Artikel vom 11.01.2026 12:00 Uhr
(von links nach rechts): Torwarttrainer Mathias Kraus, Co-Trainer Jochen Staniszewski, Cheftrainer Jan Gräßel, Betreuer Horst Thomann.
Der 1. FC Herzogenaurach setzt auf Kontinuität. Cheftrainer Jan Gräßel und Co-Trainer Jochen Staniszewski haben ihre Verträge vorzeitig verlängert. Nach einer starken Hinrunde rückt auch das Saisonziel klar in den Fokus. Auf der Trainerbank gibt es dennoch eine Veränderung – und Gräßel spricht gegenüber anpfiff.info offen über Umbruch, Spielidee und den Aufstiegskampf.
Der 1. FC Herzogenaurach hat in der Winterpause Nägel mit Köpfen gemacht. Cheftrainer Jan Gräßel und Co-Trainer Jochen Staniszewski bleiben den Pumas über den Sommer hinaus erhalten und haben ihre Verträge bis zur Saison 2026/27 verlängert. Damit setzt der Tabellenzweite der Bezirksliga weiter auf den eingeschlagenen Weg. „Ich bin sehr glücklich und wurde hier extrem gut aufgenommen. Es gab für mich keinen Grund, mich andersweitig umzuschauen. Uns war relativ schnell klar, dass wir verlängern“, sagt Gräßel.
Der Schritt zur Verlängerung ist auch ein klares Signal nach einem Sommer des Umbruchs. Nach zehn Jahren unter Jakob Karches veränderte sich nicht nur der Name auf der Trainerbank, sondern auch die Spielidee. „Wir haben bewusst Dinge geändert – offensiv wie defensiv. Nach zehn Jahren mit einer klaren Spielart braucht das Zeit, bis alles akzeptiert wird“, erklärt Gräßel. Für viele Spieler sei es eine neue Situation gewesen: neuer Trainer, neue Abläufe, neue Anforderungen. „Du musst dir als Trainer erst das Vertrauen der Mannschaft holen. Jetzt harmoniert es richtig gut.“
Das Herzogenauracher Trainerduo bleibt an Bord: Jan Gräßel und Jochen Staniszewski (v.l.).
anpfiff.info / Sebastian Baumann
Umbruch gemeistert – Blick nach vorne
Die Zahlen geben dem Trainerteam recht. Nur eine Niederlage aus 20 Pflichtspielen, Platz zwei zur Winterpause, drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Kalchreuth und satte 13 Zähler Vorsprung auf Rang drei. Sportlicher Leiter Ulrich Zeitschel lobt die Arbeit des Trainerduos: „Der Übergang war für uns als Verein eine besondere Phase. Jan und Jochen haben das mit großer Kompetenz und Nähe zur Mannschaft hervorragend gemeistert.“ Für Gräßel selbst war entscheidend, dass das Konzept Schritt für Schritt griff. Das merkt man auch bei der Offensive in der Kevin Rockwell auf einmal nach Belieben trifft und schon 27 Treffer auf dem Konto hat: „Wenn dann mal der Knoten platzt, dann platzt er richtig. Von Spiel zu Spiel wurde es besser.“
Trotz der starken Ausgangslage bleibt der Coach realistisch. Besonders eine Partie wurmt ihn noch. „Das Hinspiel gegen Zirndorf ärgert mich, weil wir da zurecht verloren haben. Zirndorf ist so ein bisschen unser Angstgegner“, sagt Gräßel offen. Umso wichtiger sei das Remis gegen Kalchreuth gewesen. „Das Unentschieden war wichtig. Wir nehmen die Situation an und wollen an Kalchreuth dranbleiben. An Weihnachten ist noch niemand Meister geworden.“
Kevin Rockwell (rechts) ist der beste Schütze der Bezirksliga Nord mit 27 Treffern in 19 Spielen.
fussballn.de / Oßwald
Aufstieg kein Tabu
Dass der Aufstieg in die Landesliga als Ziel ausgegeben wurde, überrascht Gräßel nicht. „Wir wären naiv, wenn wir das nicht als Ziel hätten“, stellt er klar. Gleichzeitig weiß er um die Herausforderung: „Am Ende spielen wir noch gegen fast jeden. Ich rechne mit einem echten Zweikampf.“ Die Vorbereitung startet am 24. Januar, der Ligabetrieb am 8. März mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Zeckern. „Wir schauen erst mal nur auf Zeckern. Darauf müssen wir uns fokussieren“, betont der Trainer.
Neuer Mann für die Torhüter
Eine Veränderung gibt es dennoch im Trainerteam. Torwarttrainer Bernd Dillinger musste seinen Posten aus persönlichen Gründen aufgeben. Übergangsweise sprang Ex-Torwarttrainer Dzenan Kesetovic für drei Monate ein. Nun übernimmt mit Mathias Kraus ein alter Bekannter. Der frühere Puma-Spieler bringt Erfahrung aus Baiersdorf und Weisendorf mit. „Ich freue mich wahnsinnig auf die neue Herausforderung und hoffe, zum Erfolg der Mannschaft beitragen zu können“, sagt Kraus. Für Gräßel ist klar: Die Richtung stimmt – auf und neben dem Platz.