgemeinschaft ihr Aufstiegsrecht aber nicht wahrnahm, rückte der FC Pegnitz hochverdient nach. Das Besondere in diesem Jahr: Die Mannschaft geht nicht mehr in Oberfranken, sondern in der Bezirksoberliga Mittelfranken an den Start. Für den Pegnitzer Übungsleiter kein Grund zur Sorge: „Ob wir in Oberfranken spielen oder in Mittelfranken, die Wege sind die gleichen.“

Verletzungssorgen und weite Auswärtsfahrten

Gemeinsam mit seiner spielenden Co-Trainerin Patricia Gebhardt geht Aures realistisch in die neue Spielzeit und sieht sein Team naturgemäß in der Außenseiterrolle. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich die Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln“, gibt der Coach die Marschroute vor. Ein Unterfangen, das nicht ohne Hürden sein wird. Die logistische Belastung ist enorm: Der FC Pegnitz hat die weitesten Fahrten der Liga vor der Brust. Bei Auswärtsspielen, die sonntags um 11 Uhr angepfiffen werden, ist für die Mannschaft oft schon um 8 Uhr morgens Abfahrt.

Zudem plagen das Trainerteam Personalsorgen. Der ohnehin dünne Kader wird bereits jetzt durch erste Langzeitverletzte geschwächt – ein Umstand, der schmerzt. Hinzu kommt das generelle Standortproblem, mit dem der Verein im Vergleich zu den Ballungsräumen um Nürnberg oder Erlangen zu kämpfen hat: „Es gehen viele Spielerinnen, die du ausgebildet hast, in diesen Raum und kommen leider dann nicht mehr zurück“, bedauert Aures.

Eine hoch veranlagte Torhüterin: Karla Rupprecht. 
Jürgen Masching / anpfiff.info

Die Jugend als entscheidender Trumpf

Doch der Trainer hat ein Ass im Ärmel: die Jugend. Das Gerüst der Mannschaft bilden junge Spielerinnen, die langfristig an den Verein gebunden und systematisch aufgebaut werden sollen. Dass das funktioniert, beweist die Nachwuchsarbeit des FC. Die U17 ist soeben in die Landesliga aufgestiegen und dient als wertvolles Reservoir für die erste Mannschaft. Aures plant, immer wieder Talente hochzuziehen – wie beispielsweise Torhüterin Clara Rupprecht (Jahrgang 2010), die enormes Potenzial mitbringt. Dieser starke Zusammenhalt macht die Fluktuation in Richtung der Großstädte wett: „Die Gemeinschaft ist bei uns top, die Mädels sind fest verbunden mit dem FC Pegnitz“, lobt der Coach den Charakter seines Teams.

Harter Auftakt gegen Fiegenstall

Wie bei vielen anderen Vereinen verlief auch in Pegnitz die Vorbereitung durchwachsen. Urlaubsabwesenheiten und Verletzungen zwangen Aures immer wieder zu Umstellungen, sodass sich die Mannschaft in Testspielen selten einspielen konnte. Die letzten beiden Vorbereitungspartien gingen verloren – was man am Buchauer Berg jedoch nicht als schlechtes Omen für die Punkterunde werten will.

Wo der Aufsteiger wirklich steht, wird sich bereits am ersten Spieltag zeigen. Am Sonntag, den 4. September 2026 (Anstoß 13:30 Uhr), empfängt der FC Pegnitz die starke DJK Fiegenstall, die als Liganeuling im Vorjahr einen beachtlichen fünften Platz belegte. Im Anschluss warten die weite Reise nach Weinberg sowie das Heimspiel gegen den oberbayerischen Landesliga-Absteiger Obereichstätt. Es sind harte erste Prüfungen, doch Bange machen gilt nicht. Trainer Simon Aures gibt sich kämpferisch: „Wir werden alles reinwerfen. Was am Ende rauskommt, das wird sich zeigen.“

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