Artikel vom 25.02.2026 18:00 Uhr
Christoph Kern (1. Reihe, 4.v.r.) hörte gespannt im Plenum zu.
Intensiver Austausch, fundierter fachlicher Input, klare strategische
Leitlinien für die kommenden Spielzeiten – und am Ende Standing
Ovations für den scheidenden bayerischen „Mr. Spielbetrieb“: Mehr als 90
Spielleiterinnen und Spielleiter des Bayerischen Fußball-Verbandes
(BFV) aus den Bereichen Herren, Senioren, Freizeit- und Breitensport
sind jetzt zur diesjährigen Arbeitstagung zusammengekommen.
Von
Sebastian Baumann
/ PM BFV
Den Auftakt am Samstag gestaltete BFV-Präsident Christoph Kern, der
in seiner Eröffnungsrede zunächst Verbands-Spielleiter Josef Janker
sowie allen Spielleiterinnen und Spielleitern ausdrücklich für ihren
täglichen Einsatz an der Basis dankte. Im Mittelpunkt seines
Impulsvortrags standen die anstehenden Umstrukturierungen/personellen
Veränderungen innerhalb des Verbandes sowie die künftige Entwicklung
des Fußballs. Kern machte deutlich, dass die kommenden Jahre von
umfassenden Veränderungsprozessen geprägt sein werden – organisatorisch
wie inhaltlich. Zugleich betonte er den Zusammenhalt im Verband und
sagte: „Ihr seid ein unverzichtbarer Bestandteil des Spielbetriebs im
Freistaat – von Präsidium und Vorstand habt ihr die volle
Rückendeckung!“
Auch BFV-Präsident Christoph Kern schaute bei der Tagung der Spielleiterinnen und Spielleiter in Bad Gögging vorbei.
anpfiff.info/Sebastian Baumann
Strukturen auf dem Prüfstand
Mit Blick auf die gesellschaftlichen Entwicklungen unterstrich Kern:
„Die Gesellschaft verändert sich immer schneller, deshalb müssen auch
wir schneller werden. Das ist ein klarer Auftrag für die kommenden
Jahre.“ Vor diesem Hintergrund kündigte er an, dass der BFV-Vorstand
beim Verbandstag im Mai einen Antrag einbringen werde, der eine
Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Verbandsstrukturen
vorsieht.
Zudem appellierte der BFV-Präsident an die Spielleiterinnen und
Spielleiter, ihre Rolle künftig weiterzuentwickeln: Neben der
verantwortungsvollen Verwaltung der Ligen gelte es, verstärkt auch als
Gestalterinnen und Gestalter aufzutreten und eigene Ideen in die
Weiterentwicklung des Fußballs einzubringen. „Wir müssen uns immer
wieder fragen, was wir noch besser machen können – lasst uns einfach
mutig sein!“, erklärte Kern.
Ein weiteres zentrales Thema bleibt die Digitalisierung. Als
konkretes Beispiel nannte Kern eine Pilotphase im Kreis Augsburg, in der
die Ligeneinteilung erstmals mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI)
unter Berücksichtigung der Fahrtstrecken zwischen den Vereinen
vorgenommen wurde.
Intensive Workshop-Phase zu zentralen Themen
Nach dem Vortrag des BFV-Präsidenten und einem kurzen Grußwort von
Harald Haase, dem Vorsitzenden des gastgebenden Fußball-Bezirks
Niederbayern, begann die Workshop-Phase. In mehreren Arbeitsgruppen
vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zentrale Themen des
Spielbetriebs. Ein Workshop beschäftigte sich unter der Leitung von
Frank Seitz und Jens Reitstetter (beide Beisitzer im
Verbands-Spielausschuss) sowie Walther Michel, Beisitzer im
Verbands-Sportgericht, mit den auf den Kreistagen eingeholten
Meinungsbildern und den geplanten Änderungen der Spielordnung, die beim
Verbandstag 2026 vorgeschlagen werden sollen.
Wurde von Verbands-Spielleiter Josef Janker und BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher als Kreis-Spielleiter verabschiedet: Manfred Neumeister, der weiterhin Vorsitzender des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach bleibt.
Benjamin Neubauer/BFV
Die Verbands-Spielausschuss-Beisitzer Andreas Mayländer und Patrick
Garbe richteten den Blick derweil auf die strategische Ausrichtung des
Ausschusses für die Legislaturperiode 2026 bis 2030. Im Fokus standen
dabei insbesondere Spielgemeinschaften, das Aufstiegsrecht, die
Relegation sowie mögliche strukturelle Anpassungen innerhalb des
Gremiums. Ein weiterer Workshop unter der Leitung von
Verbands-Spielleiter Josef Janker und Ausschuss-Mitglied Martin
Steininger widmete sich dem überarbeiteten Paragrafen 34 der
Spielordnung („Einsatz in verschiedenen Mannschaften“), der dem
Verbandstag zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Zwischen den
Arbeitsphasen blieb ausreichend Raum für aktuelle Fragestellungen aus
Bezirken und Kreisen sowie für den kollegialen Austausch.
Ein besonderer Moment der Tagung war die Ehrung verdienter
Spielleiter sowie die Verabschiedung ausscheidender Funktionäre.
BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Verbands-Spielleiter Josef
Janker würdigten im Rahmen der Abendveranstaltung unter anderem Manfred
Neumeister, der nach 14 Jahren seine Tätigkeit als Kreis-Spielleiter
beendet, dem BFV aber als Kreis-Vorsitzender erhalten bleibt. Auch
Kreis-Spielleiter Jürgen Friedrich sowie die Gruppen-Spielleiter Daniel
Scheble und Thomas Strobel wurden verabschiedet.
Sonntag: Fachberichte und Ausblick
Der Sonntag stand im ganz Zeichen des fachlichen Austauschs und des
strategischen Ausblicks. Nach Gesprächen auf Bezirks- und Kreis-Ebene
folgten Berichte aus den Fachausschüssen. Michael Völk überbrachte den
Dank des gesamten Verbands-Schiedsrichterausschusses für die enge und
konstruktive Zusammenarbeit. Positiv hob er die Entwicklung der
Schiedsrichterzahlen hervor: Für die Saison 2025/26 sind über 12.500
aktive Unparteiische gemeldet – so viele wie seit Langem nicht mehr.
Dennoch bleibe eine flächendeckende Besetzung aller Spiele weiterhin
eine Herausforderung.
Aus der Arbeit der Satzungskommission berichtete Walther Michel. Ziel
sei ein verständlicheres und zugleich rechtssicheres Regelwerk.
Futsal-Beauftragter Michael Tittmann informierte über die Entwicklung
der Futsal-Ligen mit dem Ziel, insbesondere die Futsal-Bayernliga
nachhaltig zu stabilisieren.
Rückblick, Ausblick und Standing Ovations
Abschließend gab Jürgen Faltenbacher, der im Präsidium den
Spielbetrieb im Freistaat verantwortet, einen umfassenden Überblick über
die zurückliegenden vier Jahre im BFV-Präsidium, im Vorstand sowie im
DFB-Spielausschuss. Er blickte auf zahlreiche Meilensteine der Jahre
2022 bis 2026 zurück – darunter den UEFA Regions‘ Cup, die Einführung
des „Sozialeuro“, Live-Übertragungen der Regionalliga Bayern sowie die
vielbeachteten Organspende-Aktionsspieltage. Mit der Saison 2025/26
wurde zudem ein digitales Zulassungsverfahren in der Regionalliga Bayern
eingeführt, das perspektivisch ausgeweitet werden soll.
Standing Ovations gab’s zum Abschluss der Tagung für den scheidenden Verbands-Spielleiter Josef Janker.
Benjamin Neubauer/BFV
Mit Blick auf die Legislaturperiode 2026 bis 2030 kündigte
Faltenbacher weitere strukturelle Anpassungen, eine stärkere
Digitalisierung und neue inhaltliche Impulse an – unter anderem eine
BFV-Kampagne für den Ü-Fußball ab 32 Jahren.
Zum Ende seiner Rede würdigte Faltenbacher die Amtszeit von Josef
Janker, die beim Verbandstag im Mai nach 16 Jahren an der Spitze des
Verbands-Spielausschusses enden wird. „Du hast Spielbetrieb in Bayern
über 16 Jahre geprägt, der Bayerische Fußball-Verband hat dir enorm viel
zu verdanken. Du hast den Fußball gelebt und während dieser Zeit
Herausragendes geleistet: Ich denke hier insbesondere an die Einführung
der Regionalliga Bayern und die Ligen-Reform. Dafür möchte ich schon
heute Danke sagen und dich vor versammelter Mannschaft würdigen“, sagte
Faltenbacher, nach dessen Worten sich alle Anwesenden von ihren Stühlen
erhoben und Josef Janker ihren Respekt zollten. Als Nachfolger wird das
BFV-Präsidium beim Verbandstag Andreas Mayländer (Beisitzer im
Verbands-Spielausschuss) vorschlagen.