Artikel vom 02.09.2018 19:25 Uhr
anpfiff.info-Reporter Bernd Riemke überreichte Melanie Friedel die Trophäe für die beste Torschützin des Jahres.
Jährlich kürt
anpfiff.info die treffsicherste Schützin des Bezirkes Oberfranken.
In der abgelaufenen Serie führte an Melanie Friedel kein Weg vorbei.
Die 22-Jährige traf für den späteren Meister SV Frensdorf 2 im
Schnitt mehr als dreimal pro Partie ins Schwarze und wurde dafür im
Rahmen der Saisoneröffnung mit einer Trophäe ausgezeichnet.
„Das hört sich
gut an“, quittierte die Ausgezeichnete die Überreichung der
Trophäe, die für die gebürtige Bambergerin durchaus ein wenig
unerwartet zustande kam. Ursprünglich fester Bestandteil des
Landesliga-Kaders der Blau-Gelben, legte Melanie Friedel im Herbst
2017 ihre Abschlussprüfung als Physiotherapeutin ab und trat
deswegen auf dem Fußballplatz etwas kürzer. Für die neu ins Leben
gerufene und erstmals wieder am Spielbetrieb teilnehmende zweite
Mannschaft stellte sie sich jedoch bereitwillig zur Verfügung und
traf von Beginn an beinahe nach Belieben.
Ein Erfolg der
Mannschaft
In jedem ihrer 17
Einsätze stand unter den Torschützen mindestens einmal der Name
Melanie Friedel. Dass sie quasi „nebenbei“ im Saisonfinale noch
sechs Mal in der Landesliga zum Einsatz kam, dabei einen Hattrick
schnürte und insgesamt vier Tore beisteuerte, sei nur am Rande
erwähnt, denn die Highlights schoss sie tatsächlich in der
Kreisklasse. Unfassbar acht Einschläge verbuchte sie alleine beim
15:1-Kantersieg in Priesendorf und zeigte sich lediglich beim
Auswärtsspiel in Schnaid/Rothensand mit der Ausbeute von zwei
Treffern nicht ganz „zufrieden“. „Das ist mein Heimatverein.
Dort bin ich groß geworden. Da war der Ehrgeiz natürlich groß,
mehr Tore zu schießen“, gibt die pfeilschnelle Angreiferin
schmunzelnd zu Protokoll, betont darüber hinaus jedoch ausdrücklich,
dass letztlich der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund steht. Eine
Mannschaft, ohne die Melanie Friedel eine derart herausragende Quote
nicht hätte erreichen können. „Alleine schießt man keine Tore“,
bringt sie das Credo zielsicher auf den Punkt.
Ihrem schnellen Antritt können Melanie Friedel (re.) oft nicht folgen.
anpfiff.info
Denkwürdige Tore
und Spiele
Tore, die sie
dennoch wie am Fließband in der Saison 2017/18 produzierte. Lag ihre
bisherige Bestmarke bei neun Treffern in der Landesligaspielzeit
2015/16, so pulverisierte sie diese Quote und traf in der Kreisklasse
bei 17 Einsätzen stolze 52 Mal. „Manchmal haben sie mich auch
einfach abgeschossen“, lacht Friedel in Erinnerung an einen der
Treffer in Priesendorf als ein Lattenknaller aus der zweiten Reihe
ins Spielfeld zurückprallte und just den Rücken der 1,80m großen
ehemaligen Siebenkämpferin fand, von wo aus das Leder über die
Torlinie kullerte. Unabhängig von zahlreichen Kantersiegen ist ihr
vor allem das knappe 3:0 in Wernsdorf in Erinnerung geblieben. „Wir
sind nur zu zehnt angereist und als sich Kristin Beck auch noch
verletzt hat, haben wir das Ding zu neunt über die Bühne
geschaukelt. Ich bin wirklich jeder Mitspielerin dankbar, die in
diesem Spiel dabei war“, ist Friedel unter dem Strich natürlich
stolz, dass der SVF 2 auch solche Partien erfolgreich gestalten
konnte und damit nicht nur mit komfortablem Vorsprung Meister in der
Kreisklasse Süd wurde, sondern eben auch mit blütenweißer Weste
und gänzlich verlustpunktfrei.
Schnelligkeit ist
Trumpf
Dass Melanie
Friedel, die von Klein auf dem runden Leder hinterher jagte, eine
gewisse Treffsicherheit erlangte, hat sie nicht zuletzt ihren
vielseitigen Qualitäten hinsichtlich Kraft, Ausdauer und
Schnellkraft zu verdanken. Diese schulte sie vier Jahre lang im
Siebenkampf und konnte dabei als Juniorin auf beachtliche Bestwerte
(2:32min über 800m oder 1,58m im Hochsprung sowie 13,4 Sekunden über
100m) zurückblicken. Grundlagen, die ihr beim Fußball definitiv zum
Vorteil gereichen. Auf dem grünen Rasen möchte sie nach
abgeschlossener Ausbildung in der laufenden Serie wieder voll
angreifen und sich einen Stammplatz in der Bayernliga erarbeiten und
sichern. „Es ist extrem schön am Failsberg aufzulaufen, weil wir
meist viele Zuschauer haben, die einen bei jedem Spiel nach vorne
tragen“, so Friedel, die sich zwar zum Ziel gesetzt hat, auch in
der Bayernliga über eigene Treffer zu jubeln, sich im Notfall aber
gerne auch wieder bereit erklärt, in der zweiten Mannschaft
auszuhelfen. „Da macht es nicht nur Spaß, viele Tore zu schießen,
sondern auch den jungen Spielerinnen aus der U17 zu helfen, ihre
Erfahrungen zu machen“, so Friedel abschließend. Womöglich reift
an ihrer Seite die nächste Nachwuchs-Knippserin heran, doch bis
dahin darf sich Melanie Friedel selbst rühmen, die beste Torschützin
des Bezirkes Oberfranken zu sein – mit 52 Treffern in der Saison
2017/18. anpfiff.info gratuliert auf das Herzlichste und wünscht der
begeisterten Näherin, dass sie auch in der Bayernliga den Faden
nicht verliert und die Ösen in der gegnerischen Hintermannschaft
findet, um das zu tun, was sie am besten kann: Tore schießen!