Artikel vom 27.08.2026 12:00 Uhr
In der vergangenen Saison stieg der TSV Aubstadt mit seiner U19 in die Landesliga Nord Bayern auf, als man von der BFV-Regelung profitierte, dass Spielgemeinschaften nicht aufsteigen können. Die Mannen von Tobias Miller peilen eine sorgenfreie Saison ohne Abstiegsnöte in der nächsthöheren Liga an. anpfiff.info sprach mit dem Coach der Aubstädter U19 vor der am Samstag startenden Saison.
Herr Miller, in der vergangenen Saison sind Sie mit Ihrer U19 in die Landesliga aufgestiegen. Wie fällt Ihre Gesamtbilanz zur abgelaufenen Saison aus?
Tobias Miller: In Summe war es eine sehr positive Saison. Als Landesligaabsteiger mussten wir uns als Mannschaft auch erst einmal finden. Bei zwölf externen Neuzugängen und Spielern, die in der U17 zuvor noch in der Kreisliga Rhön unterwegs waren, ist es auf jeden Fall keine Selbstverständlichkeit die direkte Rückkehr in die U19-Landesliga fix zu machen. Es war jedoch aus meiner Sicht nicht ganz unverdient. Wir hatten für unsere Verhältnisse eine Top-Hinrunde gespielt, konnten punktgleich mit Fuchsstadt auf dem zweiten Tabellenplatz überwintern, mit der zweitbesten Abwehr und nur drei Niederlagen. Leider konnten wir im Pokal nicht überwintern, hatten im Kreisfinale das Nachsehen gegen Fuchsstadt im Elfmeterschießen. Wir sind nach der Winterpause auch noch gut in die Rückrunde gestartet und konnten im März wichtige Punkte einsammeln. Ab April hatten wir leider etwas Pech, sodass wir am Ende leider auf Platz vier landeten. Hier haben wir aber von der BFV-Regelung profitiert, dass die SG-Mannschaften nicht aufsteigen dürfen. Somit spielen wir in dieser Saison wieder eine Liga höher.
Tobias Miller, Trainer beim TSV Aubstadt in der U19.
anpfiff.info
Wie hat die Sommervorbereitung ausgesehen? Auf welche Punkte haben sie besonders Wert gelegt in den jüngsten Wochen mit Ihrem Team?
Tobias Miller: Es war eine sehr gemischte Sommervorbereitung, da wir zwischen alter Saison und Beginn der Sommervorbereitung eigentlich keine Pause hatten, da die Landesliga bekanntlich in den bayerischen Sommerferien startet. So konnten wir nicht alle Testspiele wie geplant absolvieren, aufgrund von Urlaubszeit, Krankheitsfällen, Verletzungen bei uns oder beim Gegner. Daher würde ich sagen, es gibt durchaus bessere Sommervorbereitungen. Aber nichtsdestotrotz haben alle anwesenden Spielern top mitgezogen im Training, sodass wir uns jetzt auch auf den Ligaauftakt gegen den Post SV Nürnberg freuen.
Welche Veränderungen in Form von Zu- und Abgängen hat es in Ihrem Team gegeben?
Tobias Miller: Wir haben im Kader aus meiner Sicht eine gute Mischung aus beiden Jahrgängen 2008 und 2009. Es sind Spieler aus der eigenen U17 aufgerückt, aber wir haben auch sechs Neuzugänge bei uns begrüßen dürfen.
Welche Rolle möchten Sie mit Ihrer Mannschaft in der U19-Landesliga spielen?
Tobias Miller: Als Aufsteiger in die nächsthöhere Liga ist die Rolle meist klar. Wir werden in den Spielen die Underdog-Rolle haben. Daher wollen wir das Bestmögliche aus den Spielen und aus der Mannschaft herausholen, um am Ende über dem Strich zu stehen. Damit wir als TSV Aubstadt auch in der kommenden Saison in der U19 Landesliga spielen dürfen.
Wie schätzen sie insgesamt die Liga ein? Welche Teams werden die Favoriten sein?
Tobias Miller: Es ist eine sehr interessante Liga mit gestandenen Landesligateams, aber auch mit Neulingen. Eins ist definitiv klar: Man bekommt auf keinem Sportplatz etwas geschenkt und man muss sich immer auf das bevorstehende Spiel bestmöglich vorbereiten und immer aus jeder Situation das Bestmögliche machen. Da ich manche Teams noch von meiner bevorherigen Trainerstation kenne, würde ich Weiden und Baiersdorf zu den Meisterfavoriten zählen.
Einer der Abgänge aus der U19, die dem Jugendbereich entwachsen sind: Der 2007er Moritz Glos, den es aus beruflichen Gründen nach Bad Staffelstein verschlagen hat, zum dortigen Kreisligisten.
Alexander Grober / anpfiff.info
Blicken wir voraus auf die erste Aufgabe in der neuen Saison am Samstag gegen den Post-SV Nürnberg. Können Sie den Gegner irgendwie einschätzen? Worauf wird es ankommen?
Tobias Miller: Der Post SV Nürnberg ist aus meiner Sicht eine gute und gestandene Landesligamannschaft, mit interessanten Einzelspielern, aber auch ein gutes Kollektiv. Sie werden uns sicherlich vor die eine oder andere spannende Aufgaben stellen und unsw alles abverlangen. Man darf aber auch eins nicht vergessen: Wir befinden uns in der Urlaubszeit in Bayern, was eine Vorbereitung auf den nächsten Gegner auch nicht unbedingt einfacher macht. Wir werden sicherlich eine sehr gute Disziplin und ein gewisses Spielglück benötigen, um den Post SV an seine Grenzen zu bringen.
Wie schätzen Sie die generelle Entwicklung im Amateurfußball und Jugendfußball ein?
Tobias Miller: Da ich vorallem im Jugendbereich tätig bin und jetzt in mein zehntes Trainerjahr gehe und von U7 bis U19 jede Altersklasse mal trainieren durfte, würde ich vor allem bei uns im Kreis Rhön die Entwicklung im Amateur- und Jugendfußball als spannend bezeichnen. Immer mehr Spielgemeinschaften und immer weniger Mannschaften - das ist teilweise schon beängstigend. Dieses Loch können wir jedoch nur gemeinsam wieder schließen, indem wir von unten angefangen, jedem Spieler die Lust und den Spaß am Fußball beibringen, sodass für jeden Jugendtrainer auch immer das Ziel sein muss, möglichst viele Spieler in die nächste Altersstufe zu bringen. Da sind nicht nur die Eltern, sondern auch die ganzen Jugendtrainer, egal auf welcher Ebene, in der Pflicht dass wir mit positivem Beispiel vorangehen, in guten wie in schlechten Zeiten. Oder dass wir auch einmal nicht so dominanten Spielern das Vertrauen schenken, Fehler zulassen für die entsprechende Entwicklung und nicht immer denken: "Es geht um die Weltmeisterschaft!"