Artikel vom 28.04.2023 18:00 Uhr
Am Tag der
Arbeit treffen in Pettstadt mit der SG Dörfleins/Oberhaid und dem SV Hutschdorf
zwei Kreisligisten aufeinander, um einen neuen Kreispokalsieger der Damen zu
ermitteln. Alles deutet dabei auf ein ausgeglichenes Endspiel hin, welches -
unter anderem durch extra organisierte Fan-Busse - vor einer namhaften Kulisse
stattfinden wird.
Eine
Spielgemeinschaft im Findungsprozess
Aufgrund zuletzt vieler personeller Engpässe entschieden sich der SV Dörfleins
und der RSC Oberhaid dazu, ab der Saison 2022/2023 eine Spielgemeinschaft
einzugehen. Spielerisch musste somit erst einmal etwas Neues zusammenwachsen,
schließlich kannte man sich zuvor nur als Gegner. Mit Thomas Augustin hat zur
Rückrunde nun ein neuer Coach zur Mannschaft gefunden, der von seinem Vorgänger
Rolf Baier eine durchaus engagierte Truppe für dieses Projekt beerbt hat: „Es
macht mir wahnsinnig Spaß, mit den Mädels zu arbeiten. Sie sind durch die Bank
alle sehr ehrgeizig, keine Übung ist ihnen zu blöd“, freut sich der 57-Jährige,
der den SVD in der Vergangenheit schon einmal mittrainierte.
Durchaus
bewusst ist man sich in Dörfleins und in Oberhaid der Tatsache, dass am Anfang
einer SG-Gründung noch nicht alles perfekt laufen kann. Zwei Mannschaften
müssen schließlich erst einmal zu einer zusammenwachsen, an vielen
Stellschrauben muss dabei gedreht werden. Thomas Augustin aber weiß: Es ist
eigentlich alles da - „eine starke Torfrau, eine kampfstarke Defensive, ein
laufstarkes und flexibles Mittelfeld und schnelle wie technisch starke Mädels“,
wie er sagt. Das sind gute Voraussetzungen.
In der Kreisliga West belegt die SG Dörfleins/Oberhaid aktuell den siebten Tabellenplatz.
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Souveräne
Auftritte ebneten die Bahn
Dass die SG
Dörfleins/Oberhaid in diesem Jahr noch ein wenig auf der Suche nach ihrer
Konstanz ist, wird vor allem im Ligaalltag der Kreisliga West deutlich. Dort
wechseln sich Siege wie Niederlagen stetig ab, zuletzt konnte man vier Spiele
in Folge nicht für sich entscheiden. „Wir hatten nicht immer das ganze Personal
zur Verfügung“, erklärt Thomas Augustin. „Mit dem sportlich Erreichten bin ich
daher auch nicht ganz zufrieden, doch unser Fokus liegt sowieso vielmehr
erstmal auf dem Spaß am Fußball“, fährt er fort. Und der scheint vorhanden zu
sein, denn durch zwei mannschaftlich geschlossene Auswärtserfolge wurde
immerhin auch das Endspiel des diesjährigen Kreispokals erreicht.
Nachdem man
die erste Runde im August per Freilos überspringen konnte, folgte Mitte Oktober
das Viertelfinale beim TSV Engelmannsreuth, in welchem man durch späte Tore
einen klaren 3:0-Erfolg einfahren konnte. Die SG Weidenberg/Bayreuth St.
Johannis musste sich daraufhin ebenso deutlich mit 4:1 im Halbfinale geschlagen
geben. Das stimmt Thomas Augustin zuversichtlich fürs Endspiel: „In den beiden
K.O.-Spielen wurde in Sachen Konzentration und Zielstrebigkeit eine Schippe
drauf gelegt. Das hat zum entscheidenden Erfolg beigetragen!“
Ruhigeres
Gewässer nach letztjährigem Abstiegskampf
Einen
ähnlichen Saisonverlauf mit vielen Auf und Abs erlebt in diesem Jahr einmal
mehr der SV Hutschdorf, welcher in der Kreisliga Ost momentan den fünften
Tabellenplatz einnimmt. Thomas Zoike, der die Mannschaft seit der Corona-Saison
2019/2021 coacht, zeigt sich über den derzeitigen Mittelfeldplatz durchaus
zufrieden, schließlich kämpfte man vergangenes Jahr noch bis zum Schluss gegen
den Abstieg: „Unsere Stärke heuer ist, dass wir von Spiel zu Spiel immer ein
bisschen mehr zusammenwachsen“, erklärt der 55-Jährige, der - wie er selbst
sagt - positiv eingestellt immer zuversichtlich nach vorne blickt und dies der
Mannschaft auch so weitergibt.
In der Liga
hinkt der SV Hutschdorf aufgrund mehrerer Spielverlegungen momentan ein wenig
hinterher. Ganze fünf Saisonspiele stehen noch bevor, der Zeitplan rund um das
Pokalfinale ist straff: Noch am Samstag ist der SVH beim SV Froschbachtal
gefordert. Dies sorgte anfangs auch für kontroverse Diskussionen - schließlich
möchte man am Montag fit sein für das bevorstehende Endspiel. In jedem Fall sei
man da schon jetzt heiß drauf, wie Thomas Zoike entschlossen bestätigt.
Der SV Hutschdorf (li.) tritt als Vertreter der Kreisliga Ost zum Pokalendspiel an.
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Mit zwei
gewonnenen Elfmeterschießen ins Endspiel
Der Weg ins
Kreispokalfinale gestaltete sich mühsam für den Tabellenfünften der Kreisliga
Ost, der in der ersten Runde ebenfalls von einem Freilos profitieren konnte. Im
Viertelfinale war man zu Gast beim SV Mistelgau, ging dort zunächst auch mit
2:0 in Führung. Bis zum Ende der regulären Spielzeit egalisierten die Gastgeber
jedoch das Ergebnis, sodass schlussendlich das Elfmeterschießen über das
Weiterkommen entscheiden musste. Hierbei setzte sich die Mannschaft von Thomas
Zoike knapp mit 7:6 durch.
Im Halbfinale
gab es dann ein klassisches Déjà-vu gegen die DJK Schnaid/Rothensand. Wieder
erspielte man sich eine 2:0-Führung, wieder folgten zwei späte Rückschläge und
wieder gab es Elfmeterschießen. Diesmal siegte man mit 5:4 - und stand
folgerichtig im Endspiel. „Von Souveränität kann man da nicht sprechen“, gibt
Thomas Zoike zu. Aber - und das sei eben entscheidend - man habe gewonnen.
Im vergangenen Jahr kürte sich der USC Bayreuth zum Kreispokalsieger.
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Entscheidung
fällt beim SV Pettstadt
Am Montag, den
01. Mai 2023, ist es nun so weit. Um 14:00 Uhr wird das Kreispokalfinale der
Damen auf der Sportanlage Hammerstadt des SV Pettstadt angepfiffen, zu dem
unter anderem auch eigens organisierte Fan-Busse der SG Dörfleins/Oberhaid
anreisen werden. Eine stimmungsvolle Kulisse wird dem Pokalfinale daher wohl
einen würdigen Rahmen bereiten, denn auch der SV Hutschdorf will möglichst
viele Zuschauer mobilisieren.
Die Vorzeichen
vor diesem Endspiel erachten beide Coaches als durchaus ausgeglichen. Thomas
Augustin ist seitens der SG Dörfleins/Oberhaid froh, am Montag aus dem vollen
Kader schöpfen zu können. Er sieht einen möglichen Schlüssel zum Pokalerfolg
vor allem in der vorhandenen Konzentration und Zielstrebigkeit seiner
Mannschaft: „Das zählt zu unseren Stärken als Team“, erklärt er. Mögliche
Schlüsselspielerinnen benennt er nicht.
Doch auch der SV Hutschdorf
ist motiviert bis in die Haarspitzen. Als Einheit fungierend glaubt auch Thomas
Zoike fest an einen Sieg im Finale: „Ich predige immer wieder, dass wir nur als
Mannschaft zusammenhaltend Spiele gewinnen können“, stimmt er seine Mädels ein.
Auch er hebt daher bewusst niemand Einzelnen hervor. Klar ist - und da spricht
der 55-Jährige sicherlich für beide Seiten: „Verlieren ist keine Option!“ Es
scheint also alles angerichtet für ein spannendes und abwechslungsreiches
Kreispokalfinale. Möge der Bessere gewinnen.