Artikel vom 25.05.2023 14:00 Uhr
Die Frauen des
TSV Frickenhausen sind zurück in der Bezirksoberliga. Binnen zwei Spielzeiten
marschierten die Kickerinnen von Thomas Hofmann ungeschlagen in Unterfrankens
höchste Liga durch. Vor allem die Konstanz unterschied die Grün-Weißen auch in der
jüngst zu Ende gegangenen Saison von der Konkurrenz, die regelmäßig patzte. So
überstand das Team aus dem Weinort auch schwächere Phasen.
Vier Spielzeiten spielten
die Frickenhäuserinnen in der Bayernliga, ehe es 2019 zurück in die Landesliga
ging. Zwar hielten die Grün-Weißen dort die Klasse, zogen aber die Mannschaft vor
Beginn der darauffolgenden Saison zurück. Es mangelte nach der abgebrochenen
Corona-Saison am Personal und auch der Aufwand war für einige Kickerinnen zu
hoch. So starteten sie in der Kreisliga neu – und wie!
Frickenhausen übersteht auch schwächere Phasen
Seit zwei Jahren
hat das Team aus dem Weinort kein Ligaspiel verloren und hat sich nach der
Meisterschaft im vergangenen Sommer nun kürzlich auch den Titel in der Bezirksliga
geholt. „Das ist schon beeindruckend, wobei es in dieser Saison mehrmals eng
war“, relativiert TSV-Coach Thomas Hofmann. In mehreren Spielen wie in den Hinspielen
beim TSV Prosselsheim oder gegen den TSV Lohr fanden seine Kickerinnen nur
schwer in die Partie. Doch die Kontrahentinnen nutzten die Schwäche des
Tabellenführers nicht. „Sie hätten führen können, vielleicht müssen“, findet
der Übungsleiter.
Während die
Gegnerinnen dann eben nicht trafen und die Frickenhäuser Defensive stand hielt,
schlugen seine Mädels zu. „Wir haben aus wenigen Möglichkeiten oftmals sehr viel
gemacht“, lobt der 50-Jährige die Kaltschnäuzigkeit. Allen voran Selin Kuruoglu
traf in elf Einsätzen 13 Mal und erzielte mehr als ein Drittel aller
TSV-Treffer. Was die Angreiferin offensiv für den Meister war, war Julia Kohl
defensiv. Die Torhüterin spielte einmal mehr eine herausragende Saison und war
Garantin dafür, dass die Grün-Weißen mit elf Gegentreffern die beste Abwehr der
Liga stellten.
Thomas Hofmann bei der Halbzeitansprache.
Herrmann Lang
Personell auf Kante genäht
Und das, obwohl
sie sich im letzten Training vor der Winterpause einen Bänderriss im Knie zuzog
und nahezu ein halbes Jahr ausfiel. Glücklicherweise verpasste sie aber nur
eine Partie. „Sie hat uns einige Punkte und Spiele gerettet“, weiß Thomas
Hofmann, was er an seiner Keeperin hat. Die Partie in Bütthard wäre ohne sie
wohl in die Binsen gegangen, zu überlegen agierten die Gastgeberinnen, brachten
das Leder aber nur einmal an der 24-Jährigen vorbei. Und auf der anderen Seite
traf „Mentalitätsmonster“ Anja Schreck zum eher schmeichelhaften Ausgleich in
einer intensiven Partie auf sehr tiefem Platz. „Am Ende hätten wir das Spiel
sogar noch gewinnen können, als Selin alleine auf die Keeperin zulief. Beim
Lupfer, meinte sie hinterher, sei ihr aber die Kraft ausgegangen. Nach dem
Spiel haben alle ausgesehen wie Schweine und hätten sich eigentlich samt
Trikots unter die Dusche stellen können“, erinnert sich der Übungsleiter, der
über die gesamte Runde mit personellen Engpässen zu kämpfen hatte.
Selten hatte der
gebürtige Ochsenfurter einmal vier Auswechselspielerinnen. Denn auch der Kader
ist weiterhin sehr dünn bestückt, nachdem in den vergangenen Jahren immer
wieder Leistungsträgerinnen aufgehört hatten. Tabea Rauschenberger, Simone
Sing, Angelina Göbel, Pia Lupper oder Romina Kuffner hängten ihre Schuhe an den
berühmten Nagel. „Wir haben sehr viel Qualität verloren, die in einem kleinen
Verein schwer zu ersetzen ist“, weiß Thomas Hofmann. Und wenn dann noch berufs-
oder verletzungsbedingte Ausfälle hinzukommen, wird es wöchentlich eng.
Vollen Körpereinsatz wie hier Nicole Müller zeigten die Frickenhäuserinnen über die gesamte Spielzeit.
anpfiff.info
Altgediente Spielerinnen helfen aus
So schmerzte vor allem
Lisa Uhls Sehnenriss in der Schulter, der operiert werden musste. Dadurch stand
die Kapitänin die gesamte zweite Saisonhälfte nicht zur Verfügung. „Ihr Ausfall
hat uns wehgetan und war besonders auf dem Feld zu spüren, weil sie eine
Spielerin ist, die vorneweg, die anführt“, hält der TSV-Coach große Stücke auf
seine Spielführerin. Zu ersetzen galt es sie aber dennoch. Und so zog Thomas
Hofmann gleich mehrere Asse aus dem Ärmel. Denn in Rückrunde halfen mit Sabine
Müller, Sarah Kinle und Katahrina Other drei Spielerinnen aus erfolgreichen Bayernliga-Zeiten
aus.
„Ich ziehe meinen
Hut. Sie haben sich sofort bereiterklärt und standen nahezu wöchentlich zur
Verfügung“, ist der Familienvater dankbar für die unerwartete Unterstützung,
mit der letztlich souverän der Sprung zurück in die Bezirksoberliga gelang. Und
das ungeschlagen. „Wir waren die konstanteste Mannschaft. Die anderen haben
gegen vermeintlich schwächere Gegner Punkte gelassen, wir nicht“, resümiert er,
wohl wissend, dass es kommende Spielzeit nicht so weitergehen wird. In einer
spannenden wie ausgeglichenen Liga zähle nur der Klassenerhalt.
Die Frickenhäuserinnen feierten den verdienten Titel.
anpfiff.info
Zuwachs durch Schnuppertraining
Den möchte Thomas
Hofmann mit breiterem Kader bewerkstelligen. Dafür richten die Frickenhäuserinnen
heute, Donnerstagabend, um 19:00 Uhr findet ein Schnuppertraining auf dem Sportgelände
am Geheu statt. „Ich hoffe, dass sich einige Spielerinnen für uns begeistern.
Wir haben einen tollen Spirit, eine schöne Atmosphäre. Auch mit den Jungs gibt
es ein angenehmes Miteinander. Manchmal trainieren wir sogar zusammen“, würde
sich der Übungsleiter über Zuwachs freuen. Schließlich möchte er den
eingeschlagenen Weg nun in der Bezirksoberliga erfolgreich weitergehen.