Von Frankenpost / Tino Peipmann
Zwar fällt der Triumph in Bad Aibling nicht so deutlich aus wie im Hinspiel, aber immerhin eins ist damit jetzt geschafft.
Nach dem 7:1 im Hinspiel hat der FFC Hof mit einem souveränen 3:1 (1:0)-Auswärtssieg beim Vorletzten TuS Bad Aibling jetzt zumindest nach unten keine Sorgen mehr. Mit dem Klassenerhalt in der Tasche kann man sich jetzt ohne Druck auf die oberen Gefilde der Tabelle konzentrieren. „Die Mannschaft wollte diesen Sieg unbedingt. Es war so ein Spiel, in dem du ab Beginn das Gefühl hattest: Das kann heute gar nicht schiefgehen“, sagt Siegfried Penka. Mit Spielausschussmitglied Patrick Möckel und Michael Chrupala, dem Vater von Außenspielerin Selina, genoss der FFC-Präsident einen entspannten Fußballabend bei Sonne und Blick auf die Alpen.
Köhler knapp – Raithel trifft
Ab Beginn sind die Gäste in Oberbayern das dominante Team. Vor allem defensiv ist der FFC griffig. Abwehrchefin Rebecca Campbell dirigiert die Verteidigung gut, Nebenspielerin Melina Schaller überzeugt auch durch starke Zweikampfführung und weil die beiden Außen Riley Rumbley und Emma Wich-Heiter auch gut dichtmachen, kommt Bad Aibling zu keinen nennenswerten Abschlüssen.
Auch nach vorn schwingen die Hoferinnen den Taktstock. Stephanie Köhler setzt das erste richtige Achtungszeichen. Es scheppert durch die ganze Anlage am Goldbachweg, als ihr direkter Freistoß an den Pfosten kracht. Nach einer guten halben Stunde fällt dann die überfällige Führung für Hof, als Schienenspielerin Lena Raithel in die Mitte einläuft und die Eingabe von Chrupala von der anderen Seite schulmäßig gegen die Laufrichtung der TuS-Keeperin einköpft (32.).
Intensive zweite Halbzeit
Auch nach dem Seitenwechsel ist der FFC klar tonangebend. Teilweise sehenswerte Kombinationen sorgen aber zunächst nicht für mehr Ruhe, weil es im Gefahrenbereich vorm Tor der Bad Aiblingerinnen an der nötigen Präzision oder der Schussschärfe beim Abschluss fehlt. Das Spiel ist jetzt auch von deutlich mehr Kampf geprägt – die abstiegsbedrohten Gastgeberinnen wehren sich mit allen Mitteln.
Nach einer Stunde gelingt Hof dann aber doch das 2:0. Nach dem nächsten Lattentreffer aus dem Gewühl heraus springt der Ball Kiara Kilbey vor die Füße, die ihn kompromisslos unter den Giebel des TuS-Gehäuses knallt (62.). Doch der Vorletzte kommt postwendend wieder ran. Bei einem der wenigen Vorstöße in den Strafraum des FFC wird eine Bad Aiblingerin im Gewühl von mehreren Spielerinnen von Schaller am Fuß getroffen, sodass diese wie in der Vorwoche einen Foulelfmeter gegen Hof verursacht. „Das war jetzt nicht so gravierend wie gegen Augsburg. So etwas passiert“, nimmt Hofs Trainer Ralf Bröcker die Verteidigerin aber in Schutz, lobt sie vielmehr für ihre starke Leistung. Und auch Penka merkt an: „Sie ist erst 17 Jahre alt. Sie hat ihr Zeug richtig gut gemacht.“
FFC lässt nichts anbrennen
Nachdem Hofs Torhüterin Anne-Marie Ulliac beim Elfmeter von Kämmerer zwar die richtige Ecke hat, aber doch nicht rankommt (64.), wittern die Gastgeberinnen noch mal ihre Chance – und das Spiel wird von der Gangart noch schärfer mit vielen Nickeligkeiten, versteckten Fouls und Diskussionen seitens des TuS. „Der Schiedsrichter hat das Spiel da sehr an der langen Leine gelassen, hätte vielleicht eher mal Gelb zeigen müssen“, sagt Bröcker. „Aber er hat seine Linie auch durchgehalten.“
Doch in Sachen Chancen lassen die Gäste selbst nichts mehr zu und sorgen dann auch beim Spielstand wieder für klare Verhältnisse. Erneut ist es Raithel, die ein Zuspiel schön annimmt und dann zum 3:1 vollstreckt (76.). Trotz anhaltender Hektik in der Schlussphase bringt Hof diesen Spielstand souverän und ungefährdet über die Zeit. „Wir hatten uns zwar vorgenommen, das Spiel zu Null über die Bühne zu bringen. Aber ein Elfmeter ist für die Torhüterin halt schwierig und sonst hat die Abwehr ganz stabil gestanden“, sagt der Hofer Trainer.
Den praktisch feststehenden Klassenerhalt nimmt er eher als Randnotiz. „Ja, freilich. Aber unsere Ziele waren ja trotzdem ein bisschen höher“, schließt Bröcker. „Wenn man nach vorne schaut, sind es auch nur sechs Punkte auf Platz zwei. Da sagst du dir schon: Da wäre heuer mehr drin gewesen. Das ist halt ärgerlich.“ Aber immerhin herrscht beim FFC gelöste Stimmung auf der Heimreise der längsten Auswärtsfahrt.
Spielbericht eingestellt am 26.04.2026 20:36 Uhr