Artikel veröffentlicht am 01.02.2021 um 06:00 Uhr
Das eigene Heim: Dein Steilpass zur eigenen Immobilie
Immer mehr junge Menschen träumen vom Leben in den eigenen vier Wänden. Warum auch nicht? Die Zinsen sind günstig, und etwas Eigenes zu haben sowie die Aussicht auf ein mietfreies Wohnen im Alter geben ein gutes Gefühl. Aber auf dem Weg zur Traum-Immobilie lauern viele Tücken, die es zu umgehen gilt. Hier die wichtigsten Tipps für den Weg zur eigenen Immobilie.
Von Redaktion anpfiff.info unter Zuhilfenahme diverser Pressetexte

Wer Immobilienbesitzer werden möchte, muss sich zunächst einmal die grundlegende Frage stellen: Möchte man ein Haus kaufen oder genügt eine Wohnung? Für beides gibt es gute Gründe. Wer schon eine Familie hat oder noch eine gründen möchte, für den kommt womöglich eher ein Eigenheim in Frage - am besten mit Gartenanteil, damit sich die Kleinen austoben können. Und Sie sind Ihr eigener Herr! Alleinstehenden oder älteren Paaren wiederum genügt oftmals eine Wohnung in der passenden Größe und Ausstattung. Beim Kauf einer Eigentumswohnung kommt ein wichtiger Aspekt hinzu: Sie werden Mitglied einer Eigentümergemeinschaft, was mit weiteren Pflichten verbunden ist.
Für die meisten Menschen ist der Erwerb einer Immobilie eine Entscheidung, die man im Leben nur einmal trifft. Deshalb sollte man sich die Entscheidung nicht zu einfach machen und auch langfristige Folgen bedenken: Ist das Haus auch noch für Sie geeignet, wenn die Kinder mal ausgezogen sind? Einen eigenen Garten zu haben ist toll – aber kann man diesen im Alter noch in Schuss halten? Und ist die Wohnung auch altersgerecht, wenn es irgendwann mit dem Treppensteigen nicht mehr so leichtfällt? Auch wenn solche Sorgen in jungen Jahren weit weg erscheinen, lohnt es sich bei der Wahl der Immobilie rechtzeitig darüber nachzudenken.

Auf die Lage kommt es an

Ein wesentlicher Aspekt beim Kauf einer Immobilie ist die Lage. Wo will man zukünftig wohnen und was kann ich mir dort überhaupt leisten? Möchte man in der Stadt leben oder doch besser etwas außerhalb in einer Gemeinde im sogenannten „Speckgürtel“? Andere Menschen wiederum wollen es ganz ländlich und bevorzugen etwas abgelegene Orte. In jedem Fall ist die richtige Wohngegend entscheidend für das persönliche Wohlbefinden. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, um das passende Umfeld zu finden. Überlegen Sie genau, was der neue Wohnort alles mitbringen soll, damit man dort auch noch in einigen Jahren glücklich und zufrieden ist. Familien mit Kindern achten meist auf die Nähe zu öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Sporteinrichtungen oder Spielplätze. Ruheständler hingegen interessieren sich meist für Wohnviertel mit einer gut ausgebauten Infrastruktur, beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten, Busverbindungen oder auch medizinische Einrichtungen. Pendler wiederum achten vor allem auf eine gute Verkehrsanbindung, also die Nähe zu Bahnhof, Bushaltestellen oder zur Autobahn.

Der Schlüssel zum Glück - kann auch der Schlüssel zum Wohneigentum sein.
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Kassensturz: Ermitteln Sie ihr Budget!

Nächster Punkt auf der Checkliste für den Immobilienkauf ist der Blick auf das Konto. Erstellen Sie eine realistische Übersicht über alle Einnahmen und Ausgaben. Und listen Sie auf, welche Vermögenswerte Sie haben, die man als Sicherheit für einen Kredit verwenden kann: Bausparvertrag, Sparbuch, Lebensversicherungen, Aktien, Tagesgeldkonto etc. So bekommen Sie ein Gespür, welches Budget für die Immobilie in Frage kommt. Beachten Sie dabei auch, dass zum eigentlichen Kaufpreis weitere Kosten hinzukommen, die man nicht unterschätzen sollte. Zu den Kaufnebenkosten zählen beispielswiese die Steuer für den Grunderwerb, Kosten für den Notar oder die Vermittlungsgebühr an den Makler. Als Richtwert kann man dafür etwa 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises veranschlagen. Außerdem sollte man bedenken, dass beim Hauskauf weitere Kosten entstehen können, so können Umzugs- und Renovierungskosten anfallen oder auch Modernisierungskosten beim Erwerb einer gebrauchten Immobilie.

Wie finde ich die passende Immobilie?

Wenn die gewünschte künftige Wohngegend feststeht und der finanzielle Rahmen abgesteckt ist, dann kann man mit der eigentlichen Immobiliensuche loslegen. Grundsätzlich gilt: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und beobachten Sie den Immobilienmarkt für ein paar Monate! Dadurch bekommt man schnell ein Gespür für die Immobilienpreise in der Region. Erste Anlaufstellen sind vor allem Immobilienportale wie Immobilienscout24, Immowelt oder Immonet. Selbst auf Ebay-Kleinanzeigen finden sich häufig Immobilienangebote. Aber auch die örtliche Tageszeitung oder kostenfreien Wochenblätter beinhalten in der Regel einen großen Immobilienteil, den man gründlich studieren sollte. Und es schadet auch nicht, sich im Freundes- oder Bekanntenkreis regelmäßig umzuhören oder Arbeitskollegen danach zu fragen.

Unterstützung vom Makler holen

Wer nicht allzu viel Zeit für die Suche aufwänden möchte, der kann sich Hilfe von einem Profi holen. Makler unterstützen nicht nur Hauseigentümer, die ihr Haus verkaufen wollen. Auch als Kaufinteressent kann man einen Makler beauftragen, die passende Immobilie zu finden. Ein guter Makler kennt die Marktlage und die Immobilienpreise, außerdem weiß er vielleicht schon von neuen Objekten, bevor diese auf den Immobilienplattformen angeboten werden. Allerdings ist die Unterstützung durch einen Profi nicht günstig. Zwischen 3,57 Prozent und 7,14 Prozent des Kaufpreises verlangen Makler für ihren Service. Allerdings ist es fast immer so, dass der Käufer auch dann an diesen Kosten beteiligt wird, wenn der Verkäufer den Makler ursprünglich beauftragt hat. Wenn man also ohnehin am Ende zahlen muss, kann man die Vorteile eines Maklers auch gleich nutzen und diesen selbst beauftragen.

Moderne Häuser im Bauhaus-Stil sind in.
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Vom Experten beraten lassen

Hat man über Inserate oder einen Makler passende Angebote gefunden, dann beginnt der wohl aufregendste Punkt auf der Checkliste für den Immobilienkauf. Sichten Sie Exposés, Fotos und Beschreibungen, um eine Vorauswahl zu treffen. Erst dann vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin vor Ort und lassen die Umgebung auf sich wirken. Vergessen Sie bei diesem Termin Notizblock und Zollstock nicht, auch Fotos auf dem Handy helfen bei der Erinnerung später, die richtige Entscheidung zu treffen. Tipp: Besichtigen Sie die Immobilie möglichst bei Tageslicht. Haus und Umgebung können so viel besser auf Sie wirken, und man erkennt offensichtliche Mängel besser.

Auf Baumängel achten


Vor allem gebrauchte Immobilien sollten gründlich auf Schwachstellen untersucht werden. Wie ist die Bausubstanz? Welche Materialien wurden verarbeitetet? Ist das Haus bereits energetisch saniert? Auch die Haustechnik sollte genauestens unter die Lupe genommen werden: Wie sieht es mit Heizung, Wasser- und Stromleitungen aus? Welchen Zustand hat das Dach oder der Keller? Und gibt es Hinweise auf feuchte Stellen oder Wasserschäden?
Für Laien ist es nahezu unmöglich, Substanzschäden wie Schimmel, Hausschwamm oder Schädlingsbefall zu erkennen. Solche Mängel mindern jedoch den Wert eines Hauses nachhaltig. Im schlimmsten Fall führen sie zum kompletten Wertverlust. In solchen Fällen ist es ratsam, einen Fachmann zu Rate zu ziehen und diesen bei einem Besichtigungstermin dabei zu haben. Ein Architekt oder ein Sachverständiger kann die Immobilie mit ganz anderen Augen betrachten und auf Schwachstellen hinweisen – und möglicherweise auch grob abschätzen, welchen Aufwand eine Sanierung veranschlagen würde. Um ganz sicher zu gehen, kann man sich auch ein Wertgutachten erstellen lassen: Ein solches Gutachten gibt es natürlich nicht umsonst. Wie teuer es ist, hängt ab vom Umfang des Gutachtens und vom Verkaufswert des Hauses. Sogenannte Kurzgutachten bekommst Du schon für bis zu 100 Euro. Reguläre Gutachten sind ausführlicher, kosten mit bis zu 2.800 Euro aber deutlich mehr.

Mängel am Bau zu erkennen - das kann nur ein Fachmann.
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Günstige Baufinanzierung sichern

Spätestens jetzt wird es Zeit, bei der Finanzierung Nägel mit Köpfen zu machen. Vergleichen Sie unbedingt mehrere Angebote miteinander, denn: Je günstiger die Baufinanzierung, umso weniger Zinsen fallen an. Ein gutes Finanzierungskonzept spart oft mehrere Tausend Euro. Außerdem sollte ein gutes Konzept stets zu den persönlichen Lebensumständen passen. Üblicherweise wird ein Immobilienkredit als Annuitätendarlehen gestaltet, mit einer festen monatlichen Zahlungsrate im Rahmen der Zinsbindungsfrist. Ob ein Annuitätendarlehen für die jeweilige Situation das Richtige ist, erfährt man am besten von einem Kreditvermittler oder einem Bankberater. In jedem Fall sollten Sie nicht nur bei Ihrer Hausbank Finanzierungsangebote einholen. Nutzen Sie auch die Seiten großer Kreditvermittler. Diese führen Angebote von mehreren Hundert Banken, Versicherungen und Bausparkassen – eine große Hilfe bei der Suche nach der günstigsten Baufinanzierung.

Kauf notariell besiegeln


Der Erhalt der schriftlichen Finanzierungszusage seitens der Bank ist dann auch schon fast der letzte Schritt auf dem Weg zum Eigenheim. Notwendig ist nun noch der rechtsgültige Kaufvertrag, dessen Entwurf von einem Notar aufgesetzt werden muss. Derartige Kaufverträge sind umfangreich und -  leider - nicht immer leicht verständlich. Nehmen Sie sich deshalb genügend, um den Vertrag gründlich zu lesen und offenen Fragen mit dem Notar zu besprechen. Wichtig ist auch, dass mögliches Inventar vom Vorbesitzer gesondert im Kaufvertrag ausgewiesen ist, denn das reduziert nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die Grunderwerbsteuer. Im Beisein des Notars erfolgt dann die rechtsgültige Unterschrift beider Parteien unter den Kaufvertrag. Sobald der Eintrag im Grundbuch hinterlegt ist, befindet sich die Immobilie gesetzlich in Ihrem Besitz.

Mit der Unterzeichnung des Vertrags beim Notar wird der Kaufvertrag rechtsgültig.
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Sicher ist sicher: Die passende Wohngebäudeversicherung

Noch ein Tipp zum Schluss: Werfen Sie rechtzeitig vor dem Kauf einen Blick in die bestehende Wohngebäudeversicherung. Diesen Vertrag kann man nämlich entweder übernehmen oder innerhalb von vier Wochen nach Umschreibung der Immobilie kündigen. In jedem Fall ist eine Wohngebäudeversicherung ein Muss für jeden Hausbesitzer. Sie kommt auf für Schäden, die Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser anrichten. Eine gute Versicherung übernimmt außerdem die Kosten, die etwa für den Abbruch des Gebäudes, einen Sachverständigen oder die Beseitigung umgestürzter Bäume entstehen. Weiteren Schutz bietet zudem eine Elementarschadenversicherung, die auch bei Überschwemmung, Lawinen oder Starkregen schützt, jedoch in der Regel teuer ist. Auch hier zählt: Vergleichen Sie die Angebote gründlich und sparen sie mit dem passenden Tarif mehrere Euro pro Jahr.

Umzug ist Vertrauenssache

Letztlich steht am Ende der Um- bzw. der Einzug in die neuen vier Wände an. Dass ein Umzug Vertrauenssache ist, weiß jeder, der schon einmal mit einem Möbelspediteur seine Wohnung gewechselt hat. Das weiß aber auch der Spediteur, der für Sie den Umzug vornimmt. Es ist deshalb empfehlenswert, den Spediteur schon vor dem eigentlichen Umzugstermin kennen zu lernen. Es ist nämlich üblich, dass Möbelspediteure einen kostenlosen Kostenvoranschlag erstellen, der es Ihnen ermöglicht, die entstehenden Kosten im Auge zu behalten. Vereinbaren Sie am besten einen Termin mit einem Umzugsberater, der Fachmann kann recht schnell erkennen, wie aufwändig der Transport des Hausrates ist - aus dem sogenannten „Umzugsvolumen“ errechnet er dann den notwendigen Zeitbedarf. Manche Spediteure benutzen für sperrige Möbel wie Tische, Einbauschränke und Vitrinen einen eigenen Umrechnungsschlüssel, um das Volumen besser abschätzen zu können. Der Möbelspediteur bietet dem Kunden dann seine Dienstleistung entweder zu einem Festpreis an oder er erstellt eine Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand. Entscheidet sich der Kunde für ein Festpreisangebot, so muss er wissen, dass damit nur die darin enthaltenen, schriftlich niedergelegten Leistungen abgedeckt sind.

Text: Reaktion anpfiff.info mit Material von finanztip.de



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