Artikel veröffentlicht am 01.10.2019 um 08:00 Uhr
Bockbiersaison 2019: Starker Biergenuss für starke Fußballer
In Franken ist die Herbstzeit Genusszeit. Wenn die Abende länger und die Tage kürzer werden, dann kommen die Freunde des Starkbieres auf ihre Kosten. Und was gibt es besseres, diese regionale Bierspezialität gemeinsam zu genießen? Mit den Freunden vom Fußballclub schmeckt's in Geselligkeit nochmals besser.
Von Redaktion anpfiff.info

Nach der Kellerzeit, den diversen Kirchweihen und einem kleinen Abstecher auf die Münchner „Wies'n“ wartet auf den leidenschaftlichen Biertrinker bereits die nächste „Jahreszeit“: Von Mitte Oktober bis zu den Heiligen Drei Königen schenken die Brauereien in Franken einen besonderen Gerstensaft aus: das „Bockbier“. In vielen Ortschaften und Stadtvierteln herrscht dann Ausnahmestimmung, denn die alljährlichen Anstiche des Mutterfasses werden seit vielen Jahren ausgelassen gefeiert. Dabei lassen sich die Besucher der Anstiche auch vom Wetter nicht beeindrucken. Nach dem Motto "Ist das Wetter noch so schlecht, für den Anstich ist es immer recht" lassen sich die Hartgesopttenen auch von Dauerregen und niedrigen Temperaturen nicht abschrecken. Dann verwandeln sich der Biergarten, der Innenhof oder auch der Straßenvorplatz schnell zum kleinen Volksfest mit bockstarkem Genuss. 

Wie kommt der Bock zu seinem Namen?

Der Begriff „Bockbier“ kommt nicht von dem möglichen Kater nach durchzechter Nacht am anderen Morgen, sondern stammt aus einer kleinen Bierstadt in der Nähe von Hannover namens Einbeck. In „Einpöckh“, so der damalige Name, wurde, gemäß einer Urkunde 1378 zum ersten Mal ein besonders starkes Exportbier, der heutige „Einbecker Urbock“ gebraut und nach Hamburg, München und Nürnberg ausgeführt. Zwar ermöglichte die hohe Grädigkeit von sechzehn bis achtzehn Grad („normales Bier“ hat etwa zwölf Grad) eine genügende Haltbarkeit für den beschwerlichen Transport, doch schon 1589 berief der bayrische Hof einen Einbecker Braumeister ins Münchner Hofbräuhaus, um sich den Import des „Pöckh'schen Bieres“, oder wie es heute heißt, des "Bockbiers", zu ersparen.

Ein Prosit der Gemütlichkeit - Genuss und Braukunst passen in Franken perfekt zusammen.
Dt. Brauerbund

So wird Bockbier gebraut

Wie aber wird Bockbier hergestellt? Zunächst wird das in den Mälzereien hergestellte Malz zur Maische geschrotet, im Maischbottich mit entsalztem und enthärtetem Wasser vermischt ("eingemaischt") und erhitzt. Dadurch wird die Stärke des Malzkornes in Malzzucker umgewandelt. Das verwendete Malz ist z.B. auch entscheidend für die Farbe des Bockbieres: „Pilsener Malz“ verleiht dem Bier eine helle Farbe, „Münchner Malz“ eine dunkle Tönung. Anschließend werden die Rückstände, der sogenannte „Treber“, von dem stark zuckerhaltigen Gerstensaft herausgefiltert oder abgeläutert. Der dadurch gewonnenen Würze wird in der Sudpfanne der geschmacksbestimmende Stoff, der Hopfen, zugegeben. Die Braumeister verwenden z. B. für das helle Bockbier meist Spalter Hopfen aus der Nürnberger Umgebung, wodurch der „Bock“ etwas süßlicher schmeckt. Dieses Gemisch wird etwa neunzig Minuten gekocht, um die Bitterstoffe des Hopfens zu lösen und die Würze auf die gewünschte Extraktkonzentration einzudampfen. Bockbier muss, um als solches zu gelten, zwischen sechzehn und achtzehn Gewichtsprozent oder Grad besitzen, d.h. in hundert Kilogramm Würze befinden sich zwischen sechzehn bis achtzehn Kilogramm Extrakt. Dadurch wird das Bockbier im Unterschied zum normalen Bier stärker, enthält mehr Stammwürze.
Auf einen erneuten Reinigungsprozess der Würze von den zurückgebliebenen Trübstoffen des Hopfens und dem Abkühlen des Bieres erfolgt in den Gärtanks die Zugabe der Bierhefe. Dadurch wird der vorhandene Malzzucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Bockbier ist somit auch alkoholreicher, besitzt mehr Volumenprozent (ca. sieben Prozent) als normales Bier (vier bis fünf Prozent), weil der Extrakt im Vergleich zum Schankbier mehr Zucker enthält, der in Alkohol umgewandelt werden kann. Nach der Gärung wird das entstandene Jungbier in Fässer umgefüllt und etwa drei Monate im Keller gelagert. Durch diese Nachgärung entwickelt das Bockbier sein typisches Aroma, und die natürliche Kohlensäure löst sich.

In Franken ist die Biervielfalt groß - und im Herbst kommen mit den Bockbieren noch allerlei Spezialitäten dazu.
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Franken ist Starkbier-Land

Die meisten Starkbiere stammen heute noch aus Bayern. Hier enden die Namen der besonders starken Doppelbockbiere traditionell mit der Silbe „ator”, und auch das hat seine Geschichte: Seit Beginn des 17. Jahrhunderts - in Europa tobte der 30-jährige Krieg – brauten die Mönche des Heiligen Franz von Paula ihr starkes Fastenbier und nannten es zu Ehren ihres Ordensgründers „Sankt-Vaters-Bier”. Das Bier schmeckte nicht nur den Mönchen: ein gutes Geschäft für das Kloster. Den weltlichen Brauern war das natürlich nicht recht, und so setzten sie bei ihrem Kurfürsten durch, dass auch sie das „Sankt-Vaters-Bier” brauen und ausschenken durften. Den Namen verballhornten sie mit der Zeit zu „Salvator”. Das brachte den Zacherl-Bräu aus München auf den Plan, dem vom Bayernkönig Ludwig I. das alleinige Recht zugesprochen worden war, sein Starkbier unter diesem Namen zu vertreiben. Die anderen Brauer mussten sich etwas einfallen lassen, und es entstanden die Bockbiernamen mit der Endung „-ator”.

Wie stark ist Starkbier?

Es gibt auch obergärige Weizenbock- und Weizendoppelbockbiere, doch die allermeisten Bock- und Doppelbockbiere werden untergärig aus Gerstenmalz gebraut. Die Bezeichnung Stark- oder Bockbier ist dabei in Deutschland gesetzlich geschützt. Danach darf Bier unter der Bezeichnung Starkbier oder einer sonstigen Bezeichnung, die den Anschein erweckt, als ob das Bier besonders stark eingebraut sei, nur in Verkehr gebracht werden, wenn der Stammwürzegehalt des Bieres nicht unter die festgesetzte Grenze (von 16 Prozent) herabgeht. Unter der Bezeichnung „Bockbier” darf nur Starkbier in Verkehr gebracht werden. Bockbier braucht seine Zeit zum Reifen und deshalb sollte man sich auch Zeit für den Genuss lassen. Außerdem: Starkbier hat es durchaus in sich. Bockbier kommt auf einen Alkoholgehalt von rund sieben Prozent, der Doppelbock weist noch höhere Werte auf. Hier liegt die Stammwürze bei mindestens 18 Prozent und der Alkohol bei mehr als 7,5 Prozent. Es hat auch mehr Kalorien als ein „normales” Vollbier. Deshalb bitte immer bedenken: Genussvoll trinken und danach kein Auto fahren. Lasst den lustigen Bockbieranstich mit Freunden nicht mit Totalschaden im Straßengraben enden!



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