Artikel vom 19.01.2026 14:25 Uhr
(von links): Jürgen Pfau, Rainer Lochmüller, Harald Schreiber, Manfred Schneider, Janine Schoch, Michael Moritz, Thomas Kirchner, André Nagelsmann und Christoph Kern.
Der Spielkreis Rhön hat einen neuen
Kreisvorsitzenden. Die Delegierten bestimmten Thomas Kirchner zum Nachfolger
Rainer Lochmüllers, der wie auch Ruth Müller nicht mehr kandidiert hatte. Zudem
schwor BFV-Präsident Christoph Kern die Anwesenden auf die Zukunft ein, sein
Vize Jürgen Pfau fragte Meinungen ab und ging auf die bevorstehende Kreisreform
in Unterfranken ein.
Thomas Kirchner war die Freude anzusehen. Die
anwesenden 129 Vereinsvertreter wählten den 45-Jährigen auf dem Rhöner Kreistag
in Wollbach einstimmig zum neuen Kreisvorsitzenden. „Ich bin sehr motiviert und
bedanke mich natürlich für das Vertrauen“, zeigte sich der Oberthulbaer stolz über
das Votum, wohl wissend, dass er in die neue Aufgabe hineinwachsen müsse. Bedenkzeit
hatte er sich im Vorfeld genommen, ehe er sich dazu entschied, zu kandidieren.
Mehrere Parameter waren dafür letztlich ausschlaggebend. Allen voran der
familiäre Rückhalt. Schließlich hatte ihm seine Frau einmal mehr den Rücken
gestärkt.
Thomas Kirchner steht dem Spielkreis Rhön zukünftig vor.
Fabian Frühwirth/BFV
Rainer Lochmüller bleibt als Kreis-Ehrenamtsbauftragter im Kreisvorstand
Zudem kann Thomas Kirchner auch in Zukunft auf
die Expertise Rainer Lochmüllers, der nach zehn Jahren aus gesundheitlichen
Gründen seinen Posten abgab, als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter zählen. „Ich bin
froh, dass er uns erhalten bleibt und mir mit Rat und Tat zur Seite steht“, so
der neue Kreis-Vorsitzende. Wichtig war ihm zudem, sein bisheriges Ressort, die
Jugend im Spielkreis, in gute Hände zu übergeben. Schließlich habe ihm die
Zusammenarbeit mit den Jugendleitern sehr viel Spaß gemacht. Auch habe er gerne
die Entwicklung der Jugendlichen verfolgt. Aber mit Michael Moritz, der
ebenfalls einstimmig gewählt wurde, stehe ein hervorragender Nachfolger in den
Startlöchern, weiß Thomas Kirchner.
Rainer Lochmüller übergab den Staffelstab an Thomas Kirchner.
Fabian Frühwirth/BFV
Michael Moritz wird Kreis-Jugendleiter
Dessen Kreisvorstand komplettieren André Nagelsmann,
der weiterhin als Kreisspielleiter fungiert, die neue Kreisbeauftragte für
Frauen- und Mädchenfußball, Janine Schoch, und Kreis-Schiedsrichterobmann Harald
Schreiber. Ersterer geht übt das Amt
seit 2016 aus, während die Kickerin der SG Albertshausen/Nüdlingen auf die
scheidende Ruth Müller folgt. Sie war ebenfalls nicht mehr angetreten. Der Unparteiische
war vorab schon gewählt worden und wurde nun von den Delegierten bestätigt. Zudem Manfred Schneider, Vorsitzender des Sportgerichts, zum Gremium.
Der neue Kreis-Vorsitzende betritt mit seinem
neuem Team ein bestelltes Feld: „Es gab keinen Antrag. Die Vereine in der Rhön
sind sehr zufrieden, wie es aktuell läuft.“ Zudem freute er sich über den
Zuspruch, der zeige, dass die Vereine daran interessiert seien, was im Kreis
passiert und die Zukunft mitgestalten wollen. Und das möchte auch Thomas
Kirchner: „Es geht nur zusammen. Alles vorzugeben ist nicht mein Naturell. Ich
bin ein Teamplayer.“
Ruth Müller legte ihr Amt ebenfalls nieder.
Fabian Frühwirth/BFV
Jürgen Pfau informiert über anstehende Kreisreform
Jürgen Pfau stellte in seiner Rede nochmals
deutlich heraus, dass Veränderungen unumgänglich seien. Denn der demografische Wandel sorge dafür, dass die Meldezahlen
zurückgingen. Und dieser Rückgang mache nun eine Kreisreform nötig. Denn die
Sollstärke von 100 Teams im Herrenbereich ist im Spielkreis Rhön mit 89 aufstiegsberechtigten Teams bereits deutlich unterschritten, der Spielkreis Aschaffenburg steht kurz davor. In den Kreisen
Würzburg (132) und Schweinfurt (124) ist sie nicht in Gefahr.
„Wir müssen die Kreise anpassen und brauchen
eine zukunftsfähige Lösung. Für die Umstrukturierung haben wir keinen Druck,
benötigen aber den Arbeitsauftrag vom Bezirkstag, um sie in dieser Periode in Angriff
zu nehmen. Wir wollen das gemeinsam mit euch machen“, formulierte der Frankenwinheimer
klar. Spätestens auf einem außerordentlichen Bezirkstag soll die Kreisreform beschlossen
werden. Zwei Vorschläge habe eine interne Arbeitsgruppe bereits erarbeitet. Der
eine teilt Unterfranken in drei Kreise, der andere in zwei. Diese sollen nun
als Diskussionsgrundlage dienen.
Jürgen Pfau präsentierte Vorschläge zur neuen Aufteilung des Bezirks Unterfranken.
Fabian Frühwirth/BFV
Christoph Kern nimmt den Verband in die Pflicht
Christoph Kern nahm die gesteigerte Anzahl an
Passanträge, die höchsten seit langer Zeit, zum Anlass und stellte neue
Initiativen des Verbandes vor. „Wir sind der Fußball in Bayern. Ohne euch rollt
kein Ball. Die Musik spielt in den Kreisen und Bezirken. Natürlich hat die
Zukunft Herausforderungen. Aber wird nicht Angst und Bange“, rief er den
Anwesenden entgegen. Dennoch habe sich die Fußballkultur verändert. Heute
benötige es mehr Spieler für ein Team als früher, weil sich der Fokus verändert
habe. Daher steigen auch die Spielgemeinschaft bedenklich an.
Deshalb habe er mit den bayerischen
Bundesligisten eine Kooperation auf den Weg gebracht, mit der jeder Verein
Trainer kostenlos zu Kindertrainer-Schulungen schicken könne. „Nehmt diese Angebote
an! Wir wollen die Jugend entwickeln und ihnen gute Konditionen bieten“, so der
42-Jährige. Zudem hat er sich auf die Fahne geschrieben, zukünftig besser zu
kommunizieren: „Da geht viel zu viel verloren. Ich will alle erreichen, egal welchen
Alters und über welches Medium.“ Daher muss der Verband moderner werden und wird
noch mehr in Digitalisierung investieren. Deutlich wurde, dass Christoph Kern
dabei besonders auf Kampagnen („Kampagnen können wir“) und Projekte setzt.
Christoph Kern möchte den Verband modernisieren und die Kommunikation verbessern.
Fabian Frühwirth/BFV
Abfrage mehrerer Meinungsbilder
Zudem fragte Jürgen Pfau ein Meinungsbild der
Anwesenden zu drei Themenkomplexe ab:
- Beibehaltung der Verlängerung bei Entscheidungs- und Relegationsspielen
- Ein Spiel Sperre nach Gelb-Roter Karte im Erwachsenenbereich
- Beibehaltung der Zeitstrafe trotz DFB-/IFAB-Änderungen/Einschränkungen
Und die Ergebnisse waren eindeutig. Das Plenum
stimmte mit 96 Prozent für die Beibehaltung der Verlängerung bei
Entscheidungs- und Relegationsspielen. 84 Prozent möchten zudem keine automatische
Sperre nach einer Gelb-Roten Karte. An der Zeitstrafe festhalten, nachdem der
DFB und die IFAB Änderungen und Einschränkungen vorgenommen haben, wollen
hingegen 49 Prozent.