Artikel vom 24.09.2019 07:30 Uhr
Es läuft beim SC
Prölsdorf. In den ersten drei Wochen gab es Siege satt für die Mannschaft von
Bianca Hofmann, die zusammen mit Luisa Kreinsberger seit diesem Jahr das Zepter
in der Hand hält. Im ausführlichen anpfiff.info-Interview erzählt sie, wie ihre
ersten Trainerwochen verlaufen sind, worin die Unterschiede zwischen aktivem Spielen
und Coaching liegen und warum der SCP schon jetzt stolz auf sich sein kann.
Frau Hofmann, 6:2 gegen
Teuchatz, 14:1 gegen Mistendorf, 8:0 gegen Thüngfeld. Wie geht es Ihnen, wenn
Sie diese Ergebnisse lesen?
Bianca Hofmann: Diese
Ergebnisse sind für uns alle teilweise etwas unreal. Wir haben überhaupt nicht
damit gerechnet, so in die neue Saison zu starten. Natürlich stimmt es uns
froh, wir wissen aber auch, dass sich das schnell ändern kann. Immerhin sind
erst drei Spiele gespielt und es steht noch eine lange Saison bevor.
Bianca Hofmann
anpfiff.info
Für Sie persönlich ist es ja
die erste Saison als Trainerin. Warum haben Sie diesen Job übernommen?
Bianca Hofmann: Ich
habe den Job als Trainerin nicht alleine übernommen. Luisa Kreinsberger und ich
machen das gemeinsam. Die Beweggründe waren eigentlich ganz einfach: Unser
letzter Coach, Willi Keller, hat zu Beginn der Saison gesagt, dass er nur eine
Übergangslösung sei. Es war uns also klar, dass wir nach einer Alternative
suchen müssen. Entstanden ist die Idee dann letztlich beim Saisonabschluss auf
dem Weg nach Bamberg - sozusagen eine Schnapsidee. Als wir die Idee dann aber der
Mannschaft vorgeschlagen haben, war die
Entscheidung durch die Reaktion der anderen eigentlich schon getroffen. Dabei
wussten wir im Endeffekt gar nicht, auf was wir uns da einlassen. Ich denke
aber, wir sind ganz gut geeignet, weil wir jede Spielerin kennen und wir an der
letzten Saison gesehen haben, wo die Probleme liegen. Wir ergänzen uns wirklich
gut und die Absprache klappt super. Die Mannschaft zieht mit und ich denke, das
macht uns beiden an der Aufgabe am meisten Spaß.
Der SC Prölsdorf entschied sich in diesem Jahr für das Flex-Modell, möchte darauf in der Rückrunde aber möglichst verzichten.
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Luisa Kreinsberger
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Worin sehen Sie die größten
Unterschiede zwischen dem aktiven Spielen und dem Coaching von außen?
Bianca Hofmann: Momentan
hat sich alles verändert. Im Oktober bin ich aufgrund eines Kreuzbandrisses auf
die Liste der Langzeitverletzten gerutscht. Aktiv spiele ich nun also schon
fast ein Jahr nicht mehr. Es ist ein komplett neues Gefühl, nur noch an der
Seitenlinie zu stehen. Zum Glück sorgt Luisa auf dem Feld für Ordnung! (lacht)
Aber auch für sie ist das natürlich eine neue Aufgabe, die nicht mit den
bisherigen Saisons zu vergleichen ist. Laut ihr ist es vor allem der Blick auf
das Spiel, was den Unterschied ausmacht. Man achtet auf dem Feld nicht nur auf
sich selbst, sondern auf alle Spielerinnen. Besonders freuen wir uns dann
natürlich, wenn die Spielerinnen das umsetzen, was wir vorher im Training geübt
haben.
Der SC Prölsdorf hat sich
trotz des guten Auftakts für das Flex-Modell entschieden. Der Aufstieg kann
demnach schon mal nicht mehr das Saisonziel sein. Welches ist es dann?
Bianca Hofmann: Die
Entscheidung für den Flex-Modus ist uns leicht gefallen. Bis Mitte Juli war
noch nicht einmal klar, ob wir überhaupt eine Mannschaft melden können. Wir
hatten letztes Jahr schon einen großen Engpass und mussten auf Flex ausweichen.
Leider haben uns in diesem Jahr auch wieder Spielerinnen verlassen. Wir konnten
zwar zwei Jugendspielerinnen und den ein oder anderen Neuzugang für uns
gewinnen, aber leider reicht es trotzdem nicht aus, um im normalen 11er-Modus
zu spielen. Die Zielsetzung für die Saison stand also schon zum Auftakt: Durchhalten
und ab der Rückrunde möglichst auf den Flex-Modus verzichten. Nach den drei
Auftaktsiegen kann man sagen, dass wir natürlich auch eine Platzierung in den
Augen haben. Platz vier sollte auf jeden Fall drin sein - das ist aber
tatsächlich das zweitrangige Ziel.
Bianca Hofmann (li.), die aufgrund eines Kreuzbandrisses momentan nicht auflaufen kann, coacht von außen, während Luisa Kreinsberger den Posten der Spielertrainerin übernimmt.
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Wen in der Liga sehen Sie als
stärksten Gegner an?
Bianca Hofmann: Ich
denke, die Damen aus Dörfleins haben im letzten Jahr schon gezeigt, was sie
können und sind nur knapp am Aufstieg vorbeigeschlittert. Somit sind sie für
uns die absoluten Favoriten. Gegen sie erwartet uns ein schweres Spiel. Auch
Gundelsheim schätzen wir als sehr starken Gegner ein. Durch ihren Sieg am
Wochenende, hat die junge Truppe gezeigt, zu was sie fähig ist. Schwere neunzig
Minuten erwarten Luisa und ich aber auch am Sonntag gegen Geisfeld. Bei deren
Spielweise tun wir uns einfach richtig schwer.
Die nächsten Gegner des SC
Prölsdorf heißen Geisfeld, Gundelsheim und Priesendorf. Worauf wird es
ankommen, wenn Sie Ihre Erfolgsserie weiter fortführen möchten?
Bianca Hofmann: Wir
werden in der Hinrunde zwar nicht auf den Flex-Modus verzichten können, aber wir
gehen die kommenden Spiele mit der notwendigen Konzentration an und hoffen dann
auf das Beste. Wir setzen uns nicht unter Druck und wollen einfach den Spaß am
Fußball, den wir momentan haben, auf den Platz bringen.
Gibt es noch etwas, das Sie
beide in Richtung der Mannschaft loswerden wollen?
Bianca Hofmann: Luisa
und ich sind unglaublich froh, dass wir eine Mannschaft stellen können und
hoffen, dass der Damenfußball in Prölsdorf noch lange so standhält. Daher sind
wir sehr dankbar für die Motivation und Trainingsbeteiligung der Mädels. Wir
hoffen, weiterhin auf jede einzelne Spielerin zählen zu können. Wir sind
wirklich stolz auf die Mannschaft, sie nehmen sich alle das zu Herzen, was wir
ihnen mit auf den Weg geben wollen. Natürlich möchten wir auch dem SC Prölsdorf
für den Rückhalt, die Unterstützung und die entgegengebrachte Hilfe danken.
Immerhin muss für uns jede zweite Woche ein extra Feld abgestreut werden!
Vielen Dank für das Gespräch
und alles Gute für die kommende Zeit!