Es war das fünfte Aufeinandertreffen beider Teams in einem Pflichtspiel. Dreimal gingen die Bachelorette als Siegerinnen hervor, im Hinspiel gab es ein torloses Remis. Apropos torlos: In den vier bisherigen Begegnungen gelang dem TSV Plankenfels gegen die Studentinnen bislang kein einziger eigener Treffer (0:2, 0:1, 0:1, 0:0). Bis in die allerletzte Spielminute sah es auch diesmal so aus, bis Sophie Köstler für die optisch überlegenen, im Abschluss jedoch zu harmlosen Gastgeberinnen den köstlich schmeckenden Ausgleich servierte und somit einen wichtigen Zähler auf der Habenseite verbuchen konnte.
Nach gewonnenem Zweikampf gegen Tatiana Andrusiuk setzt Carina Voit (vo.) den Rückpass ein.
Bernd Riemke
"Wir sind inzwischen vorne ran gerückt und wollen die Spitzengruppe noch einmal attackieren", gab USC-Co-Trainer Philipp Rank vor Spielbeginn die Devise aus und wollte sich dabei auf seine stabile Hintermannschaft als Grundgerüst verlassen. Ganze sieben Gegentore kassierten die Studentinnen im bisherigen Saisonverlauf, womit die Stärken der Bayreutherinnen auch rein statistisch deutlich zum Vorschein kamen. Auf dem Spielfeld untermauern die USC-Frauen die Zahlen, Daten und Fakten eindrucksvoll. "Im Prinzip wollen wir aus einer stabilen Abwehr heraus unsere Chancen suchen", legte Rank verbal nach und seine Akteurinnen lauschten den Worten ihres Trainers offensichtlich aufmerksam. Sophie von Weinrich traf in der vierten Minute aus spitzem Winkel das Außennetz und Veronika Riedl war von der sich ihr urplötzlich bietenden Großchance derart überrascht, dass sie das Leder von der Strafraumgrenze aus freistehend über die herauseilende Hüterin, aber auch neben das Torgestänge setzte (16.). Und hinten? Da ließen die Bachelorette in gewohnter Manier kaum etwas zu. Plankenfels erarbeitete sich im Verlauf des ersten Durchgangs zwar ein klares optisches Übergewicht, nennenswerte Möglichkeiten sprangen dabei allerdings kaum heraus. "Wir brauchen Ruhe und Übersicht im Spielaufbau", forderte TSV-Trainerin Isabell Helldörfer vor dem Anpfiff, doch beides ließen ihre jungen Damen vermissen je näher sie sich dem gegnerischen Tor annäherten. Dann fabrizierten die Gastgeberinnen nämlich hektische Fehlpässe und Unzulänglichkeiten, die manch vielversprechende Situation ins Leere laufen ließ. "Seid kreativ", ermutigte Helldörfer ihre Offensivkräfte, doch genau an jener Kreativität mangelte es den Zweitplatzierten, deren Angriffsbemühungen zu durchsichtig waren, um Moos, Waldmüller & Co ernsthaft in Gefahr zu bringen. Lediglich Vanessa Preißinger tauchte in der 27. Minute einmal freistehend vor dem gegnerischen Gehäuse auf, doch Magdalena Holl zwischen den USC-Pfosten erwischte einen Sahnetag und machte den Hochkaräter dank beherztem Herauslaufen zunichte.
Unter den wachsamen Augen von Emilia Fuchs (re.) spielt Anne Stellberger den Ball auf die Außenbahn.
Bernd Riemke
"Alle elf auf dem Platz können es besser. Lasst die Köpfe nicht hängen", schallte es in der Halbzeitpause über das Sportgelände. Isabell Helldörfer fand viele motivierende Worte für ihre Mannschaft, die sich dies zumindest für zwanzig Minuten auch deutlich spürbar zu Herzen nahm. Plankenfels begann den zweiten Durchgang zielstrebiger und hätte durch die eingewechselte Sophie-Charlotte Schmitt in der 58. Minute in Führung gehen können, eigentlich müssen. Sie forderte am zweiten Pfosten freistehend eine Hereingabe von der rechten Seite, die ihr auch prompt direkt vor die Füße fiel. Ein stückweit irritiert durch zwei USC-Abwehrbeine brachte die Angreiferin jedoch aus kürzester Entfernung nur ein Kullerschüsschen hervor, das Magdalena Holl in Seelenruhe aufnehmen konnte. "Die Uni ist mit starken Einzelspielerinnen ausgestattet", wusste Isabell Helldörfer schon im Vorfeld und die begannen allmählich dem auch Nachdruck zu verleihen. Elena Strauß war in vorderster Front häufig auf sich alleine gestellt, lieferte ein enormes Laufpensum ab und arbeitete sich für die Mannschaft auf - sie band aber auch immer mindestens zwei Gegenspielerinnen, da sie das entscheidende Fünkchen zu viel Freiraum meist sehr effizient zu nutzen wusste. Ein Kopfball von ihr in der 68. Minute fand zwar nicht den Weg ins Glück, doch die USC-Frauen verfügen über mehr als nur eine herausragende Fußball-Fachkraft. Sophie von Weinrich bestätigte dies in der 79. Minute, als sie aus gut und gerne 30 Metern freie Schussbahn hatte und sich kurzentschlossen ein Herz fasste. Ihr Rechtsschuss passte maßgenau neben den linken Pfosten und brachte die Gäste überraschend, aber gar nicht zwingend unverdient in Front. "Wir haben die stärkste Defensive der Liga und hoffen, dass wir heute ein Tor mehr schießen als der Gegner", philosophierte Philipp Rank vor der Partie und bis kurz vor dem Ende schien sich seine Hoffnung zu bewahrheiten. Plankenfels mobilisierte zwar noch einmal alle Kräfte und drängte die zwischenzeitlich besser ins Spiel gekommenen Bayreutherinnen wieder in und an ihren eigenen Sechzehnmeterraum, doch es blieb das alte Lied. Unmittelbare Torgefahr entwickelten die TSV-Frauen nicht. Es lief bereits die Schlussminute, als einer dieser Brechstangen-Bälle in etwa die Höhe des benachbarten Plankenstein erreichte und sich seine Flugbahn in den Strafraum suchte. Eine einzige Unachtsamkeit, eine einzige fehlende Abstimmung reichte, um diesen letzten gefährlichen Ball eben nicht zu klären, sondern der nachsetzenden Sophie Köstler das Leder auf dem Serviertablett in den Fünfmeterraum zu legen. Die Top-Torjägerin des TSV bedankte sich artig und schob zum umjubelten Last-Minute-Ausgleich in die verwaisten Maschen.
Emilia Fuchs (re.) lässt gegen die ballführende Carina Voit nicht locker.
Bernd Riemke
... diese Frage beantworteten die Protagonisten nach dem Schlusspfiff auf ganz unterschiedliche Weise. Denn während Plankenfels mit den vergebenen Chancen haderte und sich selbst über den späten Ausgleich nicht so richtig freuen konnte, saß der Schmerz über den verpassten möglichen Dreier beim Aufstiegskandidaten im Gemüt der Bachelorette gar nicht so tief. Vielmehr überwog die Freude über den Punktgewinn in der Fremde, der den Bayreutherinnen die Chance auf die beste Saison in der Vereinshistorie weiterhin offen hält.
Spielbericht eingestellt am 05.04.2025 21:43 Uhr