Artikel vom 16.05.2026 06:00 Uhr
Große Trauer in der Wagnerstadt bei seinen Freunden und vielen Bekannten. Im Alter von nur 69 Jahren ist Michael Meyer verstorben, der sich viele Jahre beim ASV Oberpreuschwitz, aber auch beim Nachwuchs der SpVgg Bayreuth engagierte hatte und bis zuletzt glühender Altstädter war. Mit ihm ist ein echtes Original, positiv Fußballverrückter und geselliger Kamerad gegangen, der seine Spuren hinterlässt.
Es ist nicht so, dass jemand selbst ein genialer Kicker sein muss, um sich der Ballsportart mit Haut und Haaren zu verschreiben. Für Michael Meyer alias "Doktor Fußball", wie er sich selbst nannte, war es mehr als die schönste Nebensache der Welt. Auch wenn er bei seinem Heimatverein ASV Oberpreuschwitz, dem er fast 50 Jahre angehörte und wo er über Jahrzehnte kaum ein Heimspiel verpasste, nicht über die zweite Mannschaft hinauskam. Trotzdem engagierte er sich nach seiner aktiven Zeit als Jugendleiter, feierte die Erfolge und litt, wenn es mit den Dörnhofern nach unten ging. Umso schmerzhafter war es für ihn, als sich die Wege nach fast 50 Jahren trennten - der im Stadtteil Kreuz beheimatete Familienvater nahm nie ein Blatt vor den Mund und hatte eine Aussage getätigt, die nicht zum damaligen Zeitgeist passte.
War Michael Meyer (2.v.r.) wichtig: Der Fußballstammtisch mit Enis Gashi, Ingo Walther und Andreas Kreyssig.
anpfiff.info
Jugend und Altstadt
Bereits zu Zweitligazeiten besuchte "Doc" regelmäßig die Heimspiele der SpVgg Bayreuth. Dabei verschaffte er sich nicht nur durch seine laute Stimme ("Hatte beruflich viel mit Bäckereien zu tun. Da musst du in der Backstube laut reden"), sondern auch durch seinen Humor und Wortwitz immer wieder Gehör im "Block G", den er regelmäßig aufsuchte . Aber auch der Nachwuchs war ihm wichtig. Bereits, als die gelbschwarze Jugend noch um 10:30 Uhr auf der Jakobshöhe spielte, war er regelmäßiger Besucher. Später begleitete er seine Söhne Andreas und Franz bei ihren ersten Schritten im gelbschwarzen Trikot als Betreuer und meinte gut gelaunt. "Die müssen einmal mindestens Olympiasieger werden." Freilich blieb er dem Bayreuther Traditionsverein emotional weiter eng verbunden, als seine Jungs ihre eigenen Wege gingen. Bis zuletzt wollte er alles wissen, was sich im Verein so tat, verfolgte regelmäßig den anpfiff-Ticker und sparte auch nicht mit Kritik, wenn ihm etwas missfiel. Ein echtes Original eben, mit rauer Schale und einem großen Herzen - auch für seine Freunde. Nach der kontaktarmen Zeit lud er sie regelmäßig zu sich nach Hause ein, bewirtete sie königlich - auch dank der Koch- und Backkünste seiner Frau Brigitte. Allerdings bereitete er seiner Familie und seinen näheren Freunden zuletzt etwas Sorgen. Im Laufe der Jahre hatten sich bei ihm mehrere Krankheiten angesammelt, die zwar einzeln nicht lebensbedrohlich waren, aber das Gesamtbild trübten. Nach einem orthopädischem Eingriff verbesserte sich bei der Reha sein Zustand nicht so, wie es wünschenswert gewesen wäre. Trotzdem verstarb er am Donnerstagabend völlig unerwartet im Alter von nur 69 Jahren und es ist schwer, diesen Verlust zu fassen.
anpfiff.info wünscht seiner Frau Brigitte und seinen Kindern in diesen schweren Stunden viel Kraft und Stärke. Der Verfasser dieser Zeilen trauert um einen originellen Zeitgenossen und guten Freund.