Artikel vom 16.11.2019 07:30 Uhr
Richtig laufen wollte es bei der DJK Würzburg nicht. Die
Herren blieben sieben Spiele ohne einen Punkt und auch bei den Damen war der
Wurm drin. Kurioserweise dauerte es auch bei der Elf von Manuela Hoch sieben
Partien – allerdings mit zwei Remis, bis vergangenes Wochenende der erste Sieg
gelang. Und der war Balsam auf die geschundene Seele der DJK-Mädels. Vor allem ein
Kniff sorgte für die Trendwende.
Erleichtert ist Manuela Hoch. Endlich haben ihre Damen den
ersten Saisonsieg eingefahren. Lange sieben Spiele dauerte es, ehe die
Grün-Weißen endlich jubeln durften. „Es war höchste Eisenbahn. Die Mannschaft
hatte es sich so sehr verdient, einen Dreier zu holen“, freut sich die
Übungsleiterin. Dabei griff Hoch, die sich vor dreieinhalb Jahren das
Schienbein brach und noch immer nicht schmerzfrei ist, zu einer überraschenden
wie fahrlässigen Maßnahme gegen den VfR Stadt Bischhofsheim: Sie stellte sich
selbst auf. „Ich musste ein Zeichen setzen, nachdem die Frustration immer
größer wurde unter den Mädels. Zudem war der Kader recht dünn besetzt“, erklärt
die 48-Jährige, die ab und an im Training für eine gewisse Zeit mitmacht, aber ihr
Bein aber noch nicht vollends spürt.
Wechselbad der Gefühle
Ihren Effekt verfehlte die Selbstnominierung nicht. Hoch dirigierte,
korrigierte, gab Anweisungen. Die Führung auf dem Feld habe den Mädels gut
getan, findet die gelernte Einzelhandelskauffrau. Auch war den DJK-Mädels die
Freude, ihre lange verletzte und gebeutelte Trainerin wieder auf dem Platz zu
sehen, anzumerken. Auch hatte Hoch im Vorfeld an ihrem System gefeilt, zwei
Umstellungen vorgenommen – Sarah Hölle begann unter anderem als gelernte
Torfrau im offensiven Mittelfeld – und vornehmlich Torabschlüsse trainieren
lassen. Und diese Maßnahmen führten prompt auch zum Erfolg. Lara Hassler traf früh
und Hoch selbst legte das 2:0 nach. Die Brust der Zellerauerinnen wurde immer
breiter.
Doch nach 20 Minuten war Schluss für die plötzlich wieder
spielende Übungsleiterin: „Ich war wieder mittendrin und konnte helfen. Vor allem
habe ich sehr viel geredet. Aber ich konnte einfach nicht mehr.“ Es folgte der
Bruch im Spiel der Zellerauer, die zur Pause plötzlich zurücklagen. Fabienne
Keßler und Torjägerin Verena Faulstich mit einem Doppelpack hatten die Partie
gedreht. Als Anna-Lena Vorndran kurz nach der Pause auf 4:2 erhöhte, schien die
Begegnung ihren zu erwartenden Verlauf zu nehmen. Doch Hoch wechselte sich
erneut ein und brachte die Leichtigkeit zurück. Sarah Hölle verkürzte vom Punkt.
Sabine Scheugenpflug, der in den vergangenen Wochen kaum etwas gelingen wollte,
holte die Partie mit zwei Treffern wieder zurück. Den Schlusspunkt setzte Lara
Hassler. Von Verena Faulstich war im zweiten Durchgang nichts mehr zu sehen.
Sie war bei Verena Büchler abgemeldet.
Die Damen-Mannschaft der DJK Würzburg der Saison 2019/2020.
anpfiff.info
Nächsten Sieg nachlegen
„Das war der Wahnsinn, wie die Mädels abgegangen sind“,
zeigt sich Hoch noch Tage danach beeindruckt von der Energieleistung ihrer Mannschaft,
die nun wieder Licht am Ende des Tunnels sieht. Im Derby gegen die Reserve des
SC Würzburg Heuchelhof soll möglichst der zweite Sieg folgen, um die ersten
Saisonmonate endgültig hinter sich zu lassen. Denn die hatten mächtig am
Nervenkostüm der Zellerauerinnen gezehrt. Nur fünf Treffer waren den DJK-Damen
gelungen. Gegen Bischofsheim waren es alleine sechs. Spiele gegen die direkte
Konkurrenz aus Adelsberg, Gollhofen oder Schweinfurt wurden unnötig verloren. „Wir
haben immer gut trainiert, es aber nie auf den Platz bekommen. Das war keine
einfache Zeit“, blickt Hoch zurück.
Kein erneuter Einsatz
Trotz des jüngsten Erfolgs wird es einen erneuten Einsatz
der Übungsleiterin aber vorerst nicht mehr geben. „Das war nicht klug und ein
sehr hohes Risiko. Glücklicherweise habe ich nur Muskelkater“, weiß Hoch,
selbst wenn ihrer jungen Mannschaft eine Führungspersönlichkeit auf dem Feld
fehlt. Aber auch die werde sich finden. Den ersten Schritt, um diese Lücke zu
füllen, haben ihre Mädels aber gemacht und merklich mehr kommuniziert auf dem
Feld. Es könnte das letzte nötige Mosaiksteinchen gewesen sein, um endlich in Richtung
rettendes Ufer zu streben. Denn Verteidigen können die Grün-Weißen und auch die
Torflaute scheint behoben.