Artikel vom 08.05.2023 18:00 Uhr
Die Reserve der
Kickers-Frauen hat sich einen Spieltag vor Rundenende die Meisterkrone
aufgesetzt. Ein Punkt in Veitshöchheim reichte der Elf von Eugen Ungefuch letztlich
zum verdienten Titelgewinn und zum Aufstieg in die Landesliga. Es war der
verdiente Lohn für eine konstant gute Saison nahezu ohne Ausreißer. Nur gegen
einen Konkurrenten gab es keinen Sieg.
Die Erleichterung
war Eugen Ungefuch anzusehen, als er sich, schon ins Meistershirt geschlüpft,
auf die Auswechselbank am Veitshöchheimer Kunstrasenplatz fallen ließ. Einen
Punkt hatten seine Mädels noch gebraucht, um den Titel unter Dach und Fach zu
bringen. Schließlich hatte am Tag zuvor der FC Hopferstadt etwas überraschend beim
ärgsten Verfolger Kickers Aschaffenburg gewonnen. „Das war eine Steilvorlage.
Bei sechs Punkten Vorsprung war uns der Titel eigentlich nicht mehr zu nehmen.
Dennoch wollten wir natürlich in Veitshöchheim gewinnen“, beschrieb der
Übungsleiter die klare, aber gar nicht so einfache Ausgangslage beim
Landesliga-Absteiger.
Leandra Jäger sorgt für die Erlösung
Zwar hatten die
Rot-Weißen die Partie im Griff, traten dominant auf und trafen vor der Pause
doppelt durch Yüksel Eslem (35.) und Leandra Jäger (45.). Allerdings machten
die leidenschaftlich spielenden Gastgeberinnen dem Favoriten das Leben schwer.
Vor allem durch ihre Effektivität. Veitshöchheim brauchte nur wenige Chancen,
um dreimal zu treffen. Celine Schmitt knipste zweimal (42., 61.) und Nina
Schulz einmal (50.). Nach gut einer Stunde lag die Heimelf plötzlich vorne. „Es
war eine Gefühlsachterbahn. Wir hatten gute spielerische Elemente drin.
Letztlich ist es egal, wie es ausgegangen ist. Hauptsache, wir sind Meister“,
gab sich Eugen Ungefuch pragmatisch. Leandra Jäger hatte nach 70 Minuten per
Foulelfmeter den erlösenden Ausgleich erzielt.
Die Reserve der Kickers-Frauen jubelt über den Meistertitel in der Bezirksoberliga.
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Konstanz und spielerische Qualität als Trumpf
Nach dem
Schlusspfiff fielen sich die Kickers-Mädels in die Arme, freuten sich über die
lange ersehnte Meisterschaft. „Wir hatten in den letzten Jahren viele Höhen und
Tiefen. Jetzt haben wir es endlich geschafft. Daher freue ich mich für mich und
die Mädels. Wir sind die beste Mannschaft in der Liga“, lobte der FWK-Coach,
der das Team vor vier Jahren übernommen hat und zwischenzeitlich sogar bei der Ersten
interimsweise an der Linie stand.
Vor allem die
Konstanz zeichnete die Kickers-Mädels in dieser Saison aus. Nur eine Niederlage
mussten die rot-weißen Kickerinnen einstecken – im Stadtderby bei der DJK
Würzburg. Dazu kamen vor dem Duell in Veitshöchheim zwei Remis. Beide gegen den
FC Hopferstadt. „Sie sind ein unangenehmer Gegner, verteidigen gut und machen
aus wenigen Chancen ihre Tore. Das hat auch Aschaffenburg am Samstag zu spüren
bekommen“, zollt Eugen Ungefuch dem aktuellen Zweiten Respekt. Und auch die
Keilbergerinnen brachten die Kickers-Reserve kürzlich an den Rand einer
Niederlage. Über 80 Minuten führten sie, ehe Mareen Wichers und Julia Forster
die Partie drehten. „Das war ein Schlüsselspiel und hat uns nochmals einen
Schub gegeben“, blickt der Heuchelhöfer mit Stolz zurück.
Meistertrainer Eugen Ungefuch ballt zurecht die Faust.
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Jugendarbeit zahlt sich aus
Stolz zeigte sich
auch Gudrun Reinders, 1. Vorsitzende der Kickers-Frauen: „Wir sind sehr, sehr
stolz, dass wir auf die Landesliga aufsteigen. Das war unsere Devise vor der
Saison. Das hatten wir vor der Saison klar kommuniziert, auch dem Trainerteam
gegenüber. Und es hat die Vorgabe erfüllt.“ Sie habe, ebenso wie ihre
Stellvertreterin Maren Fuchs, nie am Gelingen der Mission gezweifelt.
Schließlich seien viele Spielerinnen aus dem eigenen Nachwuchs in den
Aktivenbereich hineingewachsen und trügen die Vereinsphilosophie weiter.
„Unsere
Jugendarbeit zahlt sich mittlerweile aus. Auch die Energie, die wir investiert
haben. Noch vor wenigen Jahren schien das nicht greifbar. Jetzt spielen wir mit
der Reserve in der Landesliga. Ich bin begeistert“, strahlte auch die Vorständin
über beide Ohren. Jetzt muss nur noch die Erste nachziehen. Dann wäre die
Saison nach dem Klassenerhalt der U17 in der Bayernliga ergebnistechnisch eine
perfekte.