Artikel veröffentlicht am 15.01.2020 um 12:30 Uhr
Paderborn wird nur Zehnter: Nürnberg und FSV Frankfurt gewinnen MainSoccerCup
Ein Hauch von Bundesliga wehte am Wochenende beim MainSoccerCup durch das Dittelbrunner Marienbachzentrum. Neben den siegreichen Teams des 1. FC Nürnberg (U13) und des FSV Frankfurt (U15) sowie weiteren deutschen Traditionsclubs nahm mit Paderborn erstmals auch ein Bundesliga-Nachwuchs teil. Und die hatten zudem noch einen prominenten Trainer an der Bande stehen.
Von Alexander Rausch

Fokussiert beobachtete Lukas Kruse, früherer Bundesliga-Torhüter des SC Paderborn, die Auftritte seiner Kicker. Immer wieder korrigierte er lautstark, verbesserte Fehler in Einzelgesprächen hinter der Bande und später in der Kabine mit der gesamten Mannschaft. Wirklich nützen sollten seine Verbesserungsansätze an diesem Tag aber nicht. Nur gegen Dynamo Dresden gelang ein Sieg (4:2). Gegen Schweinfurt 05 (2:2) und den späteren Dritten Stuttgarter Kickers (1:1) gelangen immerhin unentschieden. Nach der Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt (1:4) im Platzierungsspiel stand letztlich ein enttäuschender zehnter Platz.

Turniere wichtig für die Entwicklung

Doch das Endresultat spielt für den 36-Jährigen eher eine untergeordnete Rolle. „Die Jungs sollen in erster Linie Spaß haben und zeigen, was sie können. Mir geht es darum, dass sie das umsetzen, was wir sehen wollen, und dass sie alles geben. Was dann letztlich dabei herauskommt, ist erst einmal zweitrangig“, so Kruse. Es sei schön gewesen, sich mit Teams zu messen, gegen die man nicht so oft spiele, und zu sehen, auf welchem Niveau diese sich befänden. Daher nehmen seine Kicker auf jeden Fall wichtige Erfahrungswerte mit, die sie weiterbringen.

Der frühere Bundesliga-Profi Lukas Kruse stand bei der U15 des SC Paderborn an der Bande.
Alexander Rausch

Das Bundesliga-Jahr als Highlight

Schließlich hat auch Kruse selbst diese gesammelt, nachdem er mit zwölf Jahren zum SC Paderborn gewechselt war und dort alle Jugendmannschaften durchlief. 2001 rückte er in die Regionalliga-Mannschaft auf und war dort vornehmlich Ersatztorwart. Erst zur Rückrunde 2007/08 wurde Kruse erstmals Stammkeeper. Nach einer starken Halbserie versuchte er sein Glück in Dortmund, zog aber nach einem halben Jahr weiter nach Augsburg, ehe er im Sommer 2010 nach Paderborn zurückkehrte. Dort war er erneut zweiter Mann hinter Daniel Masuch, ehe der 1,85m große Schlussmann ab der Spielzeit 2011/12 unumstrittener Stammkeeper war.

Während dieser Zeit hatte Kruse entscheidenden Anteil am erstmaligen Bundesliga-Aufstieg der Paderborner 2014 und feierte wenig später sein Erstliga-Debüt. Nach drei Abstiegen in Folge ließ Kruse seine Karriere bei Holstein Kiel und Eintracht Braunschweig ausklingen. Insgesamt kommt Kruse auf 238 Einsätze in den ersten drei deutschen Ligen, sowie 34 in der Regionalliga. „Es waren sehr viele schöne Momente dabei. Besonders natürlich der Bundesliga-Aufstieg sowie das Jahr in der Bundesliga sind tolle Erinnerungen. Was geblieben ist, werde ich wohl erst mit etwas größerem Abstand merken. Ich möchte nichts – selbst die schlechten Erfahrungen nicht – missen“, blickt Kruse zurück.

Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten, reifte schon früher

Während seinen letzten Jahren reifte auch der Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten. „Es stand länger im Raum, dass ich zum SC Paderborn zurückkomme. Es war dann ein logischer Schritt. Schließlich bin ich gebürtiger Paderborner“, so der 36-Jährige, der dann zunächst für die Ostwestfalen scoutete, ehe er dann im September zusätzlich als Co-Trainer bei der U15 anfing. Seit November kümmert sich Kruse zudem um die Spiel- und Videoanalyse. Als dann zum Jahreswechsel Cheftrainer Robin Trost zum Leiter der Scouting-Abteilung befördert wurde, übernahm Kruse parallel zu seinen anderen Aufgaben dessen Posten.

Der gebürtige Schweinfurter Berkay Öztürk kehrte mit Ingolstadt in seine Heimat zurück, hatte aber gegen Turniersieger FSV Frankfurt nichts auszurichten.
Alexander Rausch

Kruse kann etwas zurückgeben

„Es ist eine schöne Sache, für den Heimatverein Nachwuchsarbeit leisten zu dürfen. Auch ist es sehr angenehm, in einem gewohnten Umfeld in meiner Geburtstagsstadt ins Berufsleben nach dem Profi-Fußball starten zu können“, möchte der frühere Bundesliga-Keeper „seinem“ Verein etwas zurückgeben. Denn die Arbeit mit den Jugendlichen mache ihm enorm viel Spaß. Die Spieler seien willig haben Bock zu arbeiten, schwärmt Kruse, der im Sommer sein Sportmanagement-Studium abgeschlossen hat und im Besitz der Elite-Jugend-Lizenz ist, von „seinen“ Jungs.
Wohin sein Weg dann zukünftig führen wird, weiß er hingegen noch nicht: „Ich fühle mich im NLZ-Bereich sehr wohl. Was die Zukunft bringen wird, wird sich zeigen. Vieles im Leben ist oftmals unberechenbar. Aktuell bin ich daher sehr zufrieden mit meinen Aufgaben.“ In dieser Saison spielt die Paderborner U15, die im Sommer aus der Regionalliga abgestiegen ist, in der Westfalenliga und ist in dieser Vierter.

Frankfurt besiegt die Löwen

Auch beim MainSoccerCup landeten die Blau-Weißen nicht auf den vorderen Plätzen. Die machten andere unter sich aus. Die Nachwuchsteams des TSV 1860 München und des FSV Frankfurt marschierten mit sechs Siegen ins Finale. In diesem behielten die Hessen vor vollen Zuschauerrängen – in der Höhe waren rund 500 Interessierte in der Halle - in einem engen Match knapp die Oberhand. Dahinter folgten die Stuttgarter Kickers und Eintracht Braunschweig.

Die einheimischen Teams hatten mit den der Pokalvergabe nichts zu tun. Zu überraschen wussten die jungen Schnüdel aber dennoch. Gegen die etablierten NLZs aus Paderborn (2:2) und Stuttgart (2:2) reichte es zu einem Remis, gegen Ingolstadt sogar zu einem klaren 3:0-Sieg. Die gastgebenden Hambacher hatten hingegen nicht den Hauch einer Chance. Die Freude, gegen solche Gegner spielen zu dürfen, trotz ausschließlich hoher Niederlagen aber anzumerken. Dementsprechend feierten sie ihren einzigen Turniertreffer gegen Erfurt entsprechend.

Setzten sich gegen die arrivierten Teams, wie hier Braunschweig, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Wehr: die gastgebenden Hambacher.
Alexander Rausch

Schweinfurt verpasst den Coup

Gleiches Bild bei den U13-Junioren: Die Hausherren freuten sich über zwei eigene Tore gegen den letztlich Zweiten Zwickau und Neckarsulm, hatten aber stets deutlich das Nachsehen. Der FC-Nachwuchs schrammte hingegen knapp am Halbfinale vorbei. Ausschlaggebend dafür war die 1:3-Niederlage gegen Ingolstadt, das am Ende Vierter wurde. Denn gegen die bockstarken Nürnberger, die auch im Finale Zwickau deutlich besiegten, hatten die Jungschanzer deutlich das Nachsehen.

Tuncer restlos begeistert

„Das Wochenende war der Hammer. Alle Mühen haben sich voll gelohnt. Das Feedback während des Turniers und danach war grandios. Die Zuschauer und Mannschaften waren begeistert. Die SpVgg Hambach, die alles perfekt organisiert hat, hatte daran einen großen Anteil und sorgte für einen reibungslosen Ablauf“, war nicht nur Organisator Suat Tuncer restlos begeistert. Viele Teams hätten sogar schon ihre Zusage für kommendes Jahr gegeben, freut sich der Gochsheimer schon auf das nächste Jahr.

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Gruppenphase U15

Gruppe A
1. TSV 1860 München 19:2/15
2. Eintracht Braunschweig 17:6/10
3. Kickers Offenbach 15:7/8
4. SV Wehen-Wiesbaden 9:8/7
5. Rot-Weiß Erfurt 2:11/3
6. SpVgg Hambach 1:29/0

Gruppe B
1. FSV Frankfurt 14:5/15
2. Stuttgarter Kickers 9:9/8
3. Dynamo Dresden 10:10/6
4. FC Schweinfurt 05 7:8/5
5. SC Paderborn 9:11/5
6. FC Ingolstadt 6:12/3.


Finalrunde U15

Halbfinale
TSV 1860 München – Stuttgarter Kickers 2:0
Eintracht Braunschweig – FSV Frankfurt 1:2

Spiel um Platz 11
SpVgg Hambach – FC Ingolstadt 0:6
Spiel um Platz 9
Rot-Weiß Erfurt – SC Paderborn 1:0
Spiel um Platz 7
SV Wehen-Wiesbaden – FC Schweinfurt 05 4:1
Spiel um Platz 5
Kickers Offenbach – Dynamo Dresden 2:1
Spiel um Platz 3
Stuttgarter Kickers – Eintracht Braunschweig 3:2 n.9m.
Finale
TSV 1860 München – FSV Frankfurt 1:2

Gruppenphase U13

Gruppe A
1. 1. FC Nürnberg 21:6 Tore/12 Punkte
2. FSV Zwickau 17:9/12
3. Hassia Bingen 17:11/7
4. Neckarsulmer Sportunion 15:12/7
5. FC Sand 11:15/6
6. SpVgg Hambach 2:30/0

Gruppe B
1. FSV Frankfurt 12:6/12
2. FC Ingolstadt 14:8/10
3. FC Schweinfurt 05 11:7/9
4. KSV Baunatal 10:9/9
5. Stuttgarter Kickers 6:9/4
6. TSV Großbardorf 2:16/0

Finalspiele U13

Halbfinale
1. FC Nürnberg – FC Ingolstadt 4:1
FSV Zwickau – FSV Frankfurt 3:1 n. 9m.

Spiel um Platz 11
SpVgg Hambach – TSV Großbardorf 1:7
Spiel um Platz 9
FC Sand – Stuttgarter Kickers 3:2
Spiel um Platz 7
Neckarsulmer Sportunion – KSV Baunatal 1:4
Spiel um Platz 5
FC Schweinfurt 05 - Hassia Bingen 1:3
Spiel um Platz 3
FC Ingolstadt – FSV Frankfurt 2:4
Finale
1. FC Nürnberg – FSV Zwickau 5:1.

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