Artikel vom 25.01.2023 15:00 Uhr
Sie wussten gar
nicht so recht, wie ihnen geschah. Weder die Frankfurter noch die Leipziger. Die
SGE-Jungs, weil sie fulminant über ihren Finalgegner hinwegfegten, die Sachsen,
weil bereits nach einer Minute die Titelträume beim Internationalen Hallenturnier
in der Würzburger tectake-Arena geplatzt waren. Ein krachender Abschluss eines Fußballwochenendes, an dem die heimischen Teams vor allem Erfahrungen
sammelten.
Kaum hatte das
Endspiel zwischen den Frankfurtern und den Leipzigern begonnen, lag der Ball
schon im RB-Netz. Kurz darauf schon wieder, wenige Sekunden später erneut. Eine
Minute war gerade gespielt, führten die Hessen bereits mit 3:0. „Das war dann
in den Köpfen drin und sehr schwer, wieder zurückzukommen“, meinte Tim Stuckey,
Cheftrainer der RB-U13. Letztlich stand ein sehr deutliches 1:8 gegen die
Adler. „Das tut sehr weh. Aber die Frankfurter haben sehr große Qualität und
verdient gewonnen“, so der Übungsleiter weiter, der das Turnier als guten
Gradmesser sah und als Erfolg wertete. Schließlich hatten seine kleinen Bullen sieben
ihrer neun Partien für sich entschieden. Dennoch nahm er vor allem aus Finale „Inhalte“
mit nach Hause.
Eintracht wackelt nur kurz
Eintrachts Okan Gündüz war
hingegen „mega stolz auf die Jungs, dass sie im Finale nochmals eine solche
Leistung gezeigt haben.“ Sie hatten ein nahezu perfektes Turnier gespielt. Nur im
Derby gegen den Rivalen aus Mainz mussten die kleinen Adler plötzlich um den Einzug
in die Vorschlussrunde zittern. Letztlich reichte aber das 2:2-Remis. „Das war ein
absoluter Kracher, ebenso wie das Endspiel gegen Leipzig. Dass alles so aufgeht,
hätte ich nicht erwartet. Die Jungs haben ihre brutale Qualität in allen
Spielen aufs Feld gebracht. Das war richtig stark, vor allem aufgrund der
langen Pausen“, lobte der Cheftrainer sein siegreiches Team.
Die Leipziger und die Frankfurter schenkten sich im Finale nichts, die Hessen versenkten aber nahezu jeden Schuss.
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Beinahe hätten
dabei ausgerechnet die Mainzer den Triumph des Rivalen verhindert. 2:1 führten
die Rheinhessen. Am Ende jubelte aber die SGE. Zufrieden war FSV-Co-Trainer
Felix Flüs aber dennoch: „Für die Jungs etwas ganz Besonderes, auch mit der
Übernachtung. selbstständig bei Gasteltern zu schlafen. Die Atmosphäre auszusaugen,
vor einer so großen Kulisse zu spielen. Für die fußballerische Entwicklung sind
solche Turniere sehr wichtig. Den Fokus hochzuhalten nach langer Wartezeit, ist
nicht einfach. Die Spiele am Sonntag sind ‚Do-or-Die‘-Duelle. Das ist sehr
reizvoll. Das macht Spaß, da ist Feuer drin, vor allem im Derby gegen Eintracht
Frankfurt. Für uns Trainer ist es ganz cool, in eine andere Stadt zu kommen.“
Helmut Bolldorf hochzufrieden
Das war eine der
vielen positiven Resonanzen, die Turnierorganisator Helmut Bolldorf nach der
dreijährigen Abstinenz aufgrund der Corona-Pandemie erhielt: „Ich bin rundum
zufrieden. Wir konnten den Mannschaften durch die Umstellung des Modus sieben Spiele
garantieren. Und der Zuschauerzuspruch war sehr gut.“ Richtig guten Fußball
habe er, der das U13-Event mit vielen fleißigen Helfern bereits zum 23. Mal auf
die Beine gestellt hatte, gesehen. Die namhaften Mannschaften hätten das
geboten, was sie auf dem Papier versprachen. Die Atmosphäre war ebenfalls sehr
gelöst. „Es war spürbar, dass die Kids darauf hingefiebert haben, wieder vor
Publikum zu spielen“, so der Würzburger.
Euphorischer Jubel der Heidingsfelder U13-Kicker, die vom Publikum euphorisch gefeiert wurden.
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Großer Jubel bei den Heidingsfeldern
Letztere
bestätigten auch die Übungsleiter der lokalen Mannschaften. Zwar reihten die
sich, angeführt vom Leistungszentrum des Ausrichters, auf den letzten vier
Plätzen ein, ein besonderes Erlebnis waren die Duelle gegen die namhafte
Konkurrenz aber auf jeden Fall. „Es hat mega Spaß gemacht. Die Jungs waren mit
Feuereifer dabei, gegen solche große Namen zu spielen. Unser Anspruch war es,
zumindest einen Treffer zu erzielen“, sagte Goran Despic, U13-Coach des SV
Heidingsfeld, im Nachgang. Und Treffer gelangen tatsächlich. Nach vier zweistelligen
Niederlagen gelangen den Grün-Weißen gegen den VfB Stuttgart zwei Tore. „Es war
phänomenal, wie die ganze Halle mitgegangen ist. Das war genial, einfach herausragend“,
freute sich der SVH-Trainer.
Auch die Jungs
vom Würzburger FV jubelten vor heimischer Kulisse. Zum Zwischenrundenauftakt führten
die Blauen über acht Minuten gegen den späteren Halbfinalisten FC Schalke 04 mit
1:0. „Dann haben sie uns aber binnen weniger Minuten gezeigt, was möglich ist“,
resümierte 04-Coach Michael Winterer. 5:1 siegten die Gelsenkirchener
letztlich. Es blieb der einzige Treffer der kleinen Zellerauer. „Die Jungs bekommen
durch die Duelle gegen die Bundesligisten einen anderen Blickwinkel. Trotz der
Anfangsnervosität haben sie alles reingeworfen“, lobte der Übungsleiter, der es
genoss, in eine „andere Welt“ einzutauchen.
Die kleinen Rothosen behielten im Stadtduell die Oberhand gegen die FV-Jungs.
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Kickers-Leistungszentrum mit einzigem Sieg
Gleiches galt
auch für das Breitensportteam der Gastgeber. Mike Sonntag schickte all seine
Jungs auf die Platte, um ihnen „ein einmaliges Erlebnis“ zu ermöglichen. Ein
Treffer wollte den Rothosen aber nicht gelingen, Freude an den besonderen Übernachtungsgästen
hatten sie aber, wie auch die Heidingsfelder, Zellerauer und ihr LZ-Pendant.
Letzteren gelang der einzige Sieg des einheimischen Quartetts, nämlich im
Platzierungsspiel gegen den Stadtrivalen von der Mainaustraße.