Von Frankenpost / Niklas vom Ende
Der Wind über dem Ossecker Stadion trug an diesem Sonntagnachmittag nicht nur Blätter über den Platz, sondern auch die spürbare Enttäuschung, die sich mit dem Schlusspfiff des Fußball-Bayernligaspiels auf die Gesichter der Spielerinnen des FFC Hof legte. Sie hatten gekämpft, gerannt, gedrückt – und am Ende doch verloren. 0:1 gegen die junge, erstaunlich reife zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg. Ein Ergebnis, das so knapp war wie unverdient es sich anfühlte.
Schon nach einer Minute kam Lena Raithel im Strafraum frei zum Abschluss, ihr Schuss wurde im letzten Moment geblockt. Hof stand hoch, attackierte früh und suchte über Baumgärtner und Kastner immer wieder den Weg nach vorne. Nach knapp einer Viertelstunde hatte Marie Baumgärtner aus 20 Metern die große Chance zur Führung – der Ball strich hauchdünn am Pfosten vorbei.
Fast im Gegenzug schlug der Club zu: Eine flache Hereingabe von links, der erste Schuss landete am Lattenkreuz, den Abpraller verwandelte Anja Geiß aus kurzer Distanz zum 0:1 (16.). Nürnberg kam vor allem über die schnellen Flügelspielerinnen, während der FFC im Zentrum häufig mit langen oder hohen Bällen sein Glück suchte.
Die Gastgeberinnen steckten nicht auf. Isabel Kastner prüfte die starke Nürnberger Torhüterin mit einem Schuss aus spitzem Winkel, Kiara Kilbey versuchte es mehrfach aus der Distanz. Nürnberg blieb in dieser Phase kompakt, sicher im Stellungsspiel und gefährlich, sobald Platz zum Umschalten entstand.
Viele Chancen, kein Treffer
Nach der Pause das gleiche Bild: Hof kam mit Schwung aus der Kabine, Kastner hatte in der 47. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, setzte den Ball aber hauchdünn am Pfosten vorbei. Kilbey prüfte wenig später die Keeperin – wieder gehalten. Nürnberg blieb im Umschalten gefährlich, zweimal musste Annie Ulliac spektakulär retten. Als eine Nürnberger Angreiferin in der 69. Minute völlig frei vor dem Tor auftauchte, schoss sie rechts vorbei – Glück für Hof.
Die Schlussphase gehörte den Gastgeberinnen. Hof drängte, spielte mutig nach vorne, kombinierte, aber der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Die größte Möglichkeit hatte Kiara Kilbey in der 85. Minute, als sie frei auf die Torhüterin zulief und den Ball über die Latte setzte. Kurz darauf hielt erneut die Nürnberger Keeperin einen Drehschuss von Kastner – sinnbildlich für diesen Nachmittag.
Bröcker: „Sehr unglücklich, freilich“
Trainer Ralf Bröcker fand nach Spielende klare Worte, ohne seiner Mannschaft Vorwürfe zu machen: „Sehr unglücklich, freilich. Wenn man überlegt, dass Nürnberg im Endeffekt zwei, vielleicht zweieinhalb Chancen gehabt hat und wir dafür zehn, zwölf, vierzehn – dann ist das schon bitter“, sagte er. „Aber man kann den Mädels keinen Vorwurf machen. Wenn ich vor dem Tor stehe, will ich das Tor machen. Sie schießt ja nicht absichtlich vorbei.“
Er haderte auch mit der fehlenden Linie: „Wir wollten offensiver agieren, haben in der Halbzeit etwas zurückgestellt. Aber so richtig gegriffen hat es nicht. Wir haben keinen Zugriff gekriegt, um über die Außen richtig durchzukommen.“ Dass seine Mannschaft trotz allem nie aufgab, hob Bröcker hervor – und auch, dass vieles gepasst habe: „Den Zuschauern wollten wir ein schönes Spiel bieten. Es ist halt leider in die Hosen gegangen.“
Hof war über 90 Minuten die bessere Mannschaft, spielte mutig, lauffreudig und mit vielen guten Ansätzen, ließ aber die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss vermissen. Nürnberg verteidigte diszipliniert, hatte in der ersten Halbzeit nur vereinzelte Offensivaktionen und in Hälfte zwei eine kurze Drangphase – nutzte aber den einen Moment, der den Unterschied machte.
Spielbericht eingestellt am 19.10.2025 18:58 Uhr