Artikel vom 10.06.2022 18:43 Uhr
Was für ein starkes Jahr für den TuS Frammersbach! Zwei Herrenmannschaften wurden
Meister und schafften damit den Aufstieg. Die Erste kehrte nach sechs
Spielzeiten Abstinenz in die Landesliga zurück. Die Reserve holte sich den
Titel in der A-Klasse und spielt zukünftig wieder in der Kreisklasse. Großen
Anteil an der Entwicklung der letzten Jahre hat Patrick Amrhein. Der Ex-Profi
hat dem TuS neues Leben eingehaucht.
Sommer 2019: Die
Reserve des TuS Frammersbach war erstmals seit 2002 wieder in die A-Klasse
abgestiegen, die erste Mannschaft wurde in der Bezirksliga nur Sechster, so
schlecht wie seit 2009 nicht mehr. Die Trainingsbeteiligung war ebenfalls sehr
gering. Mit der Verpflichtung Patrick Amrheins wollten die Verantwortlichen
diesen Negativtrend stoppen und an frühere Erfolge anknüpfen. Was in der
Vorsaison noch nicht gelang, gelang dann aber in dieser Spielzeit – und zwar
fulminant. Patrick Amrhein führte das Aushängeschild als Meister in die
Landesliga zurück, André Mehrlich die Reserve in die Kreisklasse.
"Frammersbach ist wieder eine Adresse"
„Die Doppel-Meisterschaft
war das Beste überhaupt. Die Jungs waren alle da und haben es ordentlich
krachen lassen“, beschreibt der 32-Jährige die Feierlichkeiten, die sich nach
der Spielabsage Waldzell/Ansbach/Rodens – die machte die TuS-Reserve zum
Meister – über das gesamte Wochenende zogen. Am Freitag hatte die Erste schon den
ASV Rimpar im Titel-Showdown in die Schranken gewiesen und sich zum Champion
gekürt. Die bisherige Krönung einer außerordentlichen Entwicklung. „Wir wollten
den Spaß wieder reinbringen, die Gemeinschaft stärken. Mittlerweile ist der so
groß, dass wir drei Mannschaften melden können. Frammersbach ist wieder eine
Adresse“, sagt der Ex-Profi, der in seiner Karriere schon einiges gesehen hat,
die diesjährige Saison aber zu seinen Highlights zählt. Zumindest als Coach.
Frammersbach feiert den Aufstieg in die Landesliga.
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Rückkehr in die Heimat mit 21
Auch mit dem SV Großwallstadt
war er aufgestiegen - als Spielertrainer in die Kreisliga. 2018 war das. Schon
damals war er einer der besten Stürmer der Liga. Vier Jahre trainierte der
Aschaffenburger den SVG. Seine erste Station als spielender Übungsleiter war
von 2013 bis 2015 der SV Bavaria Wiesen. „Schon da hatte ich mit den
Frammersbacher Verantwortlichen immer wieder Kontakt. Wir haben uns
ausgetauscht, aber erst 2019 hat es gepasst“, so der zweifache Familienvater,
der im Alter von 15 Jahren von der Aschaffenburger Viktoria in die große
Fußballwelt gezogen ist.
Sein Talent
hatten mehrere Vereine erkannt, Jena hat den Jugendlichen dann bekommen. „Dort
habe ich den Fußball ganz anders kennengelernt. Alles im Internat war sehr
strukturiert und auf Fußball ausgelegt“, erinnert er sich. Diese Zeit habe ihn
sehr geprägt, sehr selbstständig werden lassen. Bei den Thüringern machte er
auch seine ersten Schritte im Profibereich. 89 Spiele machte er für den damaligen
Zweit- und Drittligisten. 39 für die erste Mannschaft, 50 für die Reserve. In
diese Zeit fallen auch zwei seiner Karriere-Höhepunkte: Sein Profidebüt im
DFB-Pokal-Achtelfinale 2008 gegen Arminia Bielefeld, als Patrick Amrhein 70
Minuten auf dem Platz stand. „Das war etwas Besonderes. Ebenso wie vor 85.000
Zuschauern im damaligen Westfalenstadion im Halbfinale zu spielen“, erinnert
sich der gebürtige Aschaffenburger gerne an diese Zeit. In Dortmund war er nach
73 Minuten eingewechselt worden.
Ordnet und dirigiert das Spiel des TuS: Ex-Profi Patrick Amrhein.
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Aufstieg in die 2. Bundesliga
Sehr schöne
Erinnerungen hat auch der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit Eintracht Braunschweig
hinterlassen. 2011 gelang ihm mit den Löwen der Sprung ins deutsche Unterhaus. Allerdings
zog es ihn dann im Sommer nach Unterhaching, wo er nach einem halben Jahr seine
höherklassige Laufbahn beendete und in die Heimat zurückkehrte. Im Januar 2012
erst zu Bayern Alzenau, im Juli 2012 dann zu seinem Jugendverein Viktoria
Aschaffenburg. „Ich war zwar erst 21, aber mein Wunsch war es, zurückzukehren.
Ich hatte keine Lust mehr auf Profifußball. Ich hatte meine Freunde aus dem
Blick verloren und die Lust am Fußball. Für mich war es nie „Ich darf
trainieren“, sondern eher „Ich muss trainieren“. Ich hatten keinen Spaß mehr“,
ist Patrick Amrhein ehrlich.
Das Talent für
den Sprung in die 1. Bundesliga wäre möglicherweise vorhanden gewesen. „Die
persönliche Einschätzung ist wichtig, ebenso wie es gilt, selbstkritisch zu
sein. Es gehört mehr als Talent dazu“, weiß der 32-Jährige, der stolz auf das
Erreichte ist und seine damalige Entscheidung nicht bereut. Vielmehr ist er
zufrieden mit seinem Leben mit dem Wunderbarsten überhaupt, seiner Frau und
seinen beiden Kindern. Auch der Fußball bereite ihm wieder sehr viel Freude,
nicht nur weil es sportlich laufe, sondern weil auch der Zusammenhalt stimme.
Aus früheren Jahren: Patrick Amrhein kickte für Viktoria Aschaffenburg.
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Das Turnier verdient
Diesen werden die
Frammersbacher auch auf dem ERDINGER Meister-Cup nochmals zelebrieren. „Die
Jungs haben sich das Turnier verdient. Nächstes Jahr haben sie wahrscheinlich
nicht mehr die Chance, teilzunehmen. Wir bauen es in den Vorbereitungsplan ein
und nehmen es Ernst“, freut sich der Meistercoach. Zudem habe André Mehrlich,
der bereits mit Bavaria Wiesen 2018 nach dem Titelgewinn in der Kreisklasse 1
Aschaffenburg daran teilgenommen hat, berichtet, dass es ein sehr gut
organisiertes Event sei.