Artikel vom 26.06.2026 09:00 Uhr
Dass ein Spieler zweimal das anpfiff Tor-des-Monats in einer Saison schießt, ist etwa so häufig wie ein Sechser im Lotto. Doch Tim Schott hat es nach dem August 2025 auch im vergangenen Monat geschafft, das schönste Tor zu erzielen, fanden die anpfiff-Leser. Im Gespräch bekräftigt der Altenploser, dass er sich trotz Abstieg den Spaß am Fußball nicht verderben lässt.
"Probieren kann man es immer wieder. Zumal, wenn der Torwart etwas weit draußen steht," lachte Tim Schott nach dem ersten Streich. Zu Saisonbeginn zog er beim Derby in der Saas hinter der Mittellinie ab, überraschte den BSC-Keeper und markierte den 1:1-Ausgleichstreffer. Aber dieses Spiel war irgendwie bezeichnend für die ganze Saison, denn trotz Kunstschusstreffer verloren die Saaser noch mit 1:2. Damals Mitte August hatte der Defensivmann, der bei der SpVgg Bayreuth ausgebildet wurde, um dann wieder zu seinem Heimatverein zurückzukehren, noch die Hoffnung, dass mit den zurückkehrenden Urlaubern auch die Chancen auf den Klassenerhalt steigen würden. Am Ende verpassten die Altenploser den Ligaerhalt dann deutlich.
Nicht jeder Schuss sitzt: Tim Schott grübelt.
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Schuss wie ein Strich
In der Begegnung, bei der das "Tor des Monats Mai" fiel, bahnte sich für Tim Schott und seinen Kollegen beim FC Fichtelgebirge ein Desaster an. Der Abstieg der Mannschaft von Mark Herath war am vorletzten Spieltag zwar schon besiegelt, aber abschießen lassen wollte sich das Schlusslicht trotzdem nicht, sondern sich würdevoll verabschieden. Doch danach sah es in Goldkronach zunächst überhaupt nicht aus. Doch die Gastgeber führten zwar mit 3:1, sondern hatten nach einer Stunden nach Platzverweisen zwei Mann weniger auf dem Rasen. Das nutzte Tim Schott bei seinem Freistoß aus 30 Metern - da traf der Defensivmann kurzentschlossen an und jagte das Leder präzise und humorlos in den Winkel. Inzwischen mag man bei dem Wiederholungstäter an den Zufall nicht mehr so recht glauben.
"Ich schieße halt nicht viele Tore, dafür aber schöne", lacht der Altenploser, der seiner Mannschaft beim 3:3-Remis nicht nur einen Zähler ermöglichte, sondern in allen anpfiff-Spielkreisen großen Zuspruch erhielt. Über 30 Prozent aller 471 User, die an der Umfrage teilnahmen, kürten den Freistoßtreffer des 23-Jährigen zum schönsten Tor im Wonnemonat Mai.. Dass er aus der Ferne so wuchtig trifft, ist aber nicht das Ergebnis gezielten Krafttrainings, sondern hat mit seiner Grundkonstitution zu tun. "Das mit den speziellen Übungen mache ich sicher nicht. Viele sagen aber, ich habe brachiale Waden", merkt er augenzwinkernd an.
Hat sich inzwischen viel Respekt verschafft: Tim Schott (re.).
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Schwieriger Quervergleich
Wenn Tim Schott gefragt wird, welches seiner beiden prämierter Treffer schöner war, fällt ihm die Antwort nicht leicht. "Für das Auge betrachtet, liegt der Freistoß vielleicht vorne. Aber wie oft trifft du in deiner Karriere von hinter der Mittellinie?" Natürlich bekam der Sechser, der inzwischen in die Innenverteidigung zu finden ist, so manches nette Angebot, hat sich aber trotz Abstieg für seinen Heimatverein entschieden - und übernimmt sogar mehr Verantwortung. "Nachdem unser bisherige Kapitän Mario Ross weiter ausfällt, trage ich künftig die Binde." Mit dem neuen Co-Trainer Benjamin Bucksch und dessen bisherige Mannschaftskollegen aus Oberpreuschwitz machte sich in der Vorbereitung des Kreisligisten bislang durchaus etwas Aufbruchsstimmung breit. Und wann schießt der neue Spielführer sein nächstes Traumtor? "Schwer zu sagen, aber probieren werde ich es natürlich weiter ", verspricht Tim Schott.