Artikel vom 19.10.2022 15:30 Uhr
Es läuft rund bei
den Frauen des FC Würzburger Kickers. Nicht nur das Bayernliga-Flaggschiff steht
aktuell an der Tabellenspitze. Auch die Reserve grüßt von ganz oben in der
Bezirksoberliga. 13 Punkte sammelte die Elf von Eugen Ungefuch in den bisherigen
sechs Spielen. Am vergangenen Sonntag dominierte sie auch Absteiger SV
Veitshöchheim und überzeugte vor allem spielerisch.
„Das war insgesamt
eine sehr souveräne Vorstellung“, befand Heinz Reinders, der zusammen mit Maren
Fuchs den abwesenden Eugen Ungefuch vertrat, nach der Partie. Von Beginn waren
die Gastgeberinnen gegen den Absteiger hellwach und sehr angriffslustig.
Veitshöchheim hatte große Probleme, dass Tempo der Kickers-Reserve mitzugehen
und lag bereits nach sieben Minuten zurück, als Julia Forster aus Nahdistanz
abstaubt. Laura Thompson hatte den Ball zuvor nicht festgehalten und die
Nachwuchsangreiferin war zur Stelle.
Auch danach war
die Heimelf das überlegene Team, legte aber nicht nach. Bei den grün-weißen
Kickerinnen, die in der laufenden Saison erst eine Partie absolviert hatten, lief
offensiv kaum etwas zusammen. Lediglich beim Schuss Raila Haberkorns musste
sich Luisa Sterzenbach mächtig strecken. „Unser Spiel war sehr strukturiert,
wir standen defensiv stabil und hatten im Spielaufbau Potenzial für
Variationen. Zudem waren wir offensiv immer gefährlich“, fasste Heinz Reinders
die Partie zusammen.
Julia Forster, gerade einmal 17 Jahre alt, brachte die Reserve in Führung und kam im Vorjahr sogar schon in der Regionalliga zum Einsatz.
anpfiff.info
Mittelfristige Umstellung auf ein Ausbildungsteam
Nach dem Seitenwechsel
legte Jana Gotthard, die ihrem eigenen, abgewehrten Abschluss nachging (56.), nach.
Marlene Eckert traf dann nach einer Ecke aus dem Gewühl zum Endstand (75.) und
bescherte den Kickers-Frauen einen verdienten wie klaren Heimelf. Damit bleiben
sie weiterhin an der Tabellenspitze und machten die jüngste Niederlage im
Stadtduell bei der DJK Würzburg umgehend wett.
Es ist die bisher
einzige in einer formidablen Saison. Schon im Auftaktspiel gegen den FC Hopferstadt
brillierten die FWK-Mädels mit starkem Offensivfußball. Lediglich die Tore
fehlten und die Gäste aus dem Ochsenfurter Gau nahmen nach großer Effektivität einen
Zähler mit. Rückschläge, mit denen Heinz Reinders gerechnet hat: „Durch
die Neuorganisation, die in dieser Saison angestoßen wird, kommt es noch zu
Findungsprozessen. Wir befinden uns in einem
mittelfristigen Prozess der Umstellung auf eine U21/U23 als Ausbildungsteam im
höherklassigen Bereich. Diese Prozesse sind dynamisch.“
Laura Gerst spielt seit 2019 am Heuchelhof und kann sogar schon zehn Zweitliga-Spiele vorweisen.
anpfiff.info
Flexibilität als große Stärke
Drei
deutliche Siege folgten. In Gollhofen, gegen Keilberg und die DJK Schweinfurt. „Das
Team hat große Qualität, zieht hierbei sehr gut mit und bleibt flexibel, das ist eine
große Stärke“, freut sich der 50-Jährige über das Abschneiden der
Reserve, in der Spielerinnen wie Laura Gerst, Julia Forster oder Miriam Muñoz
Spielpraxis sammeln. Alle kamen am Sonntag in der ersten Halbzeit zum Einsatz,
nachdem sie vorher bei der Bayernliga-Mannschaft im Kader standen.
Zwei
Partien stehen in der Hinrunde noch an. Gegen den Letzten Adelsberg und beim
Zweiten Aschaffenburg. Vor der Winterpause steht dann noch das Rückspiel gegen
Adelsberg auf dem Plan. Als Wintermeister in die Spielpause zu gehen, wäre
sicher eine schöne Zwischenbilanz. Doch Heinz Reinders misst den Erfolg der
Reserve nicht an Ergebnissen. Vielmehr zählt die Entwicklumg im Zuge des
Umstellungsprozesses. „Diesen wollen wir mit dem Team gestalten und das
Potenzial über die Saison hinweg ausschöpfen“, so der
Erziehungswissenschaftler, der eine höhere Spielklasse als Ausbildungsteam mittelfristig für
sinnvoll hält.