Artikel vom 08.05.2021 20:00 Uhr
Annie Duke: Was wurde aus Annie Duke?

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Von Manni Meisenkaiser


Die meisten spielen jedoch nur in ihrer Freizeit, um etwas Ablenkung vom Alltag zu bekommen. Anders sieht es bei professionellen Spielern aus. Eine davon ist Annie Duke. Sie ist zweifelsohne eine der am meisten polarisierenden Personen, wenn es um die Geschichte des Pokers geht.
Annie LaBarr Duke wurde am 13. September 1965 in New Hampshire, USA, als Annie Lederer geboren. Sie studierte an der Columbia Universität und erreichte dort ihren Abschluss in Psychologie und Anglistik. Kurz bevor sie in Philosophie ihren Doktorabschluss machen konnte, zog Sie mit ihrem Mann Ben Duke, den sie 1992 heiratete, nach Columbus im Bundesstaat Montana.
Dort begann Duke in Billings mit dem Kartenspiel. Ihr Bruder, Howard Lederer, war bereits ein professioneller Pokerspieler, der seine Schwester förderte und unterstützte. Von Montana zog Annie zusammen mit ihrem Ehemann 1994 nach Las Vegas, um sich dort komplett auf das Pokern konzentrieren zu können.
In den ersten Jahren ihrer professionellen Pokerkarriere durfte sie mäßige Erfolge verbuchen, bis sie 1999 ihren ersten sechsstelligen Gewinn bei einem WSOP Turnier verzeichnen konnte.

Ihre größten Erfolge

Während ihrer aktiven Pokerzeit durfte sich Annie Duke über einige große Erfolge freuen. Bei den World Series of Poker 2000 erreichte Sie einen beachtlichen 10. Platz im Hauptevent, obwohl Sie zu dieser Zeit im achten Monat schwanger war.
2004 trainierte Sie den Schauspieler Ben Affleck, der daraufhin die California State Poker Championship gewann. Sie erhielt bei den WSOP das Bracelet für die Pokervariante Omaha Hi-Lo. Im gleichen Jahr konnte Annie Duke sich beim Tournament of Champions eine Siegprämie von zwei Millionen Dollar sichern. Als einzige Frau am Finaltisch setzte sie sich gegen den damaligen Weltmeister Greg Raymer durch.
Nach diesem Sieg wurde sie in die berühmte Late Show von David Letterman eingeladen. Es folgten weitere Gewinne gegen professionelle und erfahrene Spieler wie David „Chip“ Reese, Daniel Negreanu oder ihren Bruder Howard.
Duke nahm an keinen reinen Damenturnieren mehr Teil, weil ihrer Meinung nach das Pokerspiel eine der wenigen Möglichkeiten im Sport darstellt, bei denen Frauen den Männern in Sachen Chancengleichheit gegenüber nicht benachteiligt sind.
Kurz vor dem Ende ihrer aktiven Poker-Laufbahn konnte Sie sich 2010 nochmals in den NBC Heads up Championships mit einem Preisgeld von 500.000 Dollar beweisen. Ihre gesamten Gewinne belaufen sich auf mehr als vier Millionen Dollar. Damit belegt sie den vierten Platz bei den erfolgreichsten Frauen in der Rangliste der Turnierpreisgelder.

Der hohe Fall und das Ende der Pokerkarriere


Duke unterschrieb einen Vertrag als Partnerin mit Ultimate Bet, gleichzeitig agierte ihr Bruder als einer der Hauptakteure bei der boomenden Full Tilt Poker Plattform. Full Poker galt als einer der größten virtuellen Pokerräume mit vielen bekannten Poker-Stars, bis im Jahr 2011 die Lizenz ausgesetzt und die Plattform für einige Zeit aufgrund von Geldwäsche und Steuerhinterziehung geschlossen wurde.
Vom Erfolg verwöhnt, gründete Annie Duke ihr eigenes Projekt, die Epic Poker League (EPL). Hier wurde den Spielern bei Freerolls ein finales Preisgeld von 1.000.000 Dollar versprochen, welches über Sponsoren finanziert werden sollte. Der Zeitpunkt, diese durchaus interessante Projektidee umzusetzen, war für Duke erdenklich schlecht. Die Zusammenarbeit mit der wegen einem Betrugsskandal in Verruf gekommenen Ultimate Bet Plattform wurde ihr zum Verhängnis, obwohl nie nachgewiesen werden konnte, dass sie selbst darin verwickelt war.
Als im April 2011 das Justizministerium eine Anklage gegen die drei größten Poker Akteure im Land verhängte, brach die Pokerwelt zusammen und ging als „Black Friday“ in die Geschichte ein. Die Online Poker Plattformen wurden gesperrt, Konten wurden eingefroren. Als Resultat verlor Duke ihre Sponsoren, einige Monate später musste EPL Bankrott anmelden und die Spieler haben nie etwas von dem versprochenen Millionen-Preisgeld gesehen.
Auch wenn sie vieles nicht beeinflussen konnte, verlor sie durch diese Geschehnisse ihr hohes Ansehen in der Pokerwelt. Dies war der Zeitpunkt, zu welchem sie sich entschloss, neue Wege zu gehen und das aktive Spiel hinter sich zu lassen.
Ihren Erfolg am Pokertisch verarbeitete sie in mehreren Büchern. Zu den bekanntesten zählt neben ihrer Biografie ihr Bestseller „How to decide“, in dem es darum geht, mit einfachen Mitteln bessere Entscheidungen zu treffen.

Neue Wege als „Thought Leader“

2005 zog Annie Duke zusammen mit ihrem Lebensgefährten und den vier Kindern nach Los Angeles in die Hollywood Hills. Ihr Zuhause im mediterranen Stil wurde in der Reihe „At Home with“ der New York Times vorgestellt.
Nach dem Karriereende als aktive Pokerspielerin sieht sich Duke nun als „Thought Leader“. 2014 wurde sie Co-Gründerin der "Alliance for Decision Education". Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Schüler und Studenten zu stärken, indem sie Kompetenzen im Bereich der Entscheidungsfindungen vermitteln. Nach dem Motto „Bessere Entscheidungen führen zu einem besseren Leben und einer besseren Gesellschaft“ werden Jugendliche darin gefördert, diese Fähigkeiten zu entwickeln.
Neben dieser Tätigkeit steht Duke regelmäßig als Sprecherin und Coach bei zahlreichen Veranstaltungen auf der Bühne. Ihre Kernkompetenz fasst sie dabei in fünf wesentlichen Punkten zusammen:

- Keine Angst vor Unsicherheit zu haben
- Einen Wett-Ansatz hinsichtlich Glauben, Zuversicht, Wahrscheinlichkeit und möglichen Ergebnissen zu nutzen
- Gegen Gefühle anzukämpfen, die Entscheidungen im Wege stehen
- Wie man eine Gruppe mit Gleichgesinnten gründet und seine Meinung als Gruppe verkündet
- Von bisherigen Erfahrungen lernen, um diese in zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen

Von den Erfahrungen, die sie hauptsächlich in den Jahren 2004 bis 2010 am Pokertisch sammelte, können nun zahlreiche Menschen abseits der Pokerwelt profitieren.
Auch wenn viele noch immer an der Unschuld von Duke zweifeln, hat sie es geschafft, und das Beste aus der damals schwierigen Situation gemacht. Sie brachte den Mut und die Energie auf, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Und das mit abermals sehr großem Erfolg.

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